Kapitel 50: devīpratimālakṣaṇakathanaṃ
Darlegung der Merkmale der Göttinnenbilder
Ikonographie der Göttin Caṇḍī als Büffeltöterin, der neun Durgās, Gaurī, Lakṣmī, Sarasvatī, Gaṅgā und Yamunā, der Muttergöttinnen (Brāhmī bis Cāmuṇḍā), Vināyakas mit Maßangaben, Skandas, der schrecklichen Göttinnen (Rudracarcikā, Siddhacāmuṇḍā u. a.) sowie niederer Wesen und Gaṇas bis Ghaṇṭākarṇa. Zahlreiche Wörter sind in der Digitalisierung verderbt (u. a. V. 13, 14, 18, 21, 29); die Göttin- und Waffenlisten sind vollständig wiedergegeben.
Der Erhabene sprach: Caṇḍī sei zwanzigarmig und trage mit den rechten Händen Dreizack, Schwert, Speer (śakti), Rad, Schlinge, Schild, Waffe [?] und die Schutzgebärde,
ein aus seinem Hals hervorgegangener Mann, zornig, die Hand mit der Waffe erhoben, den Dreizack in der Hand, Blut speiend, mit rotem Kranz, [roten] Haaren und Augen,
siṃhenāsvādyamānastu pāśabaddho gale bhṛśaṃ / yāmyāṅghyrākrāntasiṃhā ca savyāṅghrirnīcagāsure //
vom Löwen angefressen, mit einer Schlinge fest am Hals gebunden; [die Göttin] tritt mit dem rechten Fuß auf den Löwen, und mit dem linken Fuß auf den unten liegenden Asura.
Dies ist Caṇḍikā, dreiäugig, bewaffnet, die Zermalmerin der Feinde. An einem aus neun Lotossen bestehenden Ort ist Durgā in ihrer eigenen Gestalt zu verehren,
ādau madhye tathendrādau navātattvātmabhiḥ kramāt / aṣṭādaśabhujaikā tu dakṣe muṇḍaṃ ca kheṭakaṃ //
zuerst in der Mitte und ebenso bei Indra usw. [d. h. in den Himmelsrichtungen], der Reihe nach mit den neun [Gestalten], deren Wesen die Prinzipien sind [?]. Eine aber [ist] achtzehnarmig: rechts Schädel und Schild,
Wort für Wort
ādau madhye
zuerst in der Mitte
indra-ādau
bei Indra usw. (im Osten usw.)
nava tattva-ātmabhiḥ
mit den neun, deren Wesen die Prinzipien sind [?]
aṣṭādaśa-bhujā
achtzehnarmig
muṇḍam
abgeschlagener Kopf, Schädel
navātattvātmabhiḥ unklar, wohl nava tattvātmabhiḥ.
Donnerkeil, Schwert, Stachel, Pfeile und Rad – die Göttin mit dem Stäbchen (śalākā). Mit eben diesen Waffen versehen sind die übrigen, die sechzehnarmig [sind],
nīlā śuklā dhūmrikā ca pītā śvetā ca siṃhagāḥ / mahiṣotha pumān śastrī tatkacagrahamuṣṭikāḥ //
blau, weiß, rauchfarben, gelb und weiß; auf Löwen reitend. Dann [liegt] der Büffel [unter ihnen], der Mann mit der Waffe, [die Göttinnen] mit Fäusten, die ihn an den Haaren packen,
ālīḍhā nava durgāḥ syuḥ sthāpyāḥ putrādivṛddhaye / tathā gaurī ca caṇḍikādyā kuṇḍyakṣararadāgnidhṛk //
in der Āliḍha-Stellung: [so] sollen die neun Durgās aufgestellt werden zur Mehrung von Söhnen usw. Ebenso Gaurī und Caṇḍikā usw., Wassergefäß, Gebetsschnur, ... und Feuer tragend [?].
Wort für Wort
ālīḍhāḥ
in Āliḍha-Stellung (Schützenstand)
nava durgāḥ
die neun Durgās
sthāpyāḥ
sind aufzustellen
putra-ādi-vṛddhaye
zur Mehrung von Söhnen usw.
kuṇḍī-akṣa-agni-dhṛk
Gefäß, Gebetsschnur, Feuer tragend [?]
kuṇḍyakṣararadāgnidhṛk ist verderbt; rada ('Zahn') ergibt keinen klaren Sinn.
