Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 59: adhivāsanakathanam Darlegung der Einwohnung (Adhivāsana)

Das Adhivāsana, das Herbeiführen der Gegenwart Haris im Bild, wird beschrieben: zunächst die meditative Auflösung der Elemente und Prinzipien bis in Vāsudeva und die erneute Emanation über Saṅkarṣaṇa, Pradyumna, Aniruddha und Brahmā bis zum groben Körper. Es folgen die Auflegung (Nyāsa) der Konsonanten als Tattvas auf die Körperteile, die fünf Upaniṣad-Mantras, der Grund-Mantra mit den zwölf Namen von Keśava bis Dāmodara, die Radmeditation sowie Feuerbereitung, Opfer, Aufstellung der vier Flusskrüge und die nächtliche Wache. Mehrere Stellen sind verderbt (z.B. abhyaṣṭa V. 6, die Doppelungen V. 49-51); V. 57 hat drei Halbverse.

bhagavānuvāca | hareḥ sānnidhyakaraṇamadhivāsanamucyate / sarvajñaṃ sarvagaṃ dhyātvā ātmānaṃ puruṣottamaṃ //

Der Erhabene sprach: Das Herbeiführen der Gegenwart Haris heißt Adhivāsana (Einwohnung). Nachdem man das Selbst als allwissend, allgegenwärtig, als höchsten Puruṣa meditiert hat,

Wort für Wort
hareḥ sānnidhya-karaṇam
das Herbeiführen der Gegenwart Haris
adhivāsanam ucyate
heißt Adhivāsana
sarvajñam sarvagam
allwissend, allgegenwärtig
dhyātvā ātmānam
das Selbst meditiert habend
puruṣa-uttamam
den höchsten Puruṣa

oṃkāreṇa samāyojya cicchaktimabhimāninīṃ / niḥsāryātmaikatāṃ kṛtvā svasmin sarvagate vibhau //

die sich [mit dem Körper] identifizierende Geistkraft mit dem Oṃ-Laut verbunden, [sie] herausgezogen und die Einheit mit dem Selbst hergestellt hat, in sich selbst, dem allgegenwärtigen Mächtigen,

Wort für Wort
oṃkāreṇa samāyojya
mit dem Oṃ-Laut verbunden habend
cit-śaktim
die Geistkraft
abhimāninīm
die sich [mit dem Körper] identifizierende
niḥsārya
herausgezogen habend
ātma-ekatām kṛtvā
die Einheit mit dem Selbst hergestellt habend
sarva-gate vibhau
im allgegenwärtigen Mächtigen

yojayenmarutāṃ pṛthvīṃ vahnivījena dīpayet / saṃharedvāyunā cāgniṃ vāyumākāśato nayet //

führe man die Erde [in das Wasser] über [?], mit der Keimsilbe des Feuers bringe man [es] zum Brennen; mit dem Wind ziehe man das Feuer ein, und den Wind führe man in den Raum.

Wort für Wort
yojayet pṛthvīm
soll die Erde verbinden/überführen
vahni-bījena
mit der Keimsilbe des Feuers
dīpayet
soll entflammen
saṃharet vāyunā agnim
soll mit dem Wind das Feuer einziehen
vāyum ākāśataḥ nayet
soll den Wind in den Raum führen

marutāṃ ist in diesem Auflösungsschema (Erde - Wasser - Feuer - Wind - Raum) unpassend; vielleicht für amṛte/apsu (ins Wasser) verderbt.

adhibhūtādidevaistu sādhyākhyair vibhavaiḥ saha / tanmātrapātrakān kṛtvā saṃharettat kramād budhaḥ //

Zusammen mit den Adhibhūta- usw. Gottheiten und den Sādhya genannten Mächten führe der Weise [die Elemente] auf die Tanmātras zurück und ziehe sie so der Reihe nach ein.

Wort für Wort
adhibhūta-ādi-devaiḥ
mit den Gottheiten Adhibhūta usw.
sādhya-ākhyaiḥ vibhavaiḥ
mit den Sādhya genannten Mächten
tanmātra-pātrakān kṛtvā
zu Gefäßen der Tanmātras gemacht habend
saṃharet
soll einziehen
kramāt budhaḥ
der Weise der Reihe nach

tanmātrapātrakān kṛtvā wörtlich 'zu Tanmātra-Gefäßen machend'; Deutung als Rückführung auf die Subtilelemente.

ākāśaṃ manasāhatya manohaṅkaraṇe kuru / ahaṅkārañca mahati tañcāpyavyākṛte nayet //

Den Raum ziehe mit dem Denken (Manas) ein, das Denken [führe] in den Ichmacher, den Ichmacher in das Große (Mahat), und dieses führe in das Unentfaltete.

Wort für Wort
ākāśam manasā āhatya
den Raum mit dem Denken eingezogen habend
manaḥ ahaṅkaraṇe
das Denken in den Ichmacher
ahaṅkāram mahati
den Ichmacher in das Große
avyākṛte nayet
soll in das Unentfaltete führen

avyākṛtaṃ jñānarūpe vāsudevaḥ sa īritaḥ / sa tāmavyākṛtiṃ māyāmabhyaṣṭa sisṛkṣayā //

Das Unentfaltete [führe man] in die Gestalt des Wissens: diese heißt Vāsudeva. Er blickte mit Schöpfungswillen auf jene unentfaltete Māyā [?].

