Kapitel 57: kumbhādhivāsavidhiḥ
Vorschrift für die Weihe der Krüge
Das Kapitel beschreibt die Inbesitznahme und Reinigung des Bodens, die Verehrung Haris im Krug, das Bereiten des Lagers für das Bild mit den acht Vidyādhipas in den Richtungen sowie die Füllung zahlreicher Weihekrüge in der Badehalle mit Zweigen, Pflanzen, Erden, Wassern, Edelsteinen und Duftstoffen. Ferner werden die Materialien für Arghya, Pādya, Madhuparka, Ācamana und Nīrājana an bestimmten Richtungen bereitgelegt. Das Kolophon nennt das Kapitel 'kalaśādhivāsa'; der letzte Vers bricht syntaktisch unvollständig ab.
Der Erhabene sprach: Man nehme den Boden in Besitz und streue Reis und Senfkörner aus, die mit dem Narasiṃha-[Mantra] zu Dämonenvertreibern [gemacht sind]; man besprenge [ihn] mit Pañcagavya.
Wort für Wort
bhūmeḥ parigraham
Inbesitznahme des Bodens
kṣipet
soll streuen
vrīhīn sarṣapān
Reis und Senfkörner
nārasiṃhena
mit dem Narasiṃha-[Mantra]
rakṣoghnān
Dämonen vertreibend
prokṣayet pañcagavyataḥ
soll mit Pañcagavya besprengen
prokṣoghnān ist eine Dittographie (Vermengung von rakṣoghnān und prokṣayet).
bhūmiṃ ghaṭe tu sampūjya saratne sāṅgakaṃ hariṃ / astramantreṇa karakaṃ tatra cāṣṭaśataṃ yajet //
Nachdem man die Erde in einem Krug verehrt hat und in dem mit Edelsteinen versehenen [Krug] Hari samt seinen Gliedern, verehre man dort mit dem Astra-Mantra den Wasserkrug (Karaka) hundertachtmal.
Mit ununterbrochenem Strahl besprengend, weihe man die Reiskörner und halte sie bereit; nachdem man den Krug rechtsherum umhergeführt hat, streue man [sie] darüber aus.
Auf das Kuśa-Gras [lege man] eine Matratze auf das Lager. In den Haupt- und Zwischenrichtungen verehre man die Vidyādhipas: Viṣṇu, den Madhu-Töter, Trivikrama,
nachdem man [sie] verehrt hat, bringe man danach im Nordosten, in der Badehalle mit vier Krügen und einem Altar, alle Substanzen herbei und lege sie nieder.
Wort für Wort
abhyarcya
verehrt habend
paścāt
danach
aiśānyām
im Nordosten
catuḥ-kumbhe sa-vedike
mit vier Krügen und Altar
sarva-dravyāṇi ānīya
alle Substanzen herbeigebracht habend
nikṣipet
soll niederlegen
snānamaṇḍaṣake ist verschrieben für snānamaṇḍapake.
Bei den Badekrügen lasse man jene Krüge in den vier Richtungen [über Nacht] geweiht stehen. Die Krüge sind sorgfältig zum Zweck der Salbung aufzustellen.
Erde, von den Hauern [und Hörnern] eines Ebers, eines Stiers und eines Elefantenkönigs aufgeworfen, und Erde von der Lotuswurzel und vom Kuśa-Gras lege man in einen weiteren.
tīrthaparvatamṛdbhiś ca yuktamapyapare nyaset / nāgakeśarapuṣpañca kāśmīramapare nyaset //
Auch einen [Krug], versehen mit Erde von heiligen Badeplätzen und Bergen, stelle man als weiteren hin; Nāgakesara-Blüte und Safran lege man in einen weiteren.
diese lege man zusammen hinein und stelle [den Krug] auf, o Bester der Götter. Mit Wasser von Flüssen, Strömen und Teichen stelle man einen weiteren hin.
Und in der Halle stelle man auf [einem Diagramm von] einundachtzig Feldern andere Krüge auf, gefüllt mit Duftwasser usw., und weihe sie mit dem Śrī-Sūkta.
pātraṃ nīrājanārthaṃ ca tathodvartanamānile / gandhapuṣpānvitaṃ pātramaiśānyāṃ pātrake nyaset //
ein Gefäß für die Lichterschwenkung; ebenso das Einreibemittel im Nordwesten; ein Gefäß mit Duftstoff und Blumen stelle man im Nordosten in eine Schale.