Eben sie [heißt] im Wald Rambhā; Siddhā [ist sie] ohne Feuer, ebenso Lalitā, mit der Hand an Schulter und Kopf auf der linken [Seite] [?], in der zweiten [Hand] einen Spiegel haltend,
yāmye phalāñjalihastā saubhāgyā tatra cordhvikā / lakṣmīryāmyakarāmbhojā vāme śrīphalasaṃyutā //
rechts die Hand mit einer Handvoll Früchte; dort [ist] Saubhāgyā die aufrecht stehende [?]. Lakṣmī [hat] einen Lotos in der rechten Hand, links ist sie mit der Bilva-Frucht (śrīphala) versehen.
Sarasvatī [hält] Buch und Gebetsschnur in den Händen und die Vīṇā in der Hand. Jāhnavī (Gaṅgā), mit Krug und Lotos in den Händen, weiß glänzend, [steht] auf einem Makara.
Yamunā, auf der Schildkröte, mit dem Krug in der Hand, dunkel, wird verehrt. Tumburu mit der Vīṇā, weiß; der Dreizackträger [steht] vor den Müttern auf dem Stier.
Gaurī [?]. Viergesichtig [ist] Brāhmī, mit Gebetsschnur und [Opferlöffel?] versehen, links mit Gefäß und Schale, auf dem Schwan reitend; Śāṅkarī [ist] weiß,
Wort für Wort
catur-mukhī brāhmī
die viergesichtige Brāhmī
akṣa-mālā
Gebetsschnur
kuṇḍa-pātriṇī
mit Gefäß und Schale
haṃsa-gā
auf dem Schwan
śāṅkarī sitā
Śāṅkarī weiß
gaurī am Versanfang schwer einzuordnen. akṣamālāsurānvitā vielleicht für akṣamālāsruvānvitā.
fleischlos oder nur aus Knochen bestehend, mit emporstehendem Haar, magerem Bauch, ein Pantherfell tragend; links Schädel und Lanze (paṭṭiśa) in der Hand,
rechts bei ihr Dreizack und Messer; auf einer Leiche reitend, mit Knochenschmuck. Vināyaka [sei] menschengestaltig, mit großem Bauch, elefantengesichtig,
Wort für Wort
kartrī
Messer
śava-ārūḍhā
auf einer Leiche reitend
asthi-bhūṣaṇā
mit Knochenschmuck
nara-ākāraḥ
menschengestaltig
bṛhat-kukṣiḥ gaja-ānanaḥ
dickbäuchig, elefantengesichtig
dakṣaṇe für dakṣiṇe; °āsthita° wohl °āsthi-bhūṣaṇā.
Nabel und Oberschenkel zwölf, ebenso Unterschenkel und Füße; in der rechten [Hand] den eigenen Stoßzahn und die Axt, links eine Süßspeisekugel (laḍḍuka) und einen Lotos in der Hand.
śaktīṣupāśanistriṃśatotradostarjanīyutaḥ / śaktyā dākṣiṇahasteṣu ṣaṭsu vāme kare tathā //
versehen mit Speer, Pfeil, Schlinge, Schwert, Treibstachel [...] und dem drohenden Zeigefinger; [so] mit dem Speer in den sechs rechten Händen, ebenso in der linken Hand
ein Elefantenfell tragend, mit emporgerichtetem Gesicht und [erhobenem] Fuß [?] sei Rudracarcikā. Eben sie, als achtarmige Göttin, mit Kopf und Trommel versehen,
nṛvājimahiṣebhāṃś ca khādantī ca kare sthitān / daśabāhustrinetrā ca śastrāsiḍamarutrikaṃ //
Menschen, Pferde, Büffel und Elefanten verschlingend, die sich in ihren Händen befinden; zehnarmig, dreiäugig, Waffe, Schwert und Trommel als Dreiergruppe
Bhairavī Rūpavidyā aber mit zwölf Armen versehen. Diese auf dem Leichenplatz entstandenen sind schrecklich; dies gilt als die Achtergruppe der Mütter (ambāṣṭaka).
Kṣamā, von Schakalinnen umgeben, alt, zweiarmig, mit aufgerissenem Mund; mit vorstehenden Zähnen sei Kṣemakarī, auf dem Boden sitzend, die Hände auf den Knien.
rechts; [links] Drohfinger, Schild, Speer, Schädel, Schlinge, Bogen, Glocke, Axt und mit zwei [Händen] den Dreizack; der Gott, von Glockengirlanden umhangen, der die Pusteln (Pocken) vernichtet.