Wort für Wort
avyākṛtam
das Unentfaltete
jñāna-rūpe
in die Gestalt des Wissens
vāsudevaḥ saḥ īritaḥ
dieser heißt Vāsudeva
avyākṛtim māyām
die unentfaltete Māyā
sisṛkṣayā
mit Schöpfungswillen

abhyaṣṭa ist verderbt; vermutlich abhyaikṣata (erblickte) zu lesen.

saṅkarṣaṇaṃ saṃ śabdātmā sparśākhyamasṛjat prabhuḥ / kṣobhya māyāṃ sa pradyumnaṃ tejorūpaṃ sa cāsṛjat //

Der Herr, dessen Wesen der Ton ist, schuf Saṅkarṣaṇa, der 'Berührung' heißt; die Māyā erregend, schuf er Pradyumna, dessen Gestalt das Licht ist,

Wort für Wort
saṅkarṣaṇam
Saṅkarṣaṇa
śabda-ātmā
dessen Wesen der Ton ist
sparśa-ākhyam
'Berührung' genannt
asṛjat prabhuḥ
der Herr schuf
kṣobhya māyām
die Māyā erregt habend
tejo-rūpam
von der Gestalt des Lichtes

saṃ vor śabdātmā wohl für sa.

aniruddhaṃ rasamātraṃ brahmāṇaṃ gandharūpakaṃ / aniruddhaḥ sa ca brahmā apa ādau sasarja ha //

[ferner] Aniruddha, der bloßer Geschmack ist, [und] Brahmā von der Gestalt des Geruchs. Und dieser Aniruddha, [als] Brahmā, schuf am Anfang die Wasser.

Wort für Wort
aniruddham
Aniruddha
rasa-mātram
bloßer Geschmack
brahmāṇam gandha-rūpakam
Brahmā von der Gestalt des Geruchs
apaḥ ādau
die Wasser am Anfang
sasarja ha
schuf fürwahr

tasmin hiraṇmayañcāṇḍaṃ so 'sṛjat pañcabhūtavat / tasmin saṅkrāmite jīve śaktirātmopasaṃhṛtā //

In diese hinein schuf er ein goldenes Ei, aus den fünf Elementen bestehend. Als die Seele (Jīva) in dieses eingegangen war, wurde die Kraft vom Selbst eingezogen [?].

Wort für Wort
tasmin
in dieses
hiraṇmayam aṇḍam
ein goldenes Ei
pañca-bhūtavat
aus den fünf Elementen bestehend
saṅkrāmite jīve
als die Seele eingegangen war
śaktiḥ ātma-upasaṃhṛtā
die Kraft vom Selbst eingezogen

Zweiter Halbvers in der Aussage unsicher.

prāṇo jīvena saṃyukto vṛttimāniti śabdyate / jīvovyāhṛtisañjñastu prāṇeṣvādhyātmikaḥ smṛtaḥ //

Der Lebenshauch, mit dem Jīva verbunden, wird 'mit Tätigkeit versehen' genannt. Der Jīva aber, 'Vyāhṛti' genannt, gilt in den Lebenshauchen als der das Selbst betreffende.

Wort für Wort
prāṇaḥ jīvena saṃyuktaḥ
der Lebenshauch mit dem Jīva verbunden
vṛttimān
mit Tätigkeit versehen
śabdyate
wird genannt
vyāhṛti-saṃjñaḥ
'Vyāhṛti' genannt
ādhyātmikaḥ
das Selbst betreffend

prāṇair yuktā tato buddhiḥ sañjātā cāṣṭamūrtikī / ahaṅkārastato jajñe manastasmādajāyata //

Mit den Lebenshauchen verbunden entstand darauf die Buddhi, die acht Gestalten hat; daraus entstand der Ichmacher, aus diesem wurde das Denken geboren.

Wort für Wort
prāṇaiḥ yuktā
mit den Lebenshauchen verbunden
buddhiḥ
die Einsicht (Buddhi)
aṣṭa-mūrtikī
achtgestaltig
ahaṅkāraḥ jajñe
der Ichmacher entstand
manaḥ ajāyata
das Denken wurde geboren

arthāḥ prajajñire pañca saṅkalpādiyutāstataḥ / śabdaḥ sparśaś ca rūpañca raso gandha iti smṛtā //

Darauf entstanden die fünf Gegenstände, verbunden mit dem Vorstellen usw.: Ton, Berührung, Gestalt, Geschmack und Geruch werden sie genannt.

