Kapitel 116: gayāyātrā
Die Pilgerfahrt nach Gayā (Fortsetzung)
Fortsetzung des Gayā-Pilgerprogramms: Sandhyā und Śrāddha vor Gāyatrī und Sāvitrī, eine lange Reihe von Stationen für Piṇḍa-Spenden (Pretaśilā, Rāmatīrtha, Muṇḍapṛṣṭha usw.) und die zu verehrenden Gottheiten und acht geheimen Liṅgas. Den Abschluss bildet ein Hymnus an Gadādhara mit der Bitte, Zeuge der Schuldentilgung gegenüber den Vätern zu sein. Kopftitel 'gayāyātrāvidhiḥ', Kolophon 'gayāmāhātmye gayāyātrā'; der letzte Vers (43) ist ein Halbvers.
Agni sprach: Nachdem man im großen Fluss unter [Rezitation der] Gāyatrī gebadet hat, vollziehe man die Sandhyā-Andacht; morgens vor [der Gottheit] Gāyatrī [vollzogen], sind Śrāddha und Piṇḍa unvergänglich.
Und am Mittag, nachdem man [bei] hochstehender [Sonne] gebadet und [die Göttin] mit Gesang und Instrumentalmusik verehrt hat, [vollziehe man] vor Sāvitrī die Sandhyā und an ihrer Fußspur die Piṇḍa-Spende.
agastyasya pade kuryādyonidvāraṃ praviśya ca / nirgato na punaryoniṃ praviśenmucyate bhavāt //
An der Fußspur des Agastya vollziehe man sie; und wer das Yonidvāra [Anm.: 'Schoßtor', ein enger Felsdurchgang] betreten hat und herausgekommen ist, tritt nicht wieder in einen Mutterschoß ein; er wird vom Werden befreit.
Man bringe eine Bali-Spende auf der Kākaśilā [Anm.: 'Krähenstein'] dar und verneige sich darauf vor Kumāra. In Svargadvārī, im Somakuṇḍa, dann im Vāyutīrtha sei man Piṇḍa-Spender;
in der Ākāśagaṅgā und in der Kapilā sei man Piṇḍa-Spender; nachdem man sich vor Śiva Kapileśa verneigt hat, [sei man] auch im Rukmikuṇḍa Piṇḍa-Spender.
koṭītīrthe ca koṭīśaṃ natvāmoghapade naraḥ / gadālole vānarake gopracāre ca piṇḍadaḥ //
Im Koṭītīrtha, nachdem man sich vor Koṭīśa verneigt hat, und am Amoghapada [sei] der Mensch [Piṇḍa-Spender], ebenso im Gadālola, im Vānaraka und im Gopracāra Piṇḍa-Spender.
natvā gāvaṃ vaitaraṇyāmekaviṃśakuloddhṛtiḥ / śrāddhapiṇḍapradātā syāt krauñcapade ca piṇḍadaḥ //
Wer sich vor der Kuh in der Vaitaraṇī verneigt, [bewirkt] die Errettung von einundzwanzig Geschlechtern; man sei Spender von Śrāddha und Piṇḍa, und auch am Krauñcapada Piṇḍa-Spender.
Wer ihn, den Lotosäugigen, sieht, wird von den drei Schulden befreit. Nachdem er sich vor Mārkaṇḍeyeśvara verneigt hat, verneige sich der Mensch vor Gṛdhreśvara.
Wort für Wort
puṇḍarīka-akṣam
den Lotosäugigen
ṛṇa-trayāt
von den drei Schulden
mārkaṇḍeya-īśvaram
Mārkaṇḍeyeśvara
gṛdhra-īśvaram
Gṛdhreśvara
Die drei Schulden: gegenüber Göttern, Sehern und Vätern.
„Die Väter, Angehörigen und übrigen im Himmel, im Luftraum und auf der Erde, die in Gestalt von Pretas usw. sind, mögen alle durch die von mir gegebenen Piṇḍas erlöst sein.“
Nachdem man sich vor Vasiṣṭheśa verneigt hat, sei man vor ihm Piṇḍa-Spender; am Gayānābhi [Anm.: 'Nabel des Gaya'], an der Suṣumṇā und in Mahākoṣṭī Piṇḍa-Spender,
wer [es] verehrt hat, hat keine Furcht; [es bewirkt] die Vernichtung von Gift, Krankheit usw. Wer sich vor Brahmā verneigt, führt das Geschlecht in die Brahmā-Welt.
Wer Mahālakṣmī, Gaurī, Maṅgalā und Sarasvatī verehrt hat, rettet die Väter, weilt im Himmel, hat hier die Genüsse genossen und ist kundig in den Lehrwerken.
Nārāyaṇa, Varāha und Nārasiṃha verehre man um des Glückes willen, [ebenso] den Brahmā-Viṣṇu-Maheśa Genannten, den Tripura-Vernichter, der alles gewährt.
Auf wessen Namen man einen Piṇḍa niederlegt, den führt man zum ewigen Brahman. Nachdem man sich vor Phalgvīśa, Phalgucaṇḍī und Aṅgārakeśvara verneigt hat,
sei man an der Fußspur des Mataṅga und in der Einsiedelei des Bharata Śrāddha-Vollzieher, im Haṃsatīrtha und im Koṭitīrtha, wo die Pāṇḍuśilā ist, Speisespender [?];
Wort für Wort
mataṅgasya pade
an Mataṅgas Fußspur
bharata-āśramake
in Bharatas Einsiedelei
haṃsa-tīrthe
im Haṃsatīrtha
pāṇḍu-śilā
Pāṇḍuśilā ('weißer Stein')
anna-daḥ
Speisespender
pāṇḍuśilānnadaḥ unsicher: pāṇḍuśilā + annadaḥ oder pāṇḍuśilāṃ nadaḥ.
Wer im Dhenukāraṇya Piṇḍa-Spender ist und sich an der Fußspur der Kuh vor der Kuh verneigt, rettet alle Väter; auch an der Sarasvatī [sei man] Piṇḍa-Spender.
Nachdem man am Abend die Sandhyā vollzogen hat, verneige man sich vor der Göttin Sarasvatī; wer die drei Sandhyās vollzieht, wird ein Brahmane, der Veda und Vedāṅgas vollkommen beherrscht.
den Herrn, der alle Welten beschützt, der darauf sinnt, die Geschlechter zu retten, dessen Selbst in Offenbares und Unoffenbares geteilt und [doch] ungeteilt ist, der im Selbst
weilt, den Festesten, den Wesenskern, den Zermalmer schrecklicher Sünde verehre ich. Ich bin nach Gayā gekommen, o Gott, zum Werk für die Väter, o Gadādhara;
Von mir, der ich nach Gayā gelangt bin, ist die Entsühnung der Väter vollzogen.“ Durch das Lesen der Größe Gayās beim Śrāddha usw. hat man teil an der Brahmā-Welt;