Kapitel 117: śrāddhakalpaḥ
Die Ordnung des Totenopfers (Śrāddhakalpa)
Agni beschreibt nach Kātyāyana den Ablauf des Śrāddha: Einladung und Auswahl der Brahmanen, Anrufung von Allgöttern und Vätern, Arghya, Feueropfer, Bewirtung, Kloßgabe, Segenswünsche und Entlassung. Es folgen Ekoddiṣṭa, Sapiṇḍīkaraṇa und Ābhyudayika-Śrāddha, die Sättigungsdauer der Väter durch verschiedene Speisen, die Paṅktipāvanas, die Wunsch-Śrāddhas nach Mondtagen sowie unvergängliche Termine und Orte. Der Text weist mehrere Digitalisierungsfehler auf (z.B. V. 2, 14, 32, 33); in V. 50 fehlt der dritte Mondtag.
Agni sprach: Wie Kātyāyana es den Weisen verkündet hat, so will ich das Śrāddha (Totenopfer) darlegen. Man vollziehe das Śrāddha in Gayā usw., besonders aber bei der Saṅkrānti [Anm.: Eintritt der Sonne in ein neues Tierkreiszeichen] usw.
Wort für Wort
kātyāyanaḥ munīn āha
Kātyāyana sprach zu den Weisen
yathā ... tathā vade
wie ..., so sage ich
śrāddham kurvīta
man vollziehe das Totenopfer
gayā-ādau
in Gayā usw.
saṅkrānti-ādau viśeṣataḥ
besonders beim Sonnenübergang usw.
kātyāyanī ist wohl verderbt für kātyāyano (Nominativ); zu lesen: kātyāyano munīn āha.
kāle vāparapakṣe ca caturthyā ūrdhvameva va / samyādya ca padarkṣe ca pūrvedyuś ca nimantrayet //
Oder zur (vorgeschriebenen) Zeit, und zwar in der zweiten (dunklen) Monatshälfte vom vierten Mondtag an aufwärts, an dem Tag, an dem es sich einrichten lässt [?], und unter dem (passenden) Mondhaus [?]; am Vortag lade man (die Brahmanen) ein.
Wort für Wort
kāle vā
oder zur rechten Zeit
aparapakṣe
in der zweiten (dunklen) Monatshälfte
caturthyāḥ ūrdhvam
ab dem vierten Mondtag
pūrvedyuḥ
am Vortag
nimantrayet
er lade ein
samyādya ca padarkṣe ca ist verderbt; vermutlich sampādya (wenn es sich fügt) und ein Mondhaus-Ausdruck; ūrdhvameva va für ūrdhvam eva vā.
(Man lade) Asketen oder rechtschaffene Hausväter, Snātakas [Anm.: Absolventen des Vedastudiums], vedakundige (Śrotriya-)Zweimalgeborene, untadelige, dem Ritual ergebene, gebildete und mit gutem Wandel versehene.
Man meide die mit weißem Aussatz, Lepra usw. Behafteten; man nehme keine (anderweitig schon) Eingeladenen [?]. Die gebadeten, reinen und selbstbeherrschten (Brahmanen) lasse man beim Götterritus nach Osten gewandt
upaveśayettrīn pitryādīnekaikamubhayatra vā / evaṃ mātāmahādeś ca śākair api ca kārayet //
Platz nehmen; drei beim Väterritus usw., oder je einen bei beiden (Riten). Ebenso (verfahre man) für den Großvater mütterlicherseits usw.; man lasse (es) auch mit Gemüse vollziehen [?].
Wort für Wort
upaveśayet
er lasse Platz nehmen
trīn pitrya-ādīn
drei beim Väterritus usw.
ekaikam ubhayatra vā
oder je einen bei beiden
mātāmaha-ādeḥ
für den Großvater mütterlicherseits usw.
śākaiḥ api
auch mit Gemüse
śākair api ca kārayet ist unklar; möglicherweise verderbt.