Wort für Wort
arthāḥ pañca
die fünf Gegenstände
prajajñire
entstanden
saṅkalpa-ādi-yutāḥ
mit Vorstellen usw. verbunden
śabdaḥ sparśaḥ
Ton, Berührung
rūpam rasaḥ gandhaḥ
Gestalt, Geschmack, Geruch

jñānaśaktiyutānyetair ārabdhānīndriyāṇi tu / tvakśrotraghrāṇacakṣūṃṣi jihvābuddhīndriyāṇi tu //

Durch diese, mit der Erkenntniskraft verbunden, wurden die Sinnesorgane hervorgebracht: Haut, Ohr, Nase, Augen und Zunge sind die Erkenntnissinne;

Wort für Wort
jñāna-śakti-yutāni
mit der Erkenntniskraft verbunden
ārabdhāni indriyāṇi
die hervorgebrachten Sinnesorgane
tvak-śrotra-ghrāṇa-cakṣūṃṣi
Haut, Ohr, Nase, Augen
jihvā
Zunge
buddhi-indriyāṇi
Erkenntnissinne

pādau pāyuḥs tathā pāṇī vāgupasthaś ca pañcamaḥ / karmendriyāṇi caitāni pañcabhūtānyataḥ śṛṇu //

die Füße, der After, ebenso die Hände, die Stimme und als fünftes das Geschlechtsorgan – dies sind die Tatsinne. Höre nun die fünf Elemente:

Wort für Wort
pādau pāyuḥ
Füße, After
pāṇī
Hände
vāk upasthaḥ
Stimme, Geschlechtsorgan
karma-indriyāṇi
Tatsinne
pañca-bhūtāni
die fünf Elemente

ākāśavāyutejāṃsi salilaṃ pṛthivī tathā / sthūlamebhiḥ śarīrantu sarvādhāraṃ prajāyate //

Raum, Wind, Feuer, Wasser und Erde. Aus diesen entsteht der grobe Körper, die Grundlage von allem.

Wort für Wort
ākāśa-vāyu-tejāṃsi
Raum, Wind, Feuer
salilam pṛthivī
Wasser, Erde
sthūlam śarīram
der grobe Körper
sarva-ādhāram
Grundlage von allem
prajāyate
entsteht

eteṣāṃ vācakā mantrā nyāsāyocyanta uttamāḥ / jīvabhūtaṃ makārantu devasya vyāpakaṃ nyaset //

Die Mantras, die diese bezeichnen, werden als die höchsten für die Auflegung (Nyāsa) genannt. Den Laut 'ma', der das Leben ist, lege man als den [Leib] des Gottes durchdringend auf.

Wort für Wort
eteṣām vācakāḥ mantrāḥ
die diese bezeichnenden Mantras
nyāsāya
für die Auflegung
jīva-bhūtam
das Leben seiend
makāram
den Laut ma
vyāpakam nyaset
soll durchdringend auflegen

prāṇatattvaṃ bhakārantu jīvopādhigataṃ nyaset / hṛdayasthaṃ bakārantu buddhitattvaṃ nyased budhaḥ //

Den Laut 'bha', das Prinzip des Lebenshauches, das in der Begrenzung des Jīva liegt, lege man auf; den Laut 'ba', das Buddhi-Prinzip, lege der Weise, im Herzen befindlich, auf.

Wort für Wort
prāṇa-tattvam
Prinzip des Lebenshauches
bhakāram
den Laut bha
jīva-upādhi-gatam
in der Begrenzung des Jīva liegend
hṛdaya-stham
im Herzen befindlich
bakāram
den Laut ba
buddhi-tattvam
das Buddhi-Prinzip

phakāramapi tatraiva ahaṅkāramayaṃ nyaset / manastattvaṃ pakārantu nyasetsaṅkalpasambhavaṃ //

Auch den Laut 'pha', aus dem Ichmacher bestehend, lege man ebendort auf; den Laut 'pa', das Prinzip des Denkens, das aus dem Vorstellen entsteht, lege man auf.

Wort für Wort
phakāram
den Laut pha
tatra eva
ebendort
ahaṅkāra-mayam
aus dem Ichmacher bestehend
manas-tattvam
das Prinzip des Denkens
pakāram
den Laut pa
saṅkalpa-sambhavam
aus dem Vorstellen entstanden

śabdatanmātratattvantu nakāraṃ mastake nyaset / sparśātmakaṃ dhakārantu vaktradeśe tu vinyaset //

Den Laut 'na', das Prinzip des Ton-Tanmātra, lege man auf den Kopf; den Laut 'dha', dessen Wesen die Berührung ist, lege man in die Mundgegend.

Wort für Wort
śabda-tanmātra-tattvam
Prinzip des Ton-Subtilelements
nakāram mastake
den Laut na auf den Kopf
sparśa-ātmakam
dessen Wesen die Berührung ist
dhakāram
den Laut dha
vaktra-deśe
in die Mundgegend

dakāraṃ rūpatattvantu hṛddeśe viniveśayet / thakāraṃ vastideśe tu rasatanmātrakaṃ nyaset //

Den Laut 'da', das Prinzip der Gestalt, setze man in die Herzgegend; den Laut 'tha', das Geschmack-Tanmātra, lege man in die Gegend der Blase.

Wort für Wort
dakāram
den Laut da
rūpa-tattvam
Prinzip der Gestalt
hṛd-deśe
in die Herzgegend
thakāram
den Laut tha
vasti-deśe
in die Blasengegend
rasa-tanmātrakam
Geschmack-Subtilelement

takāraṃ gandhatanmātraṃ jaṅghayorviniveśayet / ṇakāraṃ śrotrayor nyasya ḍhakāraṃ vinyasettvaci //

Den Laut 'ta', das Geruch-Tanmātra, setze man in die Unterschenkel; nachdem man 'ṇa' auf die Ohren gelegt hat, lege man 'ḍha' auf die Haut.

