Kapitel 29: maṇḍalādivarṇanam
Beschreibung der Maṇḍalas und anderes
Das Kapitel beschreibt die Konstruktion von Maṇḍalas (Sarvatobhadra, Lotos- und Rad-Maṇḍalas, Maṇḍalas mit 196, 1024 und 1764 Kästchen) mit Toren, Zierden und Farbpulvern sowie die Verehrung der Prinzipien und Vyūhas darin, die Rezitationszahlen zur Mantra-Verwirklichung und die grobe, feine und höchste Meditationsgestalt des Mantras. Quellbesonderheiten: Die Einheiten 2–35 bestehen aus zwei ineinander verschränkten Textsträngen (Maṇḍala-Konstruktion bzw. Verehrung/Mantra-Praxis), die im Digitalisat zeilenweise vermischt sind; das Kapitel hat keinen Titel in der Überschrift, das Kolophon nennt es „maṇḍalādivarṇana“ und zählt es als 30. Kapitel; V. 49 ist nur ein Halbvers.
Nārada sprach: Der Adept soll den Mantra in einem Göttertempel oder dergleichen, auf reinem Boden, im Hause verwirklichen. Nachdem er im Maṇḍala Hari, den Herrn, verehrt hat, verehre er im südöstlichen Lotos die Prakṛti, im südlichen Lotos den Puruṣa.
caturastrīkṛte kṣetre maṇḍalādīni vai likhet / rasavāṇākṣikoṣṭheṣu sarvatobhadramālikhet / puruṣāddakṣiṇe ca vahniṃ nairṛte vāruṇenilaṃ / ādityamaindave padme ṛgyajuś caiśapadmake //
Auf dem viereckig gemachten Feld soll man die Maṇḍalas usw. zeichnen; in (einem Feld von) 256 Kästchen zeichne man das Sarvatobhadra (das „allseits Glückbringende“). – Südlich vom Puruṣa (verehre man) das Feuer, im Südwesten … , im Westen den Wind; die Sonne im nördlichen Lotos, Ṛk und Yajus im nordöstlichen Lotos.
Wort für Wort
caturasrī-kṛte kṣetre
auf dem viereckig gemachten Feld
rasa-vāṇa-akṣi-koṣṭheṣu
in 256 Kästchen
sarvatobhadram
das Sarvatobhadra-Maṇḍala
vāruṇe anilam
im Westen den Wind
aindave padme
im nördlichen (Mond-)Lotos
„rasa-vāṇa-akṣi“ = 6-5-2, nach der Regel der Zahlwörter von rechts gelesen: 256 (16 × 16). Im Südwesten fehlt ein Objekt. Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Mit sechsunddreißig Kästchen (entsteht) der Lotos; der Sockel liegt außen mit einer Reihe; mit zwei (Reihen) daran der Umgang, und mit zwei die Tore in den Richtungen. – Indra usw. im zweiten (Umkreis); ebenso im sechzehnblättrigen Lotos: Sāman, Atharvan, Äther, Wind, Feuer und Wasser.
Wort für Wort
ṣaṭtriṃśat-koṣṭhakaiḥ
mit 36 Kästchen
pīṭham
der Sockel
paṅktyā
mit einer Reihe
vīthikā
der Umgang
dvārāṇi dikṣu
die Tore in den Richtungen
padme ṣoḍaśake
im sechzehnblättrigen Lotos
„vahir“ = bahir. Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Hat man den zuvor beschriebenen Lotosbereich kreisförmig umzogen, (die Schnur) auf dem halben Lotos gedreht, den zwölften Teil außen (belassend) … – Erde, Manas, Ohr, Haut und Auge verehre man, ebenso Zunge und Nase, und Bhūḥ und Bhuvaḥ als sechzehnte.
