Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 286: gajacikitsā Die Heilbehandlung der Elefanten

Pālakāpya lehrt Lomapāda die Merkmale guter und untauglicher Elefanten und ihre Behandlung bei Fieber, Blähung, Ohnmacht, Kopf-, Fuß-, Hals- und Hautleiden, Würmern, Durchfall und Kolik, dazu Fütterung, Augensalben für den Kampf und Stallpflege. Die Sprecherangabe „pālakāpya uvāca“ steht in der Quelle im Kapitelkopf (Titelfeld: „gajacikitsā pālakāpya uvāca(1)“), der Titel ist aus dem Kolophon übernommen. Mehrere Verse (3, 4, 7, 27, 30) sind textlich unsicher.

gajalakṣma cikitsāñca lomapāda yadāmi te / dīrghahastā mahocchvāsāḥ prasastāste mahiṣṇavaḥ //

[Pālakāpya sprach:] Die Merkmale der Elefanten und ihre Heilbehandlung werde ich dir, Lomapāda, darlegen. Die mit langem Rüssel und mächtigem Atem sind gepriesen; sie sind kraftvoll.

Wort für Wort
gaja-lakṣma
Merkmale der Elefanten
cikitsām
Heilbehandlung
vadāmi te
ich lege dir dar
dīrgha-hastāḥ
mit langem Rüssel
mahā-ucchvāsāḥ praśastāḥ
mit mächtigem Atem, gepriesen

Die Sprecherangabe pālakāpya uvāca steht in der Quelle im Kapitelkopf, nicht im Vers; yadāmi für vadāmi; mahiṣṇavaḥ unsicher (evtl. „kraftvoll“ oder verderbt).

viṃśatyaṣṭādaśanakhāḥ śītakālamadāś ca ye / dakṣiṇañconnatandantaṃ vṛṃhitaṃ jaladopamaṃ //

Die zwanzig oder achtzehn Zehennägel haben und die in der kalten Jahreszeit brünstig sind; [bei denen] der rechte Stoßzahn erhoben ist, deren Trompeten der Regenwolke gleicht,

Wort für Wort
viṃśati-aṣṭādaśa-nakhāḥ
mit zwanzig oder achtzehn Nägeln
śīta-kāla-madāḥ
in der kalten Zeit brünstig
dakṣiṇam unnatam dantam
der rechte Zahn erhoben
bṛṃhitam
Trompeten
jalada-upamam
einer Regenwolke gleich

karṇaur ca vipūlau yeṣāṃ sūkṣmavindvanvitatvacau / te dhāryā na tathā dhāryā vāmanā ye ca saṅkuśāḥ //

deren Ohren breit sind und deren Haut mit feinen Punkten versehen ist – diese sind zu halten; nicht so zu halten sind die Zwergwüchsigen und die Gedrungenen [?],

Wort für Wort
karṇau vipulau
breite Ohren
sūkṣma-bindu-anvita-tvacau
mit fein gepunkteter Haut
te dhāryāḥ
diese sind zu halten
na tathā dhāryāḥ
nicht so zu halten
vāmanāḥ
die Zwergwüchsigen

karṇaur für karṇau; saṅkuśāḥ unsicher (evtl. saṅkucita „zusammengezogen“).

hastinyaḥ pārśvagarbhiṇyo ca mūḍhā mataṅgajāḥ / varṇaṃ satvaṃ balaṃ rūpaṃ kāntiḥ saṃhananañjavaḥ //

die Elefantenkühe, die seitlich trächtig sind [?], und die stumpfsinnigen Elefanten. Farbe, Wesensstärke (Sattva), Kraft, Gestalt, Glanz, fester Körperbau und Schnelligkeit –

Wort für Wort
hastinyaḥ
Elefantenkühe
pārśva-garbhiṇyaḥ
seitlich trächtig [?]
mūḍhāḥ mataṅgajāḥ
stumpfsinnige Elefanten
varṇam sattvam balam rūpam
Farbe, Wesen, Kraft, Gestalt
kāntiḥ saṃhananam javaḥ
Glanz, Körperbau, Schnelligkeit

pārśvagarbhiṇyaḥ unsicher.

saptasthito gajaścedṛk saṅgrāmerīñjayetsa ca / kuñjarāḥ paramā śobhā śivirasya balasya ca //

ein Elefant, der in diesen sieben [Eigenschaften] fest steht, wird in der Schlacht die Feinde besiegen. Elefanten sind die höchste Zierde des Lagers und des Heeres.

