Agni zählt eine Vielzahl von Gaben und ihren Lohn auf: Kühe, Büffelkuh, Pflüge, Freilassung eines Stieres (mit Spruch), Land (mit Flächenmaßen), Sesam, Betten, Häuser, besondere Figurengaben (Yama-Büffel, Zeitrad, Kālapuruṣa), Gold, Speise, Wasser, Bücher und Wissen sowie Gaben an Tempel und das Baden der Gottheit. Speise- und Wissensgabe werden besonders gepriesen. Mehrere Schreibfehler der Digitalisierung (z. B. kuṇḍa statt daṇḍa in V. 13, taikañca, puṇḍalīka); einige Figurenbeschreibungen (V. 19–21) sind unklar.
agnir uvāca | ekāṅgāṃ daśagurdadyāddaśa dadyācca gośatī / śataṃ sahasragurdadyāt sarve tulyaphalā hi te //
Agni sprach: Wer zehn Kühe hat, gebe eine Kuh; wer hundert Kühe hat, gebe zehn; wer tausend Kühe hat, gebe hundert – denn sie alle haben gleiche Frucht.
Durch die Kuhgabe erlangt man Leben, Gesundheit, Glück und Himmel. [Spruch bei der Gabe einer Büffelkuh:] „Die glückverheißende Hauptgemahlin der Welthüter Indra und der übrigen,
Wort für Wort
go-dānāt
durch Kuhgabe
āyuḥ-ārogya-saubhāgya-svargam
Leben, Gesundheit, Glück, Himmel
indra-ādi-loka-pālānām
der Welthüter Indra usw.
rāja-mahiṣī śubhā
die glückverheißende Hauptkönigin
rājamahiṣī „Hauptkönigin“ enthält ein Wortspiel mit mahiṣī „Büffelkuh“.
mahiṣīdānamāhātmyādastu me sarvakāmadā / dharmarājasya sāhāyye yasyāḥ putraḥ pratiṣṭhitaḥ //
sie sei mir durch die Kraft der Büffelkuh-Gabe alle Wünsche gewährend. Sie, deren Sohn als Helfer des Dharmarāja (Yama) eingesetzt ist [Anm.: der Büffel als Reittier Yamas],
die Mutter des Mahiṣāsura – sie sei mir Gnaden spendend.“ Durch Gabe einer Büffelkuh [erlangt man] Glück, durch Gabe eines Stieres gelangt man in den Himmel.
Die „Reihe angespannter Pflüge“ genannte Gabe gewährt alle Früchte. Eine Reihe heißt [eine Gruppe von] zehn Pflügen, aus Holz gefertigt, mit Stieren versehen.
sauvarṇapaṭṭasannaddhāndattvā svarge mahīyate / daśānāṃ kapilānāṃ tu dattānāṃ jyeṣṭhapuṣkare //
Wer [die Stiere], mit goldenen Bändern angeschirrt, gegeben hat, wird im Himmel verherrlicht. Die Frucht von zehn braunen Kühen, die am Jyeṣṭha-Puṣkara gegeben werden,
namo brahmaṇyadeveśa pitṛbhūtarṣipoṣaka / tvayi mukte 'kṣayā lokā mama santu nirāmayāḥ //
Verehrung dir, Herr der Götter, den Brahmanen Holder, Ernährer der Ahnen, Wesen und Seher! Wenn du freigelassen bist, mögen mir unvergängliche, leidlose Welten zuteil werden.
mā me ṛṇo 'stu daivatyo bhautaḥ paitro 'tha mānuṣaḥ / dharmastvaṃ tvatprapannasya yā gatiḥ sāstu me dhruvā //
Keine Schuld soll mir bleiben, weder gegenüber den Göttern noch den Wesen, den Ahnen oder den Menschen. Du bist Dharma; der Weg dessen, der zu dir Zuflucht nimmt, der sei mir gewiss!“
wird aus der Welt der Totengeister befreit; [ebenso] im sechsten Monat und bei den Jahresriten usw. Mit einem Stab (Daṇḍa) von zehn Ellen [gemessen]: dreißig Stäbe sind ein Nivartana;
Wort für Wort
mucyate preta-lokāt
wird aus der Welt der Totengeister befreit
ṣaṇ-māse ābdika-ādiṣu
im sechsten Monat, bei Jahresriten usw.
daśa-hastena daṇḍena
mit einem Stab von zehn Ellen
triṃśat-daṇḍāt nivartanam
dreißig Stäbe ein Nivartana
kuṇḍena, kuṇḍān wohl verderbt für daṇḍena, daṇḍān (Messstab); āvdika = ābdika.
tānyeva daśavistārādgocarme tatprado 'ghabhit / gobhūhiraṇyasaṃyuktaṃ kṛṣṇājinantu yo 'rpayet //
eben diese [Nivartanas] in zehnfacher Ausdehnung ergeben ein Gocarman; wer dieses [Land] gibt, zerstört die Sünde. Wer ein schwarzes Antilopenfell samt Kuh, Land und Gold darbringt,
Wer ein goldenes Abbild seiner selbst gemacht und gegeben hat, [erlangt] ebenso den Himmel. Wer ein geräumiges Haus gebaut und gegeben hat, hat teil an Genuss und Erlösung.