Wort für Wort
vartulam bhrāmayitvā
kreisförmig umziehend
padma-kṣetram
den Lotosbereich
padma-ardhe
auf dem halben Lotos
bhāgam dvādaśamam
den zwölften Teil
arcayet
soll verehren
„bhāmayitvā“ = bhrāmayitvā. Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Nach der Einteilung ziehe man den Rest als vier kreisförmige Zonen: die erste ist die Zone des Fruchtknotens, die zweite die der Staubfäden – Mahaḥ, Janaḥ, Tapaḥ, Satya sowie Agniṣṭoma, Atyagniṣṭoma, Uktha, Ṣoḍaśin, Vājapeya,
Wort für Wort
vibhajya
eingeteilt
catuḥ-kṣetram vartulam
vier kreisförmige Zonen
karṇikā-kṣetram
die Zone des Fruchtknotens
keśarāṇām
der Staubfäden
agniṣṭomam
den Agniṣṭoma
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
die dritte die der Blattfugen, die vierte die der Blattspitzen. Man spanne die Eckschnüre aus, von den Ecken, (den Mittelpunkten der) Richtungen, der Mitte bis zum Ende. – Hat man den Atirātra verehrt, verehre man ebenso den Aptoryāma; (dann) Manas, Buddhi, Ahaṅkāra, Klang, Berührung, Form,
Wort für Wort
dala-sandhīnām
der Blattfugen
dala-agrāṇām
der Blattspitzen
prasārya koṇa-sūtrāṇi
die Eckschnüre ausspannend
atirātram
den Atirātra
mano buddhim ahaṅkāram
Manas, Buddhi, Ahaṅkāra
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Man setze (den Zirkel) an der Spitze der Staubfäden an und markiere die Blattfugen; dann lasse man die Schnüre fallen und zeichne dort die acht Blätter. – Geschmack und Geruch (verehre man) in den vierundzwanzig Lotossen der Reihe nach; Jīva, Manas, Dhī [?], Ahaṃ(kāra), Prakṛti, die Klang-Subtilform …
Wort für Wort
keśara-agre
an der Spitze der Staubfäden
lāñchayet
soll markieren
pātayitvā sūtrāṇi
die Schnüre fallen lassend
patra-aṣṭakam
die acht Blätter
padmeṣu caturviṃśatiṣu
in den 24 Lotossen
„jīvaṃ manodhipañcāhaṃ“ unklar. Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Den Abstand zwischen den Blattfugen nehme man als Maß, setze (den Zirkel) in die Mitte und ziehe damit die Blattspitze, deren Spitze und das Folgende. – (Verehrt werden) die Gestalten Vāsudeva usw. und ebenso das Zehnfache; hat man Manas, Ohr, Haut verehrt, (verehre man) auch Auge und Zunge,
Wort für Wort
dala-sandhi-antarālam
den Abstand zwischen den Blattfugen
mānam
als Maß
dala-agram bhrāmayet
soll die Blattspitze ziehen
vāsudeva-ādi-mūrtīḥ
die Gestalten Vāsudeva usw.
daśa-ātmakam
das Zehnfache
„daśatmakaṃ“ = daśātmakam. Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Hat man deren Zwischenraum an ihrer Seite in äußerer Folge angelegt, zeichne man an den Staubfäden je zwei, dann wiederum in der Blattmitte. – Nase, Rede, Hand und Fuß: diese in den zweiunddreißig Lotossen. Im vierten Umkreis sind sie mit Gliedern und Gefolge zu verehren.
Wort für Wort
tat-antarālam
deren Zwischenraum
vāhya-krameṇa
in äußerer Folge
dala-madhye
in der Blattmitte
dvātriṃśat-vārijeṣu
in den 32 Lotossen
caturtha-āvaraṇe
im vierten Umkreis
sa-parivārakāḥ
samt Gefolge
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Dies ist das allgemeine Kennzeichen des Lotos; es heißt „zwölfblättrig“. Mit dem Maß des halben Fruchtknotens ziehe man der Reihe nach (Kreise), im Osten beginnend. – Hat man After und Geschlechtsorgan verehrt, verehre man die zwölf Herren der Monate und die sechsundzwanzig von Puruṣottama an im äußeren Umkreis.