Wort für Wort
sapta-sthitaḥ gajaḥ
ein in den sieben [Eigenschaften] feststehender Elefant
saṅgrāme arīn jayet
besiegt in der Schlacht die Feinde
kuñjarāḥ
Elefanten
paramā śobhā
höchste Zierde
śibirasya balasya ca
des Lagers und des Heeres

saṅgrāmerīñjayet für saṅgrāme 'rīñ jayet; śivira für śibira.

āyattaṃ kuñjaraiś caiva vijayaṃ pṛthivīkṣitāṃ / pākaleṣu ca sarveṣu kartavyamanuvāsanaṃ //

Von den Elefanten hängt der Sieg der Könige ab. Bei allen Pākala-[Fiebern] ist ein Öleinlauf (Anuvāsana) vorzunehmen,

Wort für Wort
āyattam kuñjaraiḥ
von Elefanten abhängig
vijayam pṛthivī-kṣitām
der Sieg der Erdherrscher
pākaleṣu sarveṣu
bei allen Pākala-Fiebern
kartavyam
ist vorzunehmen
anuvāsanam
Öleinlauf

pākala: Fieberkrankheit der Elefanten.

ghṛtatailaparīpākaṃ sthānaṃ vātavivarjitaṃ / skandheṣu ca kriyā karyā tathā pālakavannṛpāḥ //

[ferner] Einreibung mit gekochtem Ghee und Öl und ein windgeschützter Stall; und bei Schulter[leiden] ist die Behandlung so vorzunehmen, wie ein Hüter [es tut], o Könige [?].

Wort für Wort
ghṛta-taila-paripākam
gekochtes Ghee und Öl
sthānam vāta-vivarjitam
windgeschützter Stand
skandheṣu
an den Schultern
kriyā kāryā
Behandlung ist vorzunehmen
pālakavat
wie ein Hüter

pālakavan nṛpāḥ unklar.

gomūtraṃ pāṇḍurogeṣu rajanībhyāṃ ghṛtandvija / ānāhe tailasiktasya niṣekastasya śasyate //

Kuhharn bei Bleichsucht-Krankheiten, Ghee mit den zwei Rajanī (Gelbwurzarten), o Zweimalgeborener; bei Blähung (Ānāha) wird für den mit Öl Begossenen ein Übergießen empfohlen.

Wort für Wort
go-mūtram pāṇḍu-rogeṣu
Kuhharn bei Bleichsucht
rajanībhyām ghṛtam
Ghee mit den zwei Gelbwurzarten
ānāhe
bei Blähung
taila-siktasya
des mit Öl Begossenen
niṣekaḥ śasyate
Übergießung wird empfohlen

Die Anrede dvija passt nicht zu Lomapāda; evtl. Überlieferungsrest.

lavaṇaiḥ pañcabhirmaśrā pratipānāya vāruṇī / viḍaṅgatriphalāvyoṣasaindhavaiḥ kavalān kṛtān //

Mit den fünf Salzen vermischt [dient] Vāruṇī (Branntwein) als Trank; Bissen, aus Viḍaṅga, Triphalā, Vyoṣa und Saindhava gemacht,

Wort für Wort
lavaṇaiḥ pañcabhiḥ miśrā
mit den fünf Salzen gemischt
pratipānāya
als Getränk
vāruṇī
Branntwein
viḍaṅga-triphalā-vyoṣa-saindhavaiḥ
mit Viḍaṅga, drei Früchten, drei Scharfen, Steinsalz
kavalān kṛtān
gemachte Bissen

maśrā für miśrā.

mūrchāsu bhojayennāgaṃ kṣaudrantoyañca pāyayet / agyaṅgaḥ śirasaḥ śūle nasyañcaiva praśasyate //

gebe man dem Elefanten bei Ohnmachten zu fressen und lasse ihn Honigwasser trinken. Bei Kopfschmerz werden Einreibung des Kopfes und Nasenbehandlung empfohlen.

