Kapitel 189: śravaṇadvādaśīvratam
Das Gelübde des Śravaṇa-Zwölften
Das Śravaṇadvādaśī-Gelübde im Bhādrapada (zwölfter Mondtag unter dem Mondhaus Śravaṇa, besonders wirksam an einem Mittwoch): Fasten, Bad am Zusammenfluss, Verehrung eines goldenen Vāmana auf einem Wasserkrug mit Anrufungs-, Bade- und Ehrengabeformeln, Verehrung der Körperteile, Nachtwache, Schlussgebete an Vāmana und Fastenbrechen am dreizehnten. Kleinere Tippfehler (śravaṇādaśī, dvādṛśyāṃ, dvādaśophalaṃ).
agnir uvāca | śravaṇādaśīṃ vakṣye māsi bhādrapade site / śravaṇena yutā śreṣṭhā mahatī sā hy upoṣitā //
Agni sprach: Ich werde die Śravaṇadvādaśī darlegen: Im Monat Bhādrapada, in der hellen Hälfte, ist der mit [dem Mondhaus] Śravaṇa verbundene [Zwölfte] der vorzüglichste; gefastet, ist er groß [an Wirkung].
Durch ein Bad am Zusammenfluss von Flüssen [erlangt man] die Frucht der Śravaṇadvādaśī. Mit Mittwoch und Śravaṇa verbunden, ist sie für Gaben usw. von sehr großer Frucht.
[Man stelle] ein goldenes [Bild] auf einen Wasserkrug; das Fastenbrechen [erfolgt] am dreizehnten. „Ich rufe Viṣṇu herbei, den Zwerg (Vāmana), den Träger von Muschel und Diskus.“
Wort für Wort
uda-kumbhe
auf einem Wasserkrug
svarṇa-mayam
golden
āvāhayāmi aham
ich rufe herbei
vāmanam
den Zwerg
śaṅkha-cakriṇam
Träger von Muschel und Diskus
Der Halbvers trayodaśyāntu pāraṇaṃ wiederholt V. 3.
„Viṣṇu, den Träger von Schirm und Stab — Verehrung, Verehrung dem Vāmana. Ich bringe die Ehrengabe dar, o Herr der Götter, der du stets mit Ehrengaben usw. verehrt wirst;
bhuktimuktiprajākīrtisarvaiśvaryayutaṃ kuru / vāmanāya namo gandhaṃ homo 'nenāṣṭakaṃ śataṃ //
mach [mich] mit Genuss, Erlösung, Nachkommenschaft, Ruhm und aller Herrschaft versehen.“ Mit „vāmanāya namaḥ“ [bringe man] Duftstoff [dar]; das Feueropfer [erfolgt] mit diesem [Mantra] einhundertachtmal.
mit „trailokyajayakāya“ (dem Besieger der drei Welten) das Glied; die Unterschenkel Haris verehre man mit „sarvādhipataye“ (dem Oberherrn von allem), die Füße Viṣṇus mit „sarvātmane namaḥ“ (Verehrung der Allseele).
In der Gabe weilt Vāmana ewig; Verehrung, Verehrung dem Vāmana.“ Nachdem man den Opferlohn gegeben und die Brahmanen gespeist hat, esse man selbst die Speise.