Wort für Wort
padma-lakṣma
Kennzeichen des Lotos
dvi-ṣaṭka-dalam
zwölfblättrig
karṇikā-ardhena mānena
mit dem halben Fruchtknoten als Maß
māsānām dvādaśa-adhipān
die zwölf Herren der Monate
puruṣottama-ādi-ṣaḍviṃśān
die 26 von Puruṣottama an
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
An dessen Seite entstehen durch Drehen (der Schnur) sechs Ringe; so ergeben sich zwölf „Fische“ (Fischblasenfiguren) und mit ihnen das Zwölfblatt. – Im Rad-Lotos sind in ihnen der Reihe nach die Herren der Monate zu verehren; acht Prakṛtis, oder sechs, fünf oder vier andere.
Wort für Wort
bhrama-yogena
durch Drehen
kuṇḍalyaḥ ṣaṭ
sechs Ringe
dvādaśa matsyāḥ
zwölf Fischfiguren
cakra-abje
im Rad-Lotos
māsānām patayaḥ
die Herren der Monate
aṣṭau prakṛtayaḥ
acht Prakṛtis
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Zur Herstellung des fünfblättrigen (Lotos) bilde man ebenso einen Fisch und (daraus) den Lotos. Außerhalb der Himmelslinie (liegt) der Sockel; dort wische man Kästchen aus. – Dann nehme man das Streuen des Farbpulvers im gezeichneten Maṇḍala vor; höre: Der Fruchtknoten sei gelb, alle Linien weiß und gleichmäßig.
Wort für Wort
pañca-patra-abhisiddhi-artham
zur Herstellung des Fünfblatts
vyoma-rekhā-vahiḥ
außerhalb der Himmelslinie
koṣṭāni mārjayet
soll Kästchen auswischen
rajaḥ-pātam
das Streuen des Pulvers
karṇikā pīta-varṇā
der Fruchtknoten gelb
rekhāḥ sitāḥ
die Linien weiß
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Drei (Kästchen) in den Ecken für die Füße (des Sockels), je zwei für die übrigen; in den vier Richtungen ausgewischt, bilden sie die Glieder (des Sockels). – Bei (einem Maṇḍala von) zwei Hand seien (die Linien) daumenbreit, bei einer Hand halb so breit, weiß. Den Lotos (fülle man) mit Weiß, die Fugen mit Schwarz oder Dunkel.
Wort für Wort
koṇeṣu pāda-artham
in den Ecken für die Füße
gātrakāṇi
die Glieder
dvi-haste
bei zwei Hand
aṅguṣṭha-mātrāḥ
daumenbreit
padmam śuklena
den Lotos mit Weiß
sandhīn kṛṣṇena
die Fugen mit Schwarz
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Dann tilge man in den Richtungen zwei Reihen für den Umgang; in den Himmelsrichtungen lege man Tore an, vier in allen vieren. – Die Staubfäden seien rot und gelb; die Ecken fülle man mit Rot; den Yoga-Sitz schmücke man nach Belieben mit allen Farben.
Wort für Wort
paṅkti-dvayam
zwei Reihen
vīthī-artham
für den Umgang
vilopayet
soll tilgen
keśarāḥ rakta-pītāḥ
die Staubfäden rot und gelb
yoga-pīṭham
den Yoga-Sitz
sārvavarṇikaiḥ
mit allen Farben
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
An den Seiten der Tore bringe der Kundige acht Zierden (śobhā) an; an deren Seite werden ebenso viele Nebenzierden (upaśobhā) gelehrt. – Mit Ranken, Baldachinen, Blättern usw. schmücke man den Umgang; am Sockeltor (fülle man) mit Weiß, die Zierde mit Rot, dann mit Gelb.
