Kapitel 143: kubjikāpūjā
Die Verehrung der Kubjikā
Īśvara beschreibt die stufenweise Verehrung (kramapūjā) der Göttin Kubjikā: Gliederauflegung, Anordnung der Glieder, Mütter-Göttinnen, heiligen Sitze (Jālandhara, Pūrṇagiri, Kāmarūpa), der fünf Vimalas, weiterer Gottheiten und Juwelen im Maṇḍala sowie die Verehrung von Gaṇapati, Vaṭuka und den Lehrern. Der Text ist stark verkürzt und vielfach verderbt (bes. V. 5, 7, 11–13); viele Namen und Richtungsangaben sind unsicher. Das Kolophon nennt „kubjikākramapūjā“.
Īśvara sprach: Ich werde auch die stufenweise Verehrung der Kubjikā darlegen, die alle Ziele bewirkt und durch die die Asuras von den Göttern besiegt wurden, mit Waffen usw. und mit Butterschmalz verbunden [?].
Wort für Wort
kubjikā-krama-pūjām
stufenweise Verehrung der Kubjikā
sarva-artha-sādhanīm
alle Ziele bewirkend
jitāḥ asurāḥ
die Asuras wurden besiegt
devaiḥ
von den Göttern
ājya-saṃyutaiḥ
mit Butterschmalz verbunden
jitāḥ surā ist wohl als jitā asurā („die Asuras besiegt“) zu lesen.
māyābījaṃ ca guhyāṅge ṣaṭkamastraṃ kare nyaset / kālī kālīti hṛdayaṃ duṣṭacāṇḍālikā śiraḥ //
Die Māyā-Keimsilbe lege man auf den verborgenen Körperteil, die Sechsergruppe und die Waffe auf die Hand. „Kālī kālī“ ist das Herz, „Duṣṭacāṇḍālikā“ der Kopf,
Dann verehre man im Maṇḍala an ihrem Platz die Waffe der Guhyakubjikā: im Südosten das Kūrca (hūṃ), den Kopf im Nordosten (Rudra), im Südwesten [...], dann den Haarschopf im Nordwesten,
Wort für Wort
guhya-kubjikā-astram
die Waffe der Guhyakubjikā
maṇḍale sthānake
im Maṇḍala an ihrem Platz
agnau kūrca
im Südosten das Kūrca
rudre śiraḥ
im Nordosten den Kopf
śikhā anile
den Haarschopf im Nordwesten
kruñjikā ist Tippfehler für kubjikā. Die Verteilung der Glieder auf die Ecken ist im Text unvollständig.
den Panzer in der Mitte, das Auge [...], die Waffe in den Himmelsrichtungen im Maṇḍala. Mit zweiunddreißig [Silben] in die Samenkapsel [setze man] „sroṃ hasakṣamalanavavaṣaḍasacātma“ – die Keimsilben des Mantra.
Wort für Wort
kavacam madhyataḥ
den Panzer in der Mitte
netram
das Auge
astram dikṣu
die Waffe in den Richtungen
dvātriṃśatā
mit zweiunddreißig
karṇikāyām
in die Samenkapsel
mantra-bījakam
die Mantra-Keimsilben
Die Silbenfolge ist offensichtlich verderbt und wird nicht übersetzt.
yajedravalakasahān śivendāgniyame 'dnipe / jale tu kusumamālāmadrikāṇāṃ ca pañcakaṃ //
man verehre „ra va la ka sa ha“ im Nordosten, Osten, Südosten, Süden und Südwesten [?]; im Westen aber die Blumengirlande und die Fünfergruppe der Berg(-Sitze).
Wort für Wort
ra-va-la-ka-sa-hān
die Silben ra va la ka sa ha
śiva-indra-agni-yame
im Nordosten, Osten, Südosten, Süden
jale
im Westen (Wasser)
kusuma-mālām
die Blumengirlande
adrikāṇām pañcakam
die Fünfergruppe der Berg-Sitze
'dnipe ist unklar (vielleicht für nirṛtipe „im Südwesten“).
„Bruṃ“ – der Sterbliche (martya) mit fünf Namen, im Nordwesten, Nordosten und Südosten befindlich; im Süden und Südosten das Pañcaratna; Jyeṣṭhā, Raudrī und ebenso Antikā [Ambikā?];
diese drei sind die Hochbetagten; alle [werden] mit fünf Oṃ [verehrt]. Je nach Unterscheidung von siebenundzwanzig und achtundzwanzig ist die Verehrung zweifach.
brahmādyāścāṣṭa paritastanmadhye ca navātmakaḥ / kubjikā kulaṭā caiva kramapūjā tu sarvadā //
ringsum die mit Brahmāṇī beginnenden acht, und in deren Mitte der neunfache [?]; Kubjikā und Kulaṭā – die stufenweise Verehrung [ist] allezeit [zu vollziehen].