Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 98: gaurīpratiṣṭhākathanaṃ Die Installation der Gaurī

Īśvara beschreibt knapp die Aufstellung eines Bildes der Göttin Gaurī (Ambikā) nach dem Muster der Liṅga-Installation: Auflegung der Mantras und Prinzipien auf dem Lager, Weihe des Sockels als Kriyāśakti und Einsetzung der Göttin mit der durchdringenden Kraft. Das sehr kurze Kapitel (6 Verse) verweist durchgehend auf die vorangehenden Vorschriften.

īśvara uvāca | vakṣye gaurīpratiṣṭhāñca pūjayā sahitāṃ śṛṇu / maṇḍapādyaṃ puro yacca saṃsthāpya cādhiropayet //

Īśvara sprach: Ich werde nun die Installation der Gaurī samt ihrer Verehrung verkünden; höre! Nachdem er den Pavillon usw., wie zuvor, errichtet hat, soll er [das Bild] hinaufheben [Anm.: auf das Lager].

Wort für Wort
vakṣye
ich werde verkünden
gaurī-pratiṣṭhām
die Installation der Gaurī
pūjayā sahitām
samt der Verehrung
maṇḍapa-ādyam
Pavillon usw.
adhiropayet
soll hinaufheben

śayyāyāntāṃś ca vinyasya mantrānmūrtyādikān guha / ātmavidyāśivāntañca kuryādīśaniveśanaṃ //

und nachdem er auf dem Lager die Mantras, die Mūrti usw., o Guha, aufgelegt hat, [ebenso] Ātman, Vidyā bis Śiva, soll er die Einsetzung der Herrin (Īśā) vollziehen.

Wort für Wort
śayyāyām
auf dem Lager
mantrān mūrti-ādikān
die Mantras, die Mūrti usw.
guha
o Guha
ātma-vidyā-śiva-antam
Ātman, Vidyā bis Śiva
īśā-niveśanam
Einsetzung der Herrin

śaktiṃ parāṃ tato nyasya hutvā japtvā ca pūrvavat / sandhāya ca tathā piṇḍīṃ kriyāśaktisvarūpiṇīṃ //

Nachdem er dann die höchste Kraft aufgelegt, geopfert und gemurmelt hat wie zuvor, und ebenso den Sockel, der die Gestalt der Kriyāśakti hat, verbunden hat,

Wort für Wort
śaktim parām
die höchste Kraft
hutvā japtvā
opfernd und murmelnd
sandhāya
verbindend
piṇḍīm
den Sockel
kriyā-śakti-svarūpiṇīm
in Gestalt der Handlungskraft

sadeśavyāpikāṃ dhyātvā nyastaratnādikāṃ tathā / evaṃ saṃsthāpya tāṃ paścāddevīntasyānniyojayet //

ihn als seinen Bereich durchdringend meditiert und ebenso mit Edelsteinen usw. versehen hat – nachdem er ihn so aufgestellt hat, soll er danach die Göttin darauf setzen,

Wort für Wort
sa-deśa-vyāpikām
ihren Bereich durchdringend
nyasta-ratna-ādikām
mit eingelegten Edelsteinen usw.
saṃsthāpya
aufstellend
devīm tasyām
die Göttin darauf
niyojayet
soll setzen

devīntasyānniyojayet = devīṃ tasyāṃ niyojayet.

paraśaktisvarūpāntāṃ svāṇunā śaktiyogataḥ / tato nyaset kriyāśaktiṃ pīṭhe jñānañca vigrahe //

[die Göttin,] die bis zur Gestalt der höchsten Kraft reicht, mit ihrem eigenen Mantra, durch Verbindung mit der Kraft. Dann soll er die Kriyāśakti auf den Sockel und die Jñāna[śakti] in die Bildgestalt legen.

Wort für Wort
para-śakti-svarūpa-antām
bis zur Gestalt der höchsten Kraft
sva-aṇunā
mit ihrem eigenen Mantra
śakti-yogataḥ
durch Verbindung mit der Kraft
pīṭhe
auf den Sockel
jñānam vigrahe
die Erkenntnis(kraft) in die Bildgestalt

tatopi vyāpinīṃ śaktiṃ samāvāhya niyojayet / ambikāṃ śivanāmnīñca samālabhya prapūjayet //

Danach soll er die durchdringende Kraft herbeirufen und einsetzen; Ambikā, die Śivā genannte, soll er berühren und verehren.

Wort für Wort
vyāpinīm śaktim
die durchdringende Kraft
samāvāhya
herbeirufend
niyojayet
soll einsetzen
śiva-nāmnīm
die Śivā genannte
samālabhya prapūjayet
berührend soll er verehren

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