Wort für Wort
dvārāṇām pārśvataḥ
an den Seiten der Tore
śobhāḥ aṣṭau
acht Zierden
upaśobhāḥ
Nebenzierden
latā-vitāna-patra-ādyaiḥ
mit Ranken, Baldachinen, Blättern
pīṭha-dvāre
am Sockeltor
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
samīpa upaśobhānāṃ koṇāstu parikīrtitāḥ / caturdikṣu tato dve dve cintayenmadhyakoṣṭhakaiḥ / upaśobhāñca nīlena koṇaśaṅkhyāṃś ca vai sitān / bhadrake pūraṇaṃ proktamevamanyeṣu pūraṇaṃ //
Neben den Nebenzierden werden die Ecken gelehrt; in den vier Richtungen denke man sich dann je zwei mit den mittleren Kästchen. – Die Nebenzierde (fülle man) mit Blau und die Eck(-stücke) [?] weiß. So ist beim Bhadraka die Füllung gelehrt; ebenso die Füllung bei den anderen.
Wort für Wort
samīpe upaśobhānām
neben den Nebenzierden
madhya-koṣṭhakaiḥ
mit den mittleren Kästchen
nīlena
mit Blau
bhadrake
beim Bhadraka-Maṇḍala
pūraṇam
die (Farb-)Füllung
„koṇaśaṅkhyāṃś“ unklar. Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Vier (Kästchen) wische man von außen aus und je eines an beiden Seiten; zur Zierde tilge man an beiden Seiten je drei des Blattes [?]. – Das Dreieck schmücke man mit Weiß, Rot und Schwarz, das Zweieck mit Rot und Gelb, die Nabe beim Rad mit Schwarz.
Wort für Wort
vāhyataḥ mṛjyāt
soll von außen auswischen
śobhā-artham
zur Zierde
lumpet
soll tilgen
trikoṇam
das Dreieck
nābhim kṛṣṇena cakrake
die Radnabe mit Schwarz
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Ebenso verfahre man im umgekehrten Fall; danach (lege man) die Nebenzierde an; innerhalb und außerhalb der Ecke denke man sich drei, zweifach unterschieden. – Die Speichen (fülle man) mit Gelb und Rot, (die Zwischenräume) dunkel, den Radkranz mit Rot; weiß, dunkel, rötlich, schwarz und gelb seien die äußeren Linien.
Wort für Wort
viparyaye
im umgekehrten Fall
antar-vahiḥ
innen und außen
arakān
die Speichen
nemim raktataḥ
den Radkranz mit Rot
rekhāḥ vāhyataḥ
die Linien außen
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
So entsteht das Sechzehn-Kästchen-(Maṇḍala); so auch ein anderes Maṇḍala: bei Zwölfteilung sechsunddreißig Felder, Lotos und Umgang. – Weiß sei (das Pulver) aus Reismehl usw., rot aus Saflor usw., gelb mit Kurkuma, schwarz aus verbranntem Getreide.
Wort für Wort
ṣoḍaśa-koṣṭham
sechzehn Kästchen umfassend
ṣaṭtriṃśat-padam
36 Felder
śāli-piṣṭa-ādi
Reismehl usw.
kausumbhaka-ādikam
aus Saflor usw.
dagdha-dhānyataḥ
aus verbranntem Getreide
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Eine Reihe … [?]; Tor, Zierde usw. wie zuvor; der Lotos (misst) zwölf Fingerbreiten im Maṇḍala von einer Hand. – Dunkelgrün (gewinnt man) aus Śamī-Blättern usw. Für die Keimsilben (gilt Verwirklichung) durch hunderttausend Rezitationen, für die Mantras durch vierhunderttausend, für die Vidyās ist die Verwirklichung mit hunderttausend.
Wort für Wort
ekā paṅktiḥ
eine Reihe
dvādaśa-aṅgulibhiḥ
mit zwölf Fingerbreiten
śamī-patra-ādikaiḥ
aus Śamī-Blättern usw.
lakṣa-jāpyataḥ
durch hunderttausend Rezitationen
vidyānām
der Vidyās (weiblichen Mantras)
„prābhyāṃ“ verderbt. Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Bei (einem Maṇḍala von) zwei Hand misst (der Lotos) eine Hand; bei Vergrößerung verfahre man entsprechend mit dem Tor. Ohne Sockel sei es viereckig, das Rad-Lotos … [?]. – Zehntausend (Rezitationen) für die Buddhi-Vidyās, tausend für Hymnen; zuvor (vollziehe man) die Vorbereitung mit hunderttausend, ebenso die Reinigung des Mantras und seiner selbst.
