Kapitel 290: gajaśāntiḥ
Der Befriedungsritus für die Elefanten
Śālihotra beschreibt den Befriedungsritus für Elefanten: die Verehrung Viṣṇus, Śrīs, Airāvatas, der Götter und der acht Weltelefanten am fünften Mondtag sowie den anlassbedingten Ritus zu Beginn des Makara mit einem großen Lotosdiagramm. Es folgen die Weihe des königlichen Glückselefanten (śrīgaja) mit einem ins Ohr gesprochenen Spruch sowie die Verehrung und Übergabe der Kesseltrommel. In Vers 4 werden nur sieben der „acht“ Elefanten genannt; Vers 14 ist teilweise verderbt, Vers 24 hat drei Halbverse.
Śālihotra sprach: Den Befriedungsritus für die Elefanten, der die Elefantenkrankheiten zerschlägt, werde ich verkünden. Am fünften [Mondtag] soll er Viṣṇu, Śrī und den Elefanten Airāvata verehren,
Wort für Wort
gaja-śāntim pravakṣyāmi
den Befriedungsritus für Elefanten werde ich verkünden
Die mit Befriedungswasser besprengten Elefanten [gedeihen] zum Wachstum. Höre den anlassbedingten [Ritus]: Für die Elefanten zu Beginn des Makara, im Nordosten außerhalb der Stadt,
soll er auf dem Opferplatz in einem Lotos[-diagramm] in der Mitte Viṣṇu und auf den Staubfäden Lakṣmī verehren, [ferner] Brahmā, Bhāskara, die Erde, Skanda und Ananta,
Dreizack und Lotos; außerhalb des Kreises [?] auf dem Rad Sūrya und die Aśvins, die acht Vasus und ebenso die Sādhyas auf dem südlichen und dem südwestlichen Blütenblatt,
die Götter Aṅgiras', die Aśvins [?], die Bhṛgus und die Maruts im Nordwesten, ebenso die Viśvedevas im Norden [?], die Rudras im Nordosten des Kreisdiagramms.
Wort für Wort
devān aṅgirasaḥ
die Götter Aṅgiras'
bhṛgavaḥ marutaḥ anile
die Bhṛgus, die Maruts im Nordwesten
viśvedevān
die Viśvedevas
rudrāḥ aiśe
die Rudras im Nordosten
maṇḍale
im Kreisdiagramm
cāśvi unklar; dakṣe (sonst „Süden“) passt nicht zur Reihenfolge, wohl für uttare; śaidre für aiśe.
die großen Elemente soll er in den Ecken, beginnend mit dem Nordosten, verehren. Lotos, Rad, Keule, Muschel [sind darzustellen]; das Kreisdiagramm ist viereckig,
im Osten usw.; und mit Heilkräutern [gefüllt] ein Gefäß für jede Gottheit gesondert; gesondert je hundert Opfergaben mit Butterschmalz; nachdem er die Elefanten verehrt hat, [umschreite er] rechts herum
den Elefanten, das Feuer, die Gottheiten usw.; mit den Äußeren [?] gingen sie in ihr eigenes Haus. Den Zweimalgeborenen soll er Opferlohn geben, ebenso dem [Elefanten-]Arzt usw.
Wort für Wort
nāgam vahnim devatā-ādīn
den Elefanten, das Feuer, die Gottheiten usw.
jagmuḥ svakam gṛham
sie gingen in ihr Haus
dvijebhyaḥ dakṣiṇām dadyāt
den Zweimalgeborenen gebe er Opferlohn
haya-vaidya-ādikaḥ
dem Arzt usw.
vāhyair jagmuḥ svakaṃ gṛham verderbt; dikṣiṇāṃ für dakṣiṇāṃ; hayavaidya („Pferdearzt“) steht wohl für den Tierarzt allgemein.
Auf einer Elefantenkuh reitend, soll der Zeitkundige [dem Elefanten] ins Ohr sprechen. Nachdem er für den Elefantenkönig den Befriedungsritus vollzogen hat, soll er diesem [folgenden] Spruch zumurmeln:
„Vom König bist du zum Glückselefanten (śrīgaja) gemacht worden; du bist der Anführer seiner Elefanten. Der Herrscher, der Gebieter, wird dich mit Kränzen und bestem Futter verehren.
Lass den Tierzustand fahren und gedenke deines göttlichen Zustands! Einst, im Kampf zwischen Göttern und Asuras, wurde von den Dreißig [Göttern] ein Glückselefant eingesetzt:
Nachdem er ihn so geweiht hat, soll der König ihn zu glückverheißender [Stunde] besteigen; ihm sollen die neuen [?] guten Elefanten mit Bewaffneten folgen.
Wort für Wort
iti evam abhiṣicya enam
ihn so geweiht habend
āroheta śubhe nṛpaḥ
der König besteige [ihn] zur glückverheißenden Zeit
In den Ställen soll er auf dem Opferplatz in einem Lotos[-diagramm] die Hüter der Richtungen usw. außen verehren; auf den Staubfäden Bala, Nāga, die Erde und Sarasvatī,
in der Mitte die Kesseltrommel (ḍiṇḍima), die er mit Duftstoffen, Kränzen und Salben verehrt; nach dem Opfer ist ein mit Säften gefüllter Krug einem Zweimalgeborenen zu geben.
Er soll den Aufseher der Elefanten, den Elefantenführer und den Rechenkundigen [Astrologen] ehren. Dem Elefantenaufseher soll er jene Trommel geben, und dieser soll sie schlagen; mit glückverheißenden, tiefen Klängen soll er, auf dem Hinterteil [des Elefanten] sitzend, [sie] erklingen lassen.
Wort für Wort
gaja-adhyakṣam hastipam
den Elefantenaufseher, den Elefantenführer
gaṇita-jñam pūjayet
er ehre den Rechenkundigen
ḍiṇḍimam saḥ api vādayet
auch er soll die Trommel schlagen
śubha-gambhīra-śabdaiḥ
mit glückverheißenden, tiefen Klängen
jaghana-sthaḥ
auf dem Hinterteil sitzend
Vers mit drei Halbversen; hastipañca für hastipañca = hastipaṃ ca.