Wort für Wort
takāram
den Laut ta
gandha-tanmātram
Geruch-Subtilelement
jaṅghayoḥ
in die Unterschenkel
ṇakāram śrotrayoḥ
ṇa auf die Ohren
ḍhakāram tvaci
ḍha auf die Haut

ḍakāraṃ netrayugme tu rasanāyāṃ ṭhakārakaṃ / ṭakāraṃ nāsikāyāntu ñakāraṃ vāci vinyaset //

'ḍa' auf das Augenpaar, 'ṭha' auf die Zunge, 'ṭa' auf die Nase; 'ña' lege man auf die Stimme.

Wort für Wort
ḍakāram netra-yugme
ḍa auf das Augenpaar
rasanāyām ṭhakārakam
ṭha auf die Zunge
ṭakāram nāsikāyām
ṭa auf die Nase
ñakāram vāci
ña auf die Stimme

jhakāraṃ karayor nyasya pāṇitattvaṃ vicakṣaṇaḥ / jakāraṃ padayor nyasya chaṃ pāyau camupasthake //

Der Kundige lege 'jha', das Prinzip der Hände, auf die Hände; nachdem er 'ja' auf die Füße gelegt hat, [lege er] 'cha' auf den After, 'ca' auf das Geschlechtsteil.

Wort für Wort
jhakāram karayoḥ
jha auf die Hände
pāṇi-tattvam
das Prinzip der Hände
jakāram padayoḥ
ja auf die Füße
cham pāyau
cha auf den After
cam upasthake
ca auf das Geschlechtsteil

vinyaset pṛthivītattvaṃ ṅakāraṃ pādayugmake / vastau ghakāraṃ gaṃ tattvaṃ taijasaṃ hṛdi vinyaset //

Das Erd-Prinzip, den Laut 'ṅa', lege man auf das Füßepaar; 'gha' auf die Blase; 'ga', das Feuer-Prinzip, lege man ins Herz.

Wort für Wort
pṛthivī-tattvam
das Erd-Prinzip
ṅakāram pāda-yugmake
ṅa auf das Füßepaar
vastau ghakāram
gha auf die Blase
gam
den Laut ga
taijasam tattvam hṛdi
das Feuer-Prinzip ins Herz

Für gha (Blase) wäre das Wasser-Prinzip zu ergänzen.

khakāraṃ vāyutattvañca nāsikāyāṃ niveśayet / kakāraṃ vinyasennityaṃ khatattvaṃ mastake budhaḥ //

Den Laut 'kha', das Wind-Prinzip, setze man in die Nase; 'ka', das Raum-Prinzip, lege der Weise stets auf den Kopf.

Wort für Wort
khakāram
den Laut kha
vāyu-tattvam
das Wind-Prinzip
nāsikāyām
in die Nase
kakāram
den Laut ka
kha-tattvam mastake
das Raum-Prinzip auf den Kopf

hṛtpuṇḍarīke vinyasya yakāraṃ sūryadaivataṃ / dvāsaptatisahasrāṇi hṛdayādabhiniḥsṛtāḥ //

Im Herzlotus lege man den Laut 'ya' auf, dessen Gottheit die Sonne ist. Zweiundsiebzigtausend [Adern] sind aus dem Herzen hervorgegangen;

Wort für Wort
hṛt-puṇḍarīke
im Herzlotus
yakāram
den Laut ya
sūrya-daivatam
mit der Sonne als Gottheit
dvāsaptati-sahasrāṇi
zweiundsiebzigtausend
hṛdayāt abhiniḥsṛtāḥ
aus dem Herzen hervorgegangen

Das Bezugswort (nāḍyaḥ, Adern) ist zu ergänzen.

kalāṣoḍaśasaṃyuktaṃ makāraṃ tatra vinyaset / tanmadhye cintayenmantrī vinduṃ vahnestu maṇḍalaṃ //

dort lege man den Laut 'ma' [?], mit den sechzehn Teilen (Kalās) verbunden, auf; in dessen Mitte denke sich der Mantrakundige den Punkt (Bindu), die Scheibe des Feuers.

Wort für Wort
kalā-ṣoḍaśa-saṃyuktam
mit sechzehn Teilen verbunden
makāram
den Laut ma
tat-madhye
in dessen Mitte
mantrī
der Mantrakundige
bindum
den Punkt
vahneḥ maṇḍalam
die Scheibe des Feuers

makāra ist bereits in V. 16 verwendet; da die sechzehn Kalās zum Mond gehören, ist vielleicht sakāra zu lesen.

hakāraṃ vinyasettatra praṇavena surottamaḥ / oṃ āṃ parameṣṭhyātmane āṃ namaḥ puruṣātmane //

Dort lege man, o Bester der Götter, den Laut 'ha' mit dem Praṇava auf. 'Oṃ āṃ, dem Selbst des Parameṣṭhin; āṃ, Verehrung dem Selbst des Puruṣa;

Wort für Wort
hakāram
den Laut ha
praṇavena
mit dem Oṃ
sura-uttamaḥ
o Bester der Götter
oṃ āṃ parameṣṭhi-ātmane
Oṃ āṃ, dem Selbst des Höchststehenden
āṃ namaḥ puruṣa-ātmane
āṃ, Verehrung dem Selbst des Puruṣa

surottamaḥ steht im Nominativ, ist aber wohl als Vokativ gemeint.

oṃ vāṃ manonivṛttyātmane nāñca viśvātmane namaḥ / oṃ vaṃ namaḥ sarvātmane ity uktāḥ pañca śaktayaḥ //

oṃ vāṃ, dem Selbst der Abkehr des Geistes; nāṃ, Verehrung dem Allselbst; oṃ vaṃ, Verehrung dem Selbst von allem' – dies sind die fünf Kräfte genannt.