Wort für Wort
dvi-haste hasta-mātram
bei zwei Hand eine Hand
vṛddhyā
bei Vergrößerung
a-pīṭham caturasram
ohne Sockel viereckig
stotrāṇām sahasrakam
tausend für Hymnen
mantra-śuddhiḥ
Reinigung des Mantras
„vikarañcakrapaṅkajam“ unklar. Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Der halbe Lotos wird mit neun (Fingerbreiten) angegeben, die Nabe gilt mit drei; mit acht bilde man die Speichen, den Radkranz mit vier Fingerbreiten. – Durch weitere hunderttausend wird der Mantra zum „Feld“ gemacht (d. h. wirksam angeeignet); das Opfer der Keimsilben wird ebenso wie die Vorbereitung gelehrt [?].
Wort für Wort
padma-ardham navabhiḥ
der halbe Lotos mit neun
nābhiḥ tisṛbhiḥ
die Nabe mit drei
nemim catur-aṅgulaiḥ
den Radkranz mit vier Fingerbreiten
kṣetrī-kṛtaḥ
zum Feld gemacht
homaḥ vījānām
das Opfer der Keimsilben
„dvārakān“ wohl für arakān (Speichen); „pūrvamevāsamo“ unsicher. Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
tridhā vibhajya ca kṣetramantardvābhyāmathāṅkayet / pañcāntasvarasiddhyarthaṃ teṣvasphālya likhedarān / pūrvasevā daśāṃśena mantrādīnāṃ prakīrtitā / paraś carye tu mantre tu māsikaṃ vratamācaret //
Man teile das Feld dreifach und markiere dann innen mit zwei (Linien); zur Herstellung der … [?] zeichne man in ihnen durch Anschlagen (der Schnur) die Speichen. – Die Vorbereitung (pūrvasevā) für die Mantras usw. wird mit einem Zehntel (an Opfern) gelehrt; bei der Vorbereitungspraxis (puraścaryā) für den Mantra halte man ein einmonatiges Gelübde.
Wort für Wort
tridhā vibhajya
dreifach eingeteilt
āsphālya
durch Anschlagen der Schnur
likhet arān
soll die Speichen zeichnen
pūrva-sevā
die Vorbereitung
daśa-aṃśena
mit einem Zehntel
māsikam vratam
ein einmonatiges Gelübde
„pañcāntasvarasiddhyarthaṃ“ unklar. Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
(Die Speichen) zeichne man nach Wunsch in Gestalt von Blaulotosblättern oder wie eine Zitrone oder lang wie Lotosblätter. – Den linken Fuß setze man auf die Erde; man nehme keine Gaben an. So (erlangt man) mit doppeltem und dreifachem (Aufwand) mittlere und höchste Vollkommenheiten.
Wort für Wort
indīvara-dala-ākārān
in Gestalt von Blaulotosblättern
mātuluṅga-vat
wie eine Zitrone
icchā-anurūpataḥ
nach Wunsch
na gṛhṇīyāt pratigraham
soll keine Gaben annehmen
madhyama-uttama-siddhayaḥ
mittlere und höchste Vollkommenheiten
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Außen am Radkranz, im Zwischenraum der Speichenfugen stehend, ziehe man (den Kreis); man ziehe die Speichenwurzel, in der Mitte der Fuge stehend. – Ich will die Meditation der Mantras darlegen, durch die die Frucht des Mantras zuteil wird: Die grobe, aus Klang bestehende Gestalt gilt als die äußere Verkörperung.
Wort für Wort
nemau
am Radkranz
ara-sandhi-antare
im Zwischenraum der Speichenfugen
mantra-dhyānam
die Meditation der Mantras
sthūlam śabda-mayam rūpam
die grobe, klanghafte Gestalt
vigraham vāhyam
die äußere Verkörperung
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
In der Mitte der Speiche stehend drehe man die … [?] gleichmäßig; so werden die Zwischenräume (der Speichen) richtig, zitronenähnlich und gleich. – Die feine, aus Licht bestehende Gestalt im Herzen ist aus Denken bestehend; die aber vom Denken frei ist, wird die höchste genannt.