Wer ein Haus, ein Kloster, eine Halle oder eine Herberge gegeben hat, kommt in den Himmel; wer einen Kuhstall gebaut und gegeben hat, erlangt sündlos den Himmel.
mit der Schlinge – nachdem man dessen Kopf abgeschnitten hat [?], gebe man jenen [Aufbau]; man wird des Himmels teilhaftig. Diese Gabe heißt „Dreigesicht“; ein Brahmane, der sie annimmt, lädt Sünde auf sich.
Wort für Wort
pāśī
mit der Schlinge versehen
tasya śiraḥ chittvā
dessen Kopf abgeschnitten habend
svarga-bhāj bhavet
wird des Himmels teilhaftig
tri-mukha-ākhyam idam dānam
diese Gabe heißt Dreigesicht
gṛhītvā dvijaḥ agha-bhāj
annehmend lädt der Brahmane Sünde auf sich
Die Beschreibung der Figurengruppe ist knapp und unklar.
cakraṃ rūpyamayaṃ kṛtvā ke dhṛtvā tat pradāpayet / hemayuktaṃ dvijāyaitat kālacakramidammahat //
Man fertige ein Rad aus Silber, halte es auf dem Kopf [?] und lasse es übergeben; mit Gold versehen [gebe man] es einem Brahmanen: dies ist das große Zeitrad (Kālacakra).
mit einem Tuch umhüllt, einem Brahmanen, für den gibt es keinen Stab Yamas (keine Strafe). Wurzeln, Früchte und dergleichen oder [sonst eine] Substanz, gesammelt oder einzeln,
gebe man mit Bezug auf Mṛtyuñjaya (den Todesbezwinger) zur Mehrung des Lebens. Ein Mann ist aus schwarzem Sesam zu bilden, mit silbernen Zähnen und goldenen Augen,
das Schwert in der erhobenen Hand, groß, mit einem Kranz von Hibiskusblüten, ein rotes Gewand tragend, bekränzt, mit einer Kette aus Muscheln geschmückt,
upānadyugayuktāṅghriḥ kṛṣṇakambalapārśvakaḥ / gṛhītamāṃsapiṇḍaś ca vāme vai kālapūruṣaḥ //
die Füße mit einem Paar Sandalen versehen, an der Seite eine schwarze Decke, und in der Linken einen Fleischkloß haltend – [das ist] der Kālapuruṣa (Mann der Zeit/des Todes).
Nachdem man ihn mit Duftstoffen und dergleichen verehrt hat, übergebe man ihn einem Brahmanen. [Der Geber] wird frei von Tod und Krankheit und wird ein König der Könige.
govṛṣau tu dvije dattvā bhuktimuktimavāpnuyāt / revantādhiṣṭhitañcāśvaṃ haimaṃ dattvā na mṛtybhāk //
Wer Kuh und Stier einem Brahmanen gegeben hat, erlangt Genuss und Erlösung. Wer ein goldenes Pferd, auf dem Revanta sitzt, gegeben hat, verfällt nicht dem Tod.
oder hundert Nivartana oder die Hälfte davon oder ein Hausgrundstück und dergleichen – selbst wer Land nur von der Größe eines Gocarman gegeben hat, wird an allem teilhaben.
Wie ein Tropfen Öl sich auf dem Wasser ausbreitet, so [breitet sich das Verdienst] des auf Land Gegebenen aus. Die Frucht aller [übrigen] Gaben begleitet [nur] eine Geburt;
die Frucht von Gold, Land und einer Gaurī (einem jungen Mädchen) begleitet sieben Geburten. Wer ein Mädchen [zur Ehe] gibt, errettet dreimal sieben Geschlechter und hat teil an der Brahman-Welt.
Wer einen Elefanten samt Opferlohn gegeben hat, wird makellos und hat teil am Himmel. Wer ein Pferd gegeben hat, erlangt Leben, Gesundheit, Glück und Himmel.
oder von der Hälfte, deren Hälfte oder wiederum der Hälfte, erlangt Genuss und Erlösung. Wer einen Wagen samt Stieren gegeben hat, gelangt auf einem Gefährt in den Himmel.
