Kapitel 366: sāmānyanāmaliṅgāni
Allgemeine Wörter und ihre Genera
Lexikographisches Kapitel mit allgemeinen Eigenschafts- und Zustandswörtern (tüchtig, freigebig, reich, gierig, redegewandt, groß, klein, nah, fern, neu, krumm usw.) sowie abstrakten Nomina. Am Ende werden die Erkenntnismittel Schlussfolgerung, Wortzeugnis, Analogie, Postulation und Nichtwahrnehmung knapp definiert, und das lexikographische Werk wird als Verkündigung Haris abgeschlossen. V. 11 wiederholt die zweite Hälfte von V. 10 (Dittographie); mehrere Wörter sind in der Digitalisierung entstellt.
Agni sprach: Nun werde ich die allgemeinen Wörter mit ihren Genera darlegen; höre dies. sukṛtin, puṇyavat und dhanya (bedeuten verdienstvoll, glücklich). mahecchā aber (heißt auch) mahāśaya (hochgesinnt).
jālma (heißt), wer ohne Überlegung handelt; kuṇṭha, wer bei Tätigkeiten träge ist. karmaśūra (heißt auch) karmaṭha (tatkräftig). bhakṣaka, ghasmara und admara (bedeuten gefräßig).
lolupa, gardhana und gṛdhnu (bedeuten gierig); ebenso vinīta und praśrita (bescheiden). Für dhṛṣṭa (kühn, dreist) stehen dhṛṣṇu und viyāta. nibhṛta (heißt bescheiden). Für pratibhānvita (geistesgegenwärtig)
Wort für Wort
lolupaḥ gardhanaḥ gṛdhnuḥ
gierig
vinīta praśritau
bescheiden
dhṛṣṭe dhṛṣṇuḥ viyātaḥ
kühn, dreist
pratibhā-anvite
geistesgegenwärtig
„gardhalo“ für „gardhano“; „gṛdhrur“ für „gṛdhnur“. Satz läuft in Vers 7 weiter.
matta, śauṇḍa, utkaṭa und kṣība (bedeuten trunken). caṇḍa aber (heißt) der überaus Jähzornige. Wer zu den Göttern hingeht, (heißt) devadryañc; wer überallhin geht, viśvadryañc.
yaḥ sahāñcati sa sadhryaṅ sa tiryaṅ yastiro 'ñcati / vācoyuktiḥ paṭurvāgmī vāvadūkaś ca vaktari //
Wer zusammen (mit anderen) geht, der (heißt) sadhryañc; wer quer geht, der (heißt) tiryañc. Für vaktṛ (Redner) stehen vācoyukti-paṭu, vāgmin und vāvadūka (redegewandt).
jalpaka aber, vācāla und vācāṭa (heißt), wer viel tadelnswerte Rede führt (geschwätzig). apadhvasta (heißt auch) dhikkṛta (verwünscht). Für baddha (gebunden) (stehen) kīlita und saṃyata.
varaṇa [?], śabdana, nāndīvādin und nāndīkara sind gleichbedeutend (Herold, Sprecher des Segensspruchs). vyasanārta und uparakta, diese beiden (bedeuten vom Unglück heimgesucht). Für baddha (stehen) kīlita und saṃyata.
Wort für Wort
śabdanaḥ
Ausrufer
nāndīvādī nāndīkaraḥ
Sprecher des Segensspruchs
vyasanārta uparaktau
vom Unglück heimgesucht
baddhe kīlita saṃyatau
gebunden
„varaṇaḥ“ ist unklar; „nānvīkaraḥ“ für „nāndīkaraḥ“; „oparakrau“ für „uparaktau“. Die letzte Vershälfte wiederholt die von Vers 10 (Dittographie der Vorlage).
vihasta und vyākula sind gleichbedeutend (verwirrt). nṛśaṃsa, krūra und ghātuka (bedeuten grausam). pāpa, dhūrta und vañcaka (bedeuten Betrüger). Für mūrkha (Tor) (stehen) vaidheya und bāliśa.
Wort für Wort
vihasta vyākulau
verwirrt, ratlos
nṛśaṃsa krūra ghātukāḥ
grausam
pāpaḥ dhūrtaḥ vañcakaḥ
Betrüger
mūrkhe vaidheya bāliśau
Tor
„vihista“ für „vihasta“; „vaideha“ wohl für „vaidheya“.
Für kadarya (geizig) (stehen) kṛpaṇa und kṣudra. mārgaṇa, yācaka und arthin (bedeuten Bittsteller). Wer ahaṅkāravat (selbstgefällig) ist, heißt ahaṃyu; śubhaṃyu aber (heißt), wer mit Glück versehen ist.
śreyas, śreṣṭha, puṣkala, prāgrya, agrya, agrīya und agrima (bedeuten vorzüglich, best). vaḍra, uru und vipula (bedeuten groß). pīna und pīvan (stehen) für sthūla und pīvara (dick).
Für sehr fern aber steht daviṣṭha. vṛtta (steht) für nistala und vartula (rund). ucca, prāṃśu, unnata und udagra (bedeuten hoch). dhruva, nitya und sanātana (bedeuten beständig, ewig).
āviddha, kuṭila, bhugna, vellita und auch vakra (bedeuten krumm). cañcala und ebenso tarala (bedeuten beweglich). kaṭhora, jaṭhara und dṛḍha (bedeuten hart, fest).
parirambha, pariṣvaṅga, saṃśleṣa und upagūhana (bedeuten Umarmung). anumā (Schlussfolgerung) (ist die Erkenntnis) mittels Streitgegenstand (pakṣa), Grund (hetu) usw. Für ḍimba (Aufruhr) (stehen) ḍamara und viplava.
Die Erkenntnis eines nicht (sinnlich) nahen Gegenstandes aus dem Wort wird śābda (Wortzeugnis) genannt. Die Erkenntnis, die aus dem Sehen der Ähnlichkeit an einem Gleichartigen entsteht, heißt upamāna (Analogie).
Die Erkenntnis eines anderen Sachverhalts, wenn man eine Wirkung sieht, die ohne ihn nicht sein könnte, (heißt) arthāpatti (Postulation). Wird das Gegenstück (pratiyogin) auf dem Boden nicht wahrgenommen, (so ist die Erkenntnis) „es ist nicht“ der abhāva (Nichtsein). Mit diesen und weiteren Wörtern samt Genera ist Hari zur Einsicht der Menschen verkündet worden.
Wort für Wort
kāryam dṛṣṭvā vinā na syāt
eine Wirkung sehend, die ohne (ihn) nicht wäre
arthāpattiḥ para-artha-dhīḥ
Postulation, Erkenntnis eines anderen Sachverhalts