Wort für Wort
ara-madhye sthitaḥ
in der Speichenmitte stehend
mātuluṅga-nibhāḥ
zitronenähnlich
sūkṣmam jyotir-mayam
fein, aus Licht bestehend
hārdam cintā-mayam
im Herzen, aus Denken bestehend
cintayā rahitam
vom Denken frei
„madhamaraṇiṃ“ verderbt. Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Ein Feld von vierzehn Hand teile man gleichmäßig siebenfach; wird (jedes Teil) nochmals zweifach geteilt, ergeben sich hier hundertsechsundneunzig (Kästchen). – Die grobe Gestalt kommt vornehmlich Varāha, Narasiṃha und den Śaktis zu; die vom Denken freie Gestalt wird dem Vāsudeva zugeschrieben.
Wort für Wort
vibhajya saptadhā
siebenfach geteilt
caturdaśa-karam
vierzehn Hand messend
dvidhā kṛte
zweifach geteilt
varāha-siṃha-śaktīnām
von Varāha, Narasiṃha und den Śaktis
vāsudevasya
des Vāsudeva
196 = 14 × 14. Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Mit je vier dieser Kästchen zeichne man in der Mitte ein Bhadra; ringsum lasse man (eine Reihe) für den Umgang frei und zeichne ebenso in den Richtungen. – Die Gestalt der übrigen gilt stets als im Herzen und aus Denken bestehend; die grobe heißt Vairāja, die feine ist die mit Merkmal versehene.
Wort für Wort
koṣṭhakāni caturbhiḥ
Kästchen mit je vier
bhadram samālikhet
soll ein Bhadra zeichnen
visṛjet vīthyai
für den Umgang freilassen
vairājam
das Vairāja (kosmische)
liṅgitam
mit Merkmal versehen
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
kamalāni punarvīthyai paritaḥ parimṛjya tu / dve dve madhyamakoṣṭhe tu grīvārthaṃ dikṣu lopayet / cintayā rahitaṃ rūpamaiśvaraṃ parikīrtitam / hṛtpuṇḍarīkanilayañcaitanyaṃ jyotiravyayam //
(Zeichne man) wiederum Lotosse, nachdem man ringsum (eine Reihe) für den Umgang ausgewischt hat; je zwei im mittleren Kästchen tilge man in den Richtungen für den Hals (des Tores). – Die vom Denken freie Gestalt wird die herrscherliche (aiśvara) genannt: das im Herzlotos wohnende Bewusstsein, das unvergängliche Licht.
Wort für Wort
kamalāni
Lotosse
parimṛjya
ausgewischt
grīvā-artham
für den Hals (des Tores)
aiśvaram
herrscherlich
hṛt-puṇḍarīka-nilayam
im Herzlotos wohnend
jyotiḥ avyayam
unvergängliches Licht
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Danach tilge man außen vier, dann je drei; neben dem Hals, außen, eine: das heißt die Zierde. – Die Keimsilbe meditiere man als aus Keimsilben bestehend, von der Gestalt einer Kadamba-Blüte, wie eine Lampe im Inneren eines Kruges, deren Ausstrahlung gehemmt ist;
Wort für Wort
lopayet
soll tilgen
grīvā-pārśve
neben dem Hals
kadamba-kusuma-ākṛtim
von Gestalt einer Kadamba-Blüte
kumbha-antara-gataḥ dīpaḥ
eine Lampe im Krug
niruddha-prasavaḥ
mit gehemmter Ausstrahlung
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
In den äußeren Ecken auswischend, wische man innen sieben und drei aus. Das Maṇḍala sei neunteilig; darin verehre man Hari als neunfachen Vyūha. – (So) verharrt der Herr des Mantras im Herzen, zusammengezogen und allein; (doch wie) aus einem Krug mit vielen Löchern ebenso viele Strahlen (dringen),
Wort für Wort
maṇḍalam nava-bhāgam
das Maṇḍala neunteilig
nava-vyūham
den neunfachen Vyūha
saṃhataḥ kevalaḥ
zusammengezogen, allein
mantra-īśvaraḥ hṛdi
der Mantraherr im Herzen
aneka-śuṣire kumbhe
in einem Krug mit vielen Löchern
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Das Maṇḍala des fünfundzwanzigfachen Vyūha, das zur Allgestalt gehört: ein Feld von zweiunddreißig Hand, gleichmäßig durch zweiunddreißig geteilt. – so breiten sich die Strahlen der Keimsilbe durch die Kanäle (nāḍī) nach außen aus; dann, durch ihren Glanz den göttlichen Körper sich zu eigen machend, verharren sie.