Wort für Wort
mūrchāsu
bei Ohnmachten
bhojayet nāgam
man füttere den Elefanten
kṣaudram toyam ca pāyayet
lasse Honig und Wasser trinken
abhyaṅgaḥ śirasaḥ
Einreibung des Kopfes
nasyam praśasyate
Nasenbehandlung wird empfohlen

agyaṅga für abhyaṅga.

nāgānāṃ snehapuṭakaḥ pādarogānupakramet / paścāt kalkakaṣāyeṇa śodhanañca vidhīyate //

Mit Ölumschlägen (Snehapuṭaka) behandle man die Fußkrankheiten der Elefanten; danach wird Reinigung mit Paste und Absud vorgeschrieben.

Wort für Wort
nāgānām
der Elefanten
sneha-puṭakaḥ
Ölumschlag
pāda-rogān upakramet
behandle man die Fußleiden
kalka-kaṣāyeṇa
mit Paste und Absud
śodhanam vidhīyate
Reinigung wird vorgeschrieben

śikhitittirilāvānāṃ pippalīmaricānvitaiḥ / rasaiḥ sambhojayennagaṃ vepathuryasya jāyate //

Mit Fleischbrühen von Pfau, Rebhuhn und Wachtel, versehen mit Pippalī und Pfeffer, füttere man den Elefanten, bei dem Zittern auftritt.

Wort für Wort
śikhi-tittiri-lāvānām
von Pfau, Rebhuhn, Wachtel
pippalī-marica-anvitaiḥ
mit langem und schwarzem Pfeffer
rasaiḥ sambhojayet
mit Brühen füttere man
vepathuḥ
Zittern
yasya jāyate
bei dem entsteht

nagam für nāgam.

bālabilvaṃ tathā lodhraṃ dhātakī sitayā saha / atīsāravināśāya piṇḍīṃ bhuñjīta kuñjaraḥ //

Unreife Bilva-[Früchte], ebenso Lodhra und Dhātakī mit Zucker: zur Vernichtung des Durchfalls fresse der Elefant [davon] einen Kloß.

Wort für Wort
bāla-bilvam
unreife Bilva-Frucht
dhātakī sitayā saha
Dhātakī mit Zucker
atīsāra-vināśāya
zur Vernichtung des Durchfalls
piṇḍīm
einen Kloß
bhuñjīta kuñjaraḥ
fresse der Elefant

nasyaṃ karagrahe deyaṃ ghṛtaṃ layaṇasaṃyutam / māgadhīnāgarājājīyavāgūrmustasādhitā //

Bei Rüssellähmung (Karagraha) ist ein Nasenmittel zu geben: Ghee mit Salz. Ein Reisschleim, bereitet mit Māgadhī (Pippalī), Nāgara, Ajājī und Musta,

Wort für Wort
nasyam kara-grahe deyam
Nasenmittel bei Rüssellähmung zu geben
ghṛtam lavaṇa-saṃyutam
Ghee mit Salz
māgadhī-nāgara-ajājī
langer Pfeffer, Ingwer, Kreuzkümmel
yavāgūḥ
Reisschleim
musta-sādhitā
mit Mustā bereitet

layaṇa für lavaṇa.

utkarṇake tu dātavyā vārāhañca tathā rasam / daśamūlakulatthāmlakākamācīvipācitam //

ist bei Utkarṇaka (Ohrenleiden) zu geben, und ebenso Eberfleischbrühe. Öl, gekocht mit Daśamūla, Kulattha, Sauerem [?] und Kākamācī,

Wort für Wort
utkarṇake
bei Utkarṇaka
dātavyā
ist zu geben
vārāham rasam
Eberfleischbrühe
daśamūla-kulattha-amla
Daśamūla, Pferdebohne, Saures
kākamācī-vipācitam
mit Kākamācī gekocht

utkarṇaka wohl eine Ohrenkrankheit; amla evtl. Name einer sauren Frucht.

tailamūṣaṇasaṃyuktaṃ galagrahagadāpaham / aṣṭabhirlavaṇaiḥ piṣṭhaiḥ prasannāḥ pāyayedghṛtam //

mit Ūṣaṇa (Pfeffer) versehen, beseitigt die Krankheit der Halsstarre (Galagraha). Mit acht zerriebenen Salzen lasse man Prasannā (klares Bier) [und] Ghee trinken