Durch Gewandgabe erlangt man Leben, Gesundheit und unvergänglichen Himmel. Wer Getreide, Weizen, Kalama-Reis, Gerste und dergleichen gibt, hat teil am Himmel.
und vielerlei himmlische [kostbare] Dinge – wer sie gegeben hat, hat teil an Genuss und Erlösung. Wer Sesam und ein Sesamgefäß gegeben hat, erlangt den Himmel.
annadānāt paraṃ nāsti na bhūtaṃ na bhaviṣyati / hastyaśvarathadānāni dāsīdāsagṛhāṇi ca //
Es gibt nichts Höheres als die Speisegabe, es gab es nicht und wird es nicht geben. Die Gaben von Elefanten, Pferden und Wagen, von Sklavinnen, Sklaven und Häusern –
ist von allen Sünden befreit und erlangt unvergängliche Welten. Wer Trinkwasser und eine Tränke (Wasserstelle) gegeben hat, erlangt Genuss und Erlösung.
agniṃ kāṣṭhañca mārgādau dattvā dīptyādimāpnuyāt / devagandharvanārībhirvimāne sevyate divi //
Wer auf dem Weg und dergleichen Feuer und Holz gegeben hat, erlangt Glanz und dergleichen; im Himmel wird er in einem Himmelswagen von Götter- und Gandharva-Frauen bedient.
Brahmā, die Welthüter und die übrigen verehrt habend, ist die Gabe von großer Frucht. Bäume und Gärten, Speisen und dergleichen, Beförderung auf dem Weg und dergleichen,
Wort für Wort
brahmāṇam loka-pāla-ādīn
Brahmā, die Welthüter usw.
prārcya dānam mahā-phalam
verehrt habend ist die Gabe von großer Frucht
vṛkṣa-ārāmān
Bäume, Gärten
bhojana-ādīn
Speisen usw.
mārga-saṃvāhana-ādikān
Beförderung auf dem Weg usw.
mārgasaṃvāhana unsicher: „Tragen/Beförderung auf dem Weg“ oder „Massage für Reisende“.
Wer die brahmanische Sarasvatī (das vedische Wissen) gegeben hat, wird makellos und hat teil an der Brahman-Welt. Der gibt die Erde mit ihren sieben Kontinenten, wer Brahman-Erkenntnis gibt.
Man gebe dem Lehrer Vermögen, den Schülern Speise und dergleichen. Was hätte der nicht gegeben, der [so] Dharma, Kāma und die übrigen [Ziele] im Blick hat?
siddhāntānāṃ pradānena mokṣamāpnotyasaṃśayaṃ / vidyādānamavāpnoti pradānāt pustakasya tu //
Durch die Gabe der Siddhāntas (Lehrwerke) erlangt man zweifellos die Erlösung. Durch die Gabe eines Buches aber erlangt man [das Verdienst] der Wissensgabe.
all das ist den Ahnen zu geben von dem, der für sie Unvergänglichkeit wünscht. Viṣṇu, Rudra, den Lotosgeborenen (Brahmā), die Göttin, Vighneśvara (Gaṇeśa) und die übrigen
Wer [den Tempel] fegt und [mit Kuhdung] bestreicht, wird ein makelloser Mensch. Wer vor [der Gottheit] vielerlei Maṇḍalas anlegt, wird Herr eines Landkreises (Maṇḍala).
Wort für Wort
sammārjanam upalepam
Fegen und Bestreichen
kurvan nirmalaḥ pumān
tuend wird ein makelloser Mensch
nānā-maṇḍala-kārī agre
wer vorne vielerlei Maṇḍalas anlegt
maṇḍala-adhipatiḥ bhavet
wird Herr eines Landkreises
nānāmaṇḍalakāryagre = nānāmaṇḍalakārī agre; Wortspiel mit maṇḍala.
Duftstoff, Blume, Räucherwerk und Lampe, Speiseopfer und Umwandlung (Pradakṣiṇa), Glocke, Banner und Baldachin, Schauspiel, Instrumentalmusik und Gesang,
Kampfer und ebenso Musta, Guggulu und Vijaya gebe man. Wer [die Gottheit] mit einem Prastha Ghee zur Saṅkrānti und dergleichen badet [?], der hat an allem teil.
Wort für Wort
karpūram mustam
Kampfer, Musta
guggulum vijayam dadyāt
Guggulu, Vijaya gebe man
ghṛta-prasthena saṃsthāpya
mit einem Prastha Ghee [badend]
saṅkrānti-ādau
zur Saṅkrānti usw.
saḥ sarva-bhāj
der hat an allem teil
saṃsthāpya „aufgestellt habend“ wohl für snāpya „gebadet habend“; vijaya bezeichnet hier wohl eine Duft- oder Heilpflanze.
Durch Baden [der Gottheit] mit Wasser [werden] zehn Vergehen [getilgt], mit Milch hundert, tausend mit Milch [und] Dickmilch [?], zehntausend mit Ghee, so gilt es.
Wer Sklavin, Sklave, Schmuck, Kuh, Land, Pferd, Elefant und dergleichen der Gottheit gegeben hat, gelangt mit Glück, Reichtum und langem Leben in den Himmel.