Wort für Wort
oṃ vāṃ manaḥ-nivṛtti-ātmane
Oṃ vāṃ, dem Selbst der Geistesabkehr
nām viśva-ātmane namaḥ
nāṃ, Verehrung dem Allselbst
oṃ vaṃ namaḥ sarva-ātmane
Oṃ vaṃ, Verehrung dem Selbst von allem
pañca śaktayaḥ
die fünf Kräfte

Die Bīja-Silben (āṃ, vāṃ, nāṃ, vaṃ) sind möglicherweise entstellt.

sthāne tu prathamā yojyā dvitīyā āsane matā / tṛtīyā śayane tadvaccaturthī pānakarmaṇi //

Die erste ist beim Standort anzuwenden, die zweite gilt beim Sitz, die dritte ebenso beim Lager, die vierte bei der Handlung des Trinkens [?],

Wort für Wort
sthāne
beim Standort
prathamā yojyā
die erste ist anzuwenden
āsane
beim Sitz
śayane
beim Lager
pāna-karmaṇi
bei der Handlung des Trinkens

pānakarmaṇi unsicher (vielleicht yāna- 'Fahrt' o.ä.).

pratyarcāyāṃ pañcamī syātpañcopaniṣadaḥ smṛtāḥ / hūṅkāraṃ vinyasenmadhye dhyātvā mantramayaṃ hariṃ //

bei der Einzelverehrung sei die fünfte: als die fünf Upaniṣad-[Mantras] sind sie überliefert. Nachdem man Hari als aus Mantras bestehend meditiert hat, lege man in die Mitte den Laut 'hūṃ'.

Wort für Wort
pratyarcāyām
bei der Einzelverehrung
pañcamī
die fünfte
pañca-upaniṣadaḥ
die fünf Upaniṣad-Mantras
hūṅkāram
den Laut hūṃ
madhye
in die Mitte
mantra-mayam harim
Hari als aus Mantras bestehend

yāṃ mūrtiṃ sthāpayettasmāt mūlamantraṃ nyasettataḥ / oṃ namo bhagavate vāsudevāya mūlakaṃ //

Welche Gestalt man auch aufstellt – daraufhin lege man den Grund-Mantra auf. 'Oṃ namo bhagavate vāsudevāya' (Oṃ, Verehrung dem erhabenen Vāsudeva) ist der Grund-Mantra;

Wort für Wort
yām mūrtim sthāpayet
welche Gestalt man aufstellt
mūla-mantram
den Grund-Mantra
nyaset tataḥ
soll dann auflegen
oṃ namaḥ bhagavate vāsudevāya
Oṃ, Verehrung dem erhabenen Vāsudeva
mūlakam
der Grund-[Mantra]

śiroghrāṇalalāṭeṣu mukhakaṇṭhahṛdi kramāt / bhujayorjaṅghayoraṅghyroḥ keśavaṃ śirasi nyaset //

[seine Silben lege man] auf Kopf, Nase, Stirn, Mund, Hals und Herz der Reihe nach, auf die Arme, die Unterschenkel und die Füße. Keśava lege man auf den Kopf,

Wort für Wort
śiraḥ-ghrāṇa-lalāṭeṣu
auf Kopf, Nase, Stirn
mukha-kaṇṭha-hṛdi
auf Mund, Hals, Herz
bhujayoḥ jaṅghayoḥ
auf die Arme, die Unterschenkel
aṅghryoḥ
auf die Füße
keśavam śirasi
Keśava auf den Kopf

aṅghyroḥ für aṅghryoḥ.

nārāyaṇaṃ nyasedvaktre grīvāyāṃ mādhavaṃ nyaset / govindaṃ bhujayornyasya viṣṇuṃ ca hṛdaye nyaset //

Nārāyaṇa lege man auf den Mund, Mādhava auf den Hals; nachdem man Govinda auf die Arme gelegt hat, lege man Viṣṇu ins Herz,

Wort für Wort
nārāyaṇam vaktre
Nārāyaṇa auf den Mund
grīvāyām mādhavam
Mādhava auf den Hals
govindam bhujayoḥ
Govinda auf die Arme
viṣṇum hṛdaye
Viṣṇu ins Herz

madhusūdanakaṃ pṛṣṭhe vāmanaṃ jaṭhare nyaset / kakṣyāntrivikramaṃ nyasya jaṅghāyāṃ śrīdharaṃ nyaset //

Madhusūdana auf den Rücken, Vāmana lege man auf den Bauch; nachdem man Trivikrama auf die Hüfte gelegt hat, lege man Śrīdhara auf den [linken] Unterschenkel,

Wort für Wort
madhusūdanakam pṛṣṭhe
Madhusūdana auf den Rücken
vāmanam jaṭhare
Vāmana auf den Bauch
kakṣyām trivikramam
Trivikrama auf die Hüfte
jaṅghāyām śrīdharam
Śrīdhara auf den Unterschenkel

'links' aus dem Gegensatz zu dakṣiṇāyām (V. 36) erschlossen.

hṛṣīkeśaṃ dakṣiṇāyāṃ padmanābhaṃ tu gulphake / dāmodaraṃ pādayoś ca hṛdayādiṣaḍaṅgakaṃ //

Hṛṣīkeśa auf den rechten, Padmanābha auf den Knöchel, Dāmodara auf die Füße; [dann] die sechs Glieder, mit dem Herzen beginnend.