Wort für Wort
pañcaviṃśatika-vyūham
den 25fachen Vyūha
viśvarūpa-gam
zur Allgestalt gehörig
dvātriṃśat-hastakam
32 Hand messend
nāḍībhiḥ
durch die Kanäle
vīja-raśmayaḥ
die Strahlen der Keimsilbe
ātmī-kṛtya tanum
den Körper sich aneignend
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
So verfahren, werden tausendvierundzwanzig Kästchen angegeben; in der Mitte mit sechzehn Kästchen … – Die vom Herzen ausgehenden Kanäle (reichen) bis in den Bereich des Sehsinns; von ihnen stehen zwei Kanäle, aus Agni und Soma bestehend, an der Nasenspitze.
Wort für Wort
caturviṃśati-adhikam sahasrakam
1024
madhye ṣoḍaśa-koṣṭhakaiḥ
in der Mitte mit 16 Kästchen
hṛdayāt prasthitāḥ nāḍyaḥ
vom Herzen ausgehende Kanäle
agnīṣoma-ātmake
aus Agni und Soma bestehend
nāsā-agra-saṃsthite
an der Nasenspitze stehend
1024 = 32 × 32. Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Hat man das Bhadraka gezeichnet und dann an der Seite eine Reihe ausgewischt, zeichne man darauf mit sechzehn Kästchen in den Richtungen acht Bhadras. – Hat der Mantrakundige durch geheimen Yoga den Körperwind richtig bezwungen, erlangt er, der Rezitation und Meditation hingegeben, das Kennzeichen (der Wirksamkeit) des Mantras.
Wort für Wort
bhadrakam parilikhya
das Bhadraka gezeichnet
bhadra-aṣṭakam
acht Bhadras
guhyena yogena
durch geheimen Yoga
jitvā deha-samīraṇam
den Körperwind bezwungen
japa-dhyāna-rataḥ
der Rezitation und Meditation hingegeben
Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
Auch danach wische man eine Reihe aus, zeichne ebenso sechzehn Bhadras, wische ringsum eine Reihe aus und lege dann an: – Wer Elemente und Tanmātras gereinigt hat und mit Wünschen Yoga übt, erlangt Aṇimā (Kleinheit) usw.; der Leidenschaftslose aber, (dies) überschreitend, wird im göttlichen (Selbst) von den bloßen Elementen und vom Griff der Sinne befreit.
Wort für Wort
ṣoḍaśa-bhadrakam
sechzehn Bhadras
saṃśuddha-bhūta-tanmātraḥ
mit gereinigten Elementen und Subtilelementen
aṇimā-ādim
Aṇimā usw. (Wunderkräfte)
viraktaḥ
der Leidenschaftslose
indriya-grahāt
vom Griff der Sinne
Fünf Halbverse. Die Einheit verbindet zwei Textstränge (Maṇḍala-Konstruktion / Verehrung bzw. Mantra-Praxis), die im Digitalisat ineinandergeschoben sind.
In jeder einzelnen Richtung gibt es auch drei Tore; je fünf in den Ecken wische man Reihe um Reihe der Reihe nach aus; so entstehen die Kästchen. (Dies ist) ein glückbringendes Maṇḍala, von Menschen zu verehren [?].