Alle, die an der Spitze der Reihe sitzen, frage er bei der Befragung (um Zustimmung) und ebenso beim Sitz [?]; nachdem er Darbha-Gras doppelt gelegt ausgebreitet hat, vollziehe er für den Väterritus (die Handlungen), beginnend mit den Göttern.
viśvāndevānāvāhayiṣye pṛcchedāvāhayeti ca / viśvedevāsa āvāhya vikīryātha yavān japet //
'Ich werde die Allgötter (Viśvedevas) herbeirufen' – so frage er; und (auf die Antwort) 'Rufe herbei!' – nachdem er (sie mit dem Vers) 'viśve devāsa' herbeigerufen und Gerste ausgestreut hat, murmele er
viśve devāḥ śṛṇutemaṃ pitṝnāvāhayiṣye ca / pṛcchedāvāhayetyukte uśantastvā samāhvayet //
'viśve devāḥ śṛṇutemam' (Allgötter, hört dies). 'Ich werde die Väter herbeirufen' – so frage er; wenn 'Rufe herbei!' gesagt ist, rufe er (sie mit dem Vers) 'uśantas tvā' herbei.
Nachdem er Sesam ausgestreut hat, murmele er beim Väterritus 'āyantu' usw. [Anm.: 'Kommen sollen (unsere Väter)']. Oder er gieße (Wasser) in (das Gefäß) mit dem Pavitra (Grasstreifen) mit der Dreiversgruppe 'śaṃ no devīr abhiṣṭaye'.
Mit 'yavo 'si' (Gerste bist du) gebe er Gerste; beim Väterritus überall Sesam (mit dem Spruch): 'tilo 'si somadevatyo gosavo devanirmitaḥ, pratnam adbhiḥ pṛktaḥ svadhayā pitṝn lokān prīṇāhi naḥ svadhā' (Sesam bist du, dem Soma geweiht, Gosava [?], von den Göttern geschaffen; von alters her mit Wassern vermischt, erfreue mit Svadhā die Väter, die Welten und uns, svadhā). Mit 'śrīś ca te' gebe er Blumen, und zwar in ein goldenes oder silbernes Gefäß,
Wort für Wort
yavaḥ asi
Gerste bist du
tilaḥ asi soma-devatyaḥ
Sesam bist du, Soma zur Gottheit habend
adbhiḥ pṛktaḥ
mit Wassern vermischt
svadhayā pitṝn prīṇāhi
erfreue mit Svadhā die Väter
pātre haime rājate
in goldenem, silbernem Gefäß
gosavaḥ im Mantra unklar (Name eines Opfers bzw. 'Rinderantrieb').
oder in ein (Gefäß) aus Udumbara-Holz oder aus Nashorn(horn) oder in eine Blattschale, rechtsherum. Für die Götter verfahre er rechtsseitig, für die Väter aber linksseitig.
Wort für Wort
audumbare
aus Udumbara-Holz
khaḍge
aus Nashorn(horn)
parṇa-pātre
in einer Blattschale
devānām apasavyam
für die Götter rechtsseitig
pitṝṇām savyam ācaret
für die Väter verfahre er linksseitig
apasavya hier im Sinne von 'rechts, nicht links', savya 'links' (Gegensatz Götter/Väter).
ekaikasya ekaikena sapavitrakareṣu ca / yā divyā āpaḥ payasā sambabhūvuryā antarikṣā utapārthivīryāḥ hiraṇyavarṇā yajñiyāstā na āpaḥ śivāḥ saṃśyonāḥ suhavā bhavantu || viśve devā eṣa vo 'rghaḥ svāhā ca pitareṣa te //
Jedem einzeln mit je einem (Gefäß), in die mit Pavitra versehenen Hände (gieße er Wasser mit dem Vers): 'yā divyā āpaḥ payasā sambabhūvur yā antarikṣā uta pārthivīr yāḥ, hiraṇyavarṇā yajñiyās tā na āpaḥ śivāḥ śaṃ syonāḥ suhavā bhavantu' (Die himmlischen Wasser, die mit Milch entstanden sind, die im Luftraum und die irdischen, die goldfarbenen, opferwürdigen – diese Wasser seien uns hold, heilsam, freundlich und gut anzurufen). 'Allgötter, dies ist euer Arghya (Ehrenwasser), svāhā', und 'Vater, dies ist dir (bestimmt)'.
Ebenso (verfahre er) für den Großvater usw.; mit dem Zusammengeflossenen (Wasser) handle er beim ersten (Gefäß) [?]: mit 'pitṛbhyaḥ sthānam asi' (du bist der Platz für die Väter) stellt er das Gefäß umgestülpt nach unten.