Wort für Wort
tailam ūṣaṇa-saṃyuktam
Öl mit Pfeffer
gala-graha-gada-apaham
Halsstarre beseitigend
aṣṭabhiḥ lavaṇaiḥ piṣṭaiḥ
mit acht zerriebenen Salzen
prasannāḥ
klares Bier
pāyayet ghṛtam
lasse Ghee trinken

piṣṭhaiḥ für piṣṭaiḥ.

mūtrabhaṅge 'tha vā vījaṃ kvathitaṃ trapūṣasya ca / tvagdoṣeṣu pivennimbaṃ vṛṣaṃ vā kvathitaṃ dvipaḥ //

bei Harnverhaltung, oder abgekochte Samen der Trapuṣa (Gurke). Bei Hautfehlern trinke der Elefant abgekochten Nimba oder Vṛṣa.

Wort für Wort
mūtra-bhaṅge
bei Harnverhaltung
bījam kvathitam trapuṣasya
abgekochte Gurkensamen
tvag-doṣeṣu
bei Hautfehlern
nimbam vṛṣam vā kvathitam
abgekochten Nimba oder Vāsā
dvipaḥ
der Elefant (Zweimaltrinker)

gavāṃ mūtraṃ viḍaṅgāni kṛmikoṣṭheṣu śasyate / śṛṅgaverakaṇādrākṣāśarkarābhiḥ śṛtaṃ payaḥ //

Kuhharn und Viḍaṅga werden bei Würmern im Leib empfohlen. Milch, gekocht mit Ingwer, Kaṇā, Weintrauben und Zucker,

Wort für Wort
gavām mūtram viḍaṅgāni
Kuhharn und Viḍaṅga
kṛmi-koṣṭheṣu
bei Würmern im Leib
śasyate
wird empfohlen
śṛṅgavera-kaṇā-drākṣā-śarkarābhiḥ
mit Ingwer, langem Pfeffer, Trauben, Zucker
śṛtam payaḥ
gekochte Milch

kṣatakṣayakaraṃ pānaṃ tathā māṃsarasaḥ śubhaḥ / mudgodanaṃ vyoṣayutamarucau tu praśasyate //

ist ein Trank, der Verletzung und Auszehrung [heilt]; ebenso ist Fleischbrühe heilsam. Mungbohnen-Reis mit Vyoṣa wird bei Appetitlosigkeit empfohlen.

Wort für Wort
kṣata-kṣaya
Verletzung und Auszehrung
pānam
Trank
māṃsa-rasaḥ śubhaḥ
Fleischbrühe ist heilsam
mudga-odanam vyoṣa-yutam
Mungbohnen-Reis mit den drei Scharfen
arucau
bei Appetitlosigkeit

kṣatakṣayakaram wörtlich „Verletzung und Auszehrung bewirkend“, sinngemäß wohl -haram.

trivṛdvyoṣāgnidantyarkaśyāmākṣīrebhapippalī / etair gulmaharaḥ snehaḥ kṛtaś caiva tathāparaḥ //

Trivṛt, Vyoṣa, Agni (Citraka), Dantī, Arka, Śyāmā, Kṣīrā [?] und Ibhapippalī (Gajapippalī): ein damit bereitetes Fett beseitigt Gulma; ebenso ein anderes.

Wort für Wort
trivṛt-vyoṣa-agni-dantī
Trivṛt, drei Scharfe, Citraka, Dantī
arka-śyāmā
Arka, Śyāmā
ibha-pippalī
Elefantenpfeffer
gulma-haraḥ snehaḥ
Gulma beseitigendes Fett
tathā aparaḥ
ebenso ein anderes

kṣīrā unsicher (evtl. Kṣīriṇī).

bhedanadrāvaṇābhyaṅgasnehapānānuvāsanaiḥ / sarvāneva samutpannan vidravān samupāharet //

Durch Abführen, Verflüssigen, Einreiben, Öltrinken und Öleinlauf behandle man alle entstandenen Abszesse (Vidrava).

Wort für Wort
bhedana-drāvaṇa
Abführen, Verflüssigen
abhyaṅga-sneha-pāna
Einreiben, Öltrinken
anuvāsanaiḥ
mit Öleinläufen
samutpannān vidravān
die entstandenen Abszesse
samupāharet
man behandle

vidrava wohl für vidradhi.

yaṣṭikaṃ mudgasūpena śāradena tathā pivet / bālabilvais tathā lepaḥ phaṭurogeṣu śasyate //

Ṣaṣṭika-Reis mit herbstlicher Mungbohnensuppe gebe man [ihm]; ebenso ist eine Salbe mit unreifen Bilva-Früchten bei Phaṭu-Krankheiten [?] empfohlen.