Wort für Wort
hṛṣīkeśam dakṣiṇāyām
Hṛṣīkeśa auf den rechten
padmanābham gulphake
Padmanābha auf den Knöchel
dāmodaram pādayoḥ
Dāmodara auf die Füße
hṛdaya-ādi-ṣaḍ-aṅgakam
die sechs Glieder, mit dem Herzen beginnend

etat sādhāraṇaṃ proktamādirmūrtestu sattama / athavā yasya devasya prārabdhaṃ sthāpanaṃ bhavet //

Dies wird als das allgemeine [Verfahren] für die erste Gestalt [?] genannt, o Trefflicher. Oder aber: wessen Gottes Aufstellung begonnen worden ist,

Wort für Wort
etat sādhāraṇam proktam
dies wird als das allgemeine genannt
ādiḥ mūrteḥ
für die erste Gestalt
sattama
o Trefflicher
yasya devasya
wessen Gottes
prārabdham sthāpanam
die begonnene Aufstellung

ādirmūrtestu unklar (vielleicht ādimūrteḥ oder ādir mūrteḥ 'Anfang für die Gestalt').

tasyaiva mūlamantreṇa sajīvakaraṇaṃ bhavet / yasyā mūrtestu yannāma tasyādyaṃ cākṣaraṃ ca yat //

mit dessen eigenem Grund-Mantra geschehe die Belebung. Welchen Namen eine Gestalt trägt – dessen erste Silbe,

Wort für Wort
tasya eva mūla-mantreṇa
mit dessen eigenem Grund-Mantra
sa-jīva-karaṇam
Belebung
yasyāḥ mūrteḥ yat nāma
welchen Namen eine Gestalt hat
tasya ādyam akṣaram
dessen erste Silbe

tat svairair dvādaśair bhedya hy aṅgāni parikalpayet / hṛdayādīni deveśa mūlañca daśamākṣaraṃ //

diese verbinde man mit den zwölf Vokalen und bilde so die Glieder, Herz usw., o Herr der Götter; der Grund-[Mantra] aber ist die Silbe mit dem zehnten [Vokal] [?].

Wort für Wort
svaraiḥ dvādaśaiḥ
mit den zwölf Vokalen
bhedya
unterschieden habend
aṅgāni parikalpayet
soll die Glieder bilden
hṛdaya-ādīni
Herz usw.
deva-īśa
o Herr der Götter
daśama-akṣaram
die zehnte Silbe

svairair für svarair; daśamākṣaram unsicher.

yathā deve tathā dehe tattvāni viniyojayet / cakrābjamaṇdale viṣṇuṃ yajedgandhādinā tathā //

Wie im Gott, so ordne man im Körper die Prinzipien an. Im Maṇḍala mit Rad und Lotus verehre man Viṣṇu ebenso mit Duftstoffen usw.

Wort für Wort
yathā deve tathā dehe
wie im Gott, so im Körper
tattvāni viniyojayet
soll die Prinzipien anordnen
cakra-abja-maṇḍale
im Maṇḍala mit Rad und Lotus
yajet
soll verehren
gandha-ādinā
mit Duftstoffen usw.

pūrvavaccāsanaṃ dhyāyetsagātraṃ saparicchadaṃ / śubhañcakraṃ dvādaśāraṃ hy upariṣṭādvicintayet //

Wie zuvor meditiere man den Sitz samt Gliedern und Zubehör; oberhalb stelle man sich ein schönes zwölfspeichiges Rad vor,

Wort für Wort
pūrvavat
wie zuvor
āsanam dhyāyet
soll den Sitz meditieren
sa-gātram sa-paricchadam
samt Gliedern und Zubehör
cakram dvādaśa-aram
ein zwölfspeichiges Rad
upariṣṭāt vicintayet
soll oberhalb vorstellen

trinābhicakraṃ dvinemi svaraistacca samanvitaṃ / pṛṣṭhadeśe tataḥ prājñaḥ prakṛtyādīnniveśayet //

ein Rad mit drei Naben und zwei Felgen, versehen mit den Vokalen. Auf der Rückseite setze der Weise dann Prakṛti usw. ein.

Wort für Wort
tri-nābhi-cakram
Rad mit drei Naben
dvi-nemi
mit zwei Felgen
svaraiḥ samanvitam
mit den Vokalen versehen
pṛṣṭha-deśe
auf der Rückseite
prakṛti-ādīn niveśayet
soll Prakṛti usw. einsetzen

pūjayedārakāgreṣu sūryaṃ dvādaśadhā punaḥ / kalāṣoḍaśasaṃyuktaṃ somantatra vicintayet //

An den Spitzen der Speichen verehre man die Sonne in zwölffacher Form; wiederum stelle man sich dort Soma mit den sechzehn Kalās vor.

Wort für Wort
āraka-agreṣu
an den Spitzen der Speichen
sūryam dvādaśadhā
die Sonne zwölffach
kalā-ṣoḍaśa-saṃyuktam
mit sechzehn Kalās verbunden
somam
den Mond
vicintayet
soll vorstellen

sabalaṃ tritayaṃ nābhau cintayeddeśikottamaḥ / padmañca dvādaśadalaṃ padmamadhye vicintayet //

Die Dreiheit samt Kraft stelle sich der beste Lehrer in der Nabe vor; und einen zwölfblättrigen Lotus stelle man sich in der Mitte des Lotus [?] vor.

Wort für Wort
sa-balam tritayam
die Dreiheit samt Kraft
nābhau
in der Nabe
deśika-uttamaḥ
der beste Lehrer
padmam dvādaśa-dalam
einen zwölfblättrigen Lotus
padma-madhye
in der Mitte des Lotus

padmamadhye ist auffällig; gemeint ist wohl die Mitte des Rades.

tanmadhye pauruṣīṃ śaktiṃ dhyātvābhyarcya ca diśikaḥ / pratimāyāṃ hariṃ nyasya tatra taṃ pūjayet surān //

In dessen Mitte meditiere und verehre der Lehrer die Puruṣa-Kraft; nachdem er Hari in das Bild gelegt hat, verehre er dort ihn [und] die Götter

Wort für Wort
tat-madhye
in dessen Mitte
pauruṣīm śaktim
die Puruṣa-Kraft
dhyātvā abhyarcya
meditiert und verehrt habend
deśikaḥ
der Lehrer
pratimāyām harim nyasya
Hari in das Bild gelegt habend

diśikaḥ für deśikaḥ.

gandhapuṣpādibhiḥ samyak sāṅgaṃ sāvaraṇaṃ kramāt / dvādaśākṣaravījaistu keśavādīn samarcayet //

mit Duftstoffen, Blumen usw., richtig, samt Gliedern und Umgebung, der Reihe nach; mit den Keimsilben des zwölfsilbigen [Mantras] verehre er Keśava usw.

Wort für Wort
gandha-puṣpa-ādibhiḥ
mit Duftstoffen, Blumen usw.
sa-aṅgam sa-āvaraṇam
samt Gliedern und Umgebung
dvādaśa-akṣara-bījaiḥ
mit den Keimsilben des Zwölfsilbigen
keśava-ādīn
Keśava usw.
samarcayet
soll verehren

dvādaśāre maṇḍale tu laukapālādikaṃ kramāt / pratimāmarcayet paścādgandhapuṣpādibhirdvijaḥ //

Im zwölfspeichigen Maṇḍala [verehre er] die Welthüter usw. der Reihe nach; danach verehre der Zweimalgeborene das Bild mit Duftstoffen, Blumen usw.,

Wort für Wort
dvādaśa-are maṇḍale
im zwölfspeichigen Maṇḍala
lokapāla-ādikam
die Welthüter usw.
pratimām arcayet
soll das Bild verehren
paścāt
danach
dvijaḥ
der Zweimalgeborene

pauruṣeṇa tu sūktena śriyāḥ sūktena piṇḍikāṃ / jananādikramāt paścājjanayedvaiṣṇavānalaṃ //

mit dem Puruṣa-Sūkta, und mit dem Śrī-Sūkta den Sockel. Danach erzeuge er in der Folge von Zeugung usw. das Vaiṣṇava-Feuer.

Wort für Wort
pauruṣeṇa sūktena
mit dem Puruṣa-Sūkta
śriyāḥ sūktena
mit dem Śrī-Sūkta
piṇḍikām
den Sockel
janana-ādi-kramāt
in der Folge von Zeugung usw.
vaiṣṇava-analam
das Vaiṣṇava-Feuer

hutvāgniṃ hutamiti kuṇḍegniṃ praṇayedbudhaḥ / agnipraṇayane mantrastvamagne hy agnirucyate //

Nachdem er in das Feuer geopfert hat [mit] 'hutam', führe der Weise das Feuer in die Grube; beim Hinführen des Feuers wird als Mantra 'tvam agne' [bzw. 'agni'] genannt [?].

Wort für Wort
hutvā agnim
ins Feuer geopfert habend
kuṇḍe agnim praṇayet
soll das Feuer in die Grube führen
agni-praṇayane
beim Hinführen des Feuers
mantraḥ
der Mantra
tvam agne
'tvam agne'

V. 49-51 wiederholen sich teilweise wörtlich (V. 49b = 51b); der Text ist hier wohl verderbt.

dakṣiṇegniṃ hutamiti kuṇḍegniṃ praṇayedbudhaḥ / agnimagnīti pūrve tu kuṇḍegniṃ praṇayedbudhaḥ //

Im Süden führe der Weise das Feuer mit 'hutam' in die Grube; im Osten aber führe der Weise das Feuer mit 'agnim agni' in die Grube.

Wort für Wort
dakṣiṇe
im Süden
hutam iti
mit 'hutam'
kuṇḍe agnim
das Feuer in die Grube
agnim agni iti
mit 'agnim agni'
pūrve
im Osten

uttare praṇayedagnimagnimagnī havāmahe / agnipraṇayane mantrastvamagne hy agnirucyate //

Im Norden führe er das Feuer [mit] 'agnim agniṃ havāmahe'; beim Hinführen des Feuers wird als Mantra 'tvam agne' genannt.