Wort für Wort
ṣaṣṭikam
Sechzig-Tage-Reis
mudga-sūpena śāradena
mit herbstlicher Mungbohnensuppe
bāla-bilvaiḥ lepaḥ
Salbe mit unreifen Bilva
phaṭu-rogeṣu
bei Phaṭu-Leiden
śasyate
wird empfohlen

yaṣṭika für ṣaṣṭika; phaṭu unklar (evtl. sphoṭa „Pusteln“).

viḍaṅgendrayavau hiṅgu saralaṃ rajanīdvayam / pūrvāhṇe pāyayet piṇḍān sarvaśūlopaśāntaye //

Viḍaṅga, Indrayava, Hiṅgu, Sarala und die zwei Rajanī – [daraus] gebe man am Vormittag Klöße zur Beruhigung aller Koliken.

Wort für Wort
viḍaṅga-indrayavau
Viḍaṅga und Indrayava
saralam
Sarala-Kiefer
rajanī-dvayam
die zwei Gelbwurzarten
pūrvāhṇe pāyayet piṇḍān
am Vormittag gebe man Klöße
sarva-śūla-upaśāntaye
zur Beruhigung aller Koliken

pradhānabhojane teṣāṃ yaṣṭikavrīhiśālayaḥ / madhyamau yavagodhūmau śeṣā dantini cādhamāḥ //

Als Hauptnahrung für sie [gelten] Ṣaṣṭika-, Vrīhi- und Śāli-Reis; mittelmäßig sind Gerste und Weizen; die übrigen sind für den Elefanten die geringsten.

Wort für Wort
pradhāna-bhojane
als Hauptnahrung
ṣaṣṭika-vrīhi-śālayaḥ
Ṣaṣṭika-, Vrīhi-, Śāli-Reis
madhyamau yava-godhūmau
mittelmäßig Gerste und Weizen
śeṣāḥ
die übrigen
dantini adhamāḥ
für den Elefanten die geringsten

yavaś caiva tathaivekṣurnāgānāṃ balavardhanaḥ / nāgānāṃ yavasaṃ śuṣkaṃ tathā dhātuprakopaṇaṃ //

Gerste und ebenso Zuckerrohr mehren die Kraft der Elefanten; trockenes Futtergras aber reizt die Körpergrundstoffe (Dhātu) der Elefanten.

Wort für Wort
yavaḥ ikṣuḥ
Gerste, Zuckerrohr
bala-vardhanaḥ
kraftmehrend
yavasam śuṣkam
trockenes Futtergras
dhātu-prakopaṇam
die Körpergrundstoffe reizend
nāgānām
der Elefanten

madakṣiṇasya nāgasya payaḥpānaṃ praśasyate / dīpanīyais tathā dravyaiḥ śṛto māṃsarasaḥ śubhaḥ //

Für den durch die Brunst geschwächten Elefanten wird Milchtrinken empfohlen; ebenso ist mit verdauungsanregenden Stoffen gekochte Fleischbrühe heilsam.

Wort für Wort
mada-kṣīṇasya nāgasya
des durch Brunst geschwächten Elefanten
payaḥ-pānam
Milchtrinken
dīpanīyaiḥ dravyaiḥ
mit verdauungsanregenden Stoffen
śṛtaḥ māṃsa-rasaḥ
gekochte Fleischbrühe
śubhaḥ
heilsam

madakṣiṇasya wohl für madakṣīṇasya.

vāyasaḥ kukkuraścobhau kākolūkakulo hariḥ / bhavet kṣaudreṇa saṃyuktaḥ piṇḍo yuddhe mahāpadi //

Krähe und Hund, beide, [Tiere] aus dem Geschlecht von Krähe und Eule [?], Hari [?] – [ihr Fleisch] mit Honig vermischt sei ein Kloß [für den Elefanten] in der Schlacht, in großer Not.