Wort für Wort
uttare
im Norden
praṇayet agnim
soll das Feuer führen
agnim agnim havāmahe
'agnim agniṃ havāmahe'
agni-praṇayane mantraḥ
der Mantra beim Hinführen des Feuers

palāśasamidhānāntu aṣṭottarasahasrakaṃ / kuṇḍe kuṇḍe homayecca vrīhīn vedādikais tathā //

Tausendacht Palāśa-Brennhölzer opfere er in jeder Grube, und ebenso Reis mit den Veda-Anfängen usw.,

Wort für Wort
palāśa-samidhānām
von Palāśa-Brennhölzern
aṣṭa-uttara-sahasrakam
tausendacht
kuṇḍe kuṇḍe
in jeder Grube
homayet
soll opfern
vrīhīn veda-ādikaiḥ
Reis mit den Veda-Anfängen

sājyāṃstilān vyāhṛtibhirmūlamantreṇa vai ghṛtaṃ / kuryāttataḥ śāntihomaṃ madhuratritayena ca //

Sesam mit Butterschmalz mit den Vyāhṛtis, Butterschmalz mit dem Grund-Mantra; darauf vollziehe er das Friedensopfer, auch mit den drei Süßen.

Wort für Wort
sa-ājyān tilān
Sesam mit Butterschmalz
vyāhṛtibhiḥ
mit den Vyāhṛtis (bhūḥ, bhuvaḥ, svaḥ)
mūla-mantreṇa ghṛtam
Butterschmalz mit dem Grund-Mantra
śānti-homam
Friedensopfer
madhura-tritayena
mit den drei Süßen

dvādaśārṇaiḥ spṛśet pādau nābhiṃ hṛn mastakaṃ tataḥ / ghṛtaṃ dadhi payo hutvā spṛśenmūrdhanyatho tataḥ //

Mit den zwölf Silben berühre er die Füße, den Nabel, das Herz und dann den Kopf [des Bildes]; nachdem er Butterschmalz, Dickmilch und Milch geopfert hat, berühre er danach das Haupt.

Wort für Wort
dvādaśa-arṇaiḥ
mit den zwölf Silben
spṛśet pādau
soll die Füße berühren
nābhim hṛt mastakam
Nabel, Herz, Kopf
ghṛtam dadhi payaḥ hutvā
Butterschmalz, Dickmilch, Milch geopfert habend
mūrdhani
am Haupt

spṛṣṭvā śironābhipādāṃś catasraḥ sthāpayennadīḥ / gaṅgā ca yamunā godā kramānnāmnā sarasvatī //

Nachdem er Kopf, Nabel und Füße berührt hat, stelle er vier Flüsse auf: Gaṅgā, Yamunā, Godā und, der Reihe nach dem Namen nach, Sarasvatī.

Wort für Wort
spṛṣṭvā śiraḥ-nābhi-pādān
Kopf, Nabel, Füße berührt habend
catasraḥ nadīḥ
vier Flüsse
sthāpayet
soll aufstellen
gaṅgā yamunā
Gaṅgā, Yamunā
godā sarasvatī
Godā (Godāvarī), Sarasvatī

Gemeint sind wohl vier Wasserkrüge, die die Flüsse repräsentieren.

dahettu viṣṇugāyatryā gāyatryā śrapayeccaruṃ / homayecca baliṃ dadyāduttare bhojayeddvijān //

Mit der Viṣṇu-Gāyatrī brenne er [?], mit der Gāyatrī koche er das Opfermus (Caru); er opfere, bringe eine Spende dar und speise im Norden die Brahmanen.

Wort für Wort
dahet
soll brennen
viṣṇu-gāyatryā
mit der Viṣṇu-Gāyatrī
śrapayet carum
soll das Opfermus kochen
balim dadyāt
soll eine Spende geben
bhojayet dvijān
soll die Brahmanen speisen

Objekt von dahet fehlt; möglicherweise verderbt.

sāmādhipānāṃ tuṣṭyarthaṃ hemagāṃ gurave dadet / dikpatibhyo baliṃ dattvā rātrau kuryācca jāgaraṃ / brahmagītādiśabdena sarvabhāgadhivāsanāt //

Zur Zufriedenstellung der Herren des Sāman [?] gebe er dem Lehrer eine goldene Kuh. Nachdem er den Herren der Richtungen eine Spende dargebracht hat, halte er in der Nacht Wache, unter dem Klang von Brahmagītā usw., da [so] alle Teile geweiht werden.

Wort für Wort
sāma-adhipānām tuṣṭi-artham
zur Zufriedenstellung der Sāman-Herren
hema-gām
eine goldene Kuh
dik-patibhyaḥ balim dattvā
den Richtungsherren eine Spende gegeben habend
rātrau jāgaram
nächtliche Wache
brahma-gīta-ādi-śabdena
mit dem Klang von Brahmagītā usw.
sarva-bhāga-adhivāsanāt
wegen der Weihe aller Teile

sāmādhipānāṃ unklar (vielleicht samādhipānāṃ). Vers mit drei Halbversen.

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