Wort für Wort
vāyasaḥ kukkuraḥ
Krähe, Hund
kāka-ulūka-kulaḥ
aus dem Geschlecht von Krähe und Eule
kṣaudreṇa saṃyuktaḥ
mit Honig vermischt
piṇḍaḥ
Kloß
yuddhe mahā-āpadi
in der Schlacht, in großer Not

Vers stark unklar; hari kann Affe, Löwe, Pferd u. a. bezeichnen.

kaṭumatsyaviḍaṅgāni kṣāraḥ koṣātakī payaḥ / haridrā ceti dhūpoyaṃ kuñjarasya jayāvahaḥ //

Scharfer Fisch [?], Viḍaṅga, Alkali, Koṣātakī, Milch und Gelbwurz – diese Räucherung bringt dem Elefanten den Sieg.

Wort für Wort
kaṭu-matsya
scharfer Fisch [?]
kṣāraḥ koṣātakī
Alkali, Koṣātakī
haridrā
Gelbwurz
dhūpaḥ ayam
diese Räucherung
kuñjarasya jaya-āvahaḥ
dem Elefanten Sieg bringend

kaṭumatsya unsicher.

pippalītaṇḍulāstailaṃ mādhvīkaṃ mākṣikam tathā / netrayoḥ pariṣekoyaṃ dīpanīyaḥ praśasyate //

Pippalī, Reiskörner, Öl, Mādhvīka (Blütenwein) und ebenso Honig: diese Begießung der Augen wird als anregend empfohlen.

Wort für Wort
pippalī-taṇḍulāḥ tailam
langer Pfeffer, Reiskörner, Öl
mādhvīkam mākṣikam
Blütenwein, Honig
netrayoḥ pariṣekaḥ
Begießung der Augen
dīpanīyaḥ
anregend
praśasyate
wird empfohlen

pūrīṣañcaṭakāyāś ca tathā pārāvatasya ca / kṣīravṛkṣakarīṣāś ca prasannayeṣṭamañjanaṃ //

Kot des Sperlings und ebenso der Taube, und Trockendung [?] von Milchsaftbäumen, mit Prasannā – [das ist] die erwünschte Augensalbe.

Wort für Wort
purīṣam caṭakāyāḥ
Sperlingskot
pārāvatasya
der Taube
kṣīra-vṛkṣa
Milchsaftbäume
prasannayā
mit klarem Bier
iṣṭam añjanam
erwünschte Augensalbe

pūrīṣa für purīṣa; kṣīravṛkṣakarīṣāḥ unsicher.

anenāñjitanetrastu karoti kadanaṃ raṇe / utpalāni ca nīlāni sustantagarameva ca //

Mit so gesalbten Augen richtet [der Elefant] in der Schlacht ein Gemetzel an. Blaue Lotusse und gutes Tagara,

Wort für Wort
anena añjita-netraḥ
mit so gesalbten Augen
karoti kadanam raṇe
richtet in der Schlacht ein Gemetzel an
utpalāni nīlāni
blaue Lotusse
su-tagaram
gutes Tagara
eva ca
und

sustantagaram für sutagaram.

taṇḍulodakapiṣṭāni netranirvāpanaṃ param / nakhavṛddhau nakhacchedastailasekaś ca māsyapi //

mit Reiswasser zerrieben, [sind] die beste Kühlung der Augen. Bei Wachstum der Nägel [ist] Nägelschneiden und Übergießen mit Öl auch jeden Monat [vorzunehmen].

Wort für Wort
taṇḍula-udaka-piṣṭāni
mit Reiswasser zerrieben
netra-nirvāpaṇam param
beste Augenkühlung
nakha-vṛddhau
bei Nagelwachstum
nakha-chedaḥ
Nägelschneiden
taila-sekaḥ māsi api
Ölbegießung auch monatlich

māsyapi als māsi api gelesen.

śayyāsthānaṃ bhaveccāsya karīṣaiḥ pāṃśubhis tathā / śarannidāghayoḥ sekaḥ sarpiṣā ca tatheṣyate //

Sein Lagerplatz sei [bereitet] mit trockenem Dung und mit Staub; im Herbst und im Sommer wird ebenso ein Begießen mit Ghee gewünscht.

Wort für Wort
śayyā-sthānam
Lagerplatz
bhavet ca asya
sei für ihn
karīṣaiḥ pāṃśubhiḥ
mit trockenem Dung und Staub
śarat-nidāghayoḥ
im Herbst und Sommer
sekaḥ sarpiṣā
Begießen mit Ghee

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