Wort für Wort
evam pitāmaha-ādeḥ
ebenso für den Großvater usw.
saṃsravāt
aus dem zusammengeflossenen Wasser
prathame
beim ersten (Gefäß)
pitṛbhyaḥ sthānam asi
du bist der Platz für die Väter
nyubjam pātram karoti adhaḥ
stellt das Gefäß umgestülpt hin
avadhaivaṃ pitāmahadeḥ verderbt, wohl evam eva pitāmahādeḥ.
atra gandhapuṣpadhūpadīpācchādanadānakaṃ / ghṛtāktamannamuddhṛtya pṛcchatyagnau kariṣye ca //
Hierauf (folgt) die Gabe von Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Lampe und Gewand. Nachdem er mit Ghee benetzte Speise herausgenommen hat, fragt er: 'Ich werde (es) ins Feuer (opfern)'.
kuruṣvetyabhyanujñāto juhuyātsāgniko 'nale / anagnikaḥ pitṛhaste sapavitre tu mantrataḥ //
Mit 'Tu es!' ermächtigt, opfere, wer ein Feuer unterhält, ins Feuer; wer kein Feuer hat, in die mit Pavitra versehene Hand des (die) Väter (vertretenden Brahmanen), mit Mantra.
'agnaye kavyavāhanāya svāhā' (Dem Agni, dem Überbringer der Ahnenspeise, svāhā) ist die erste Spende; dann 'somāya pitṛmate' (dem Soma, der mit den Vätern ist), und die weiteren an Yama und Aṅgiras [?].
Nachdem er den Opferrest in das Speisegefäß gegeben hat, berühre er das Gefäß; nachdem er gemurmelt hat: 'pṛthivī te pātraṃ dyauḥ pidhānaṃ brāhmaṇasya mukhe amṛte amṛtaṃ juhomi svāhā' (Die Erde ist dein Gefäß, der Himmel der Deckel; in den Mund des Brahmanen, in das Unsterbliche opfere ich Unsterbliches, svāhā), und (den Vers) 'idaṃ viṣṇuḥ', lege er den Daumen des Brahmanen in die Speise.
Wenn er sie als gesättigt erkannt hat, streue er Speise aus und gebe jeweils einmal Wasser; nachdem er die Gāyatrī wie zuvor gemurmelt hat, murmele er 'madhu madhu' (Honig, Honig).
tṛptāḥ stha iti sampṛcchettṛptāḥ sma iti vai vadet / śeṣamannamanujñāpya sarvamannamathaikataḥ //
'Seid ihr gesättigt?' frage er; 'Wir sind gesättigt' sollen sie sagen. Nachdem er (die Verwendung) der übrigen Speise hat genehmigen lassen, (nehme er) dann alle Speise zusammen
uddhṛtyocchiṣṭapārśve tu kṛtvā caivāvanejanaṃ / dadyātkuśeṣu trīn piṇḍānācānteṣu pare jaguḥ //
heraus, und nachdem er neben den Speiseresten das Wasserausgießen (avanejana) vollzogen hat, gebe er drei Klöße (piṇḍa) auf Kuśa-Gras; andere sagten: (erst) wenn (die Brahmanen) den Mund ausgespült haben.
Den (Brahmanen), die den Mund gespült haben, lasse er Wasser, Blumen und ungebrochene Reiskörner reichen; dann (lasse er) 'akṣayyodakam' (unvergängliches Wasser) (sprechen), und der Mann erbitte Segenswünsche:
yācitāraś ca naḥ santu mā ca yācisma kañcana / svadhāvācanīyān kuśānāstīrya sapavitrakān //
'Bittende mögen uns zuteil werden, und niemals mögen wir jemanden bitten.' Nachdem er die für das Svadhā-Sprechen bestimmten Kuśa-Halme samt Pavitra ausgebreitet hat,
svadhocyatāmastu svadhā ucyamānastathaiva ca / apo niṣiñceduttānaṃ pātraṃ kṛtvātha dakṣiṇāṃ //
'werde Svadhā gesprochen!' – (Antwort:) 'Es sei Svadhā', und ebenso bei jedem Genannten. Er gieße Wasser aus, stelle das Gefäß aufrecht und dann (gebe er) die Dakṣiṇā (Opferlohn)
nach Vermögen, beim Götter- und beim Väterteil. Dann lasse er sprechen: 'Die Allgötter mögen erfreut sein', und mit (dem Vers) 'vāje vāje' entlasse er (sie).
Wort für Wort
yathāśakti pradadyāt
gebe nach Vermögen
daive paitre
beim Götter- und Väterteil
viśve devāḥ prīyantām
die Allgötter mögen erfreut sein
vāje (vāje)
Versanfang 'bei jedem Wettkampf'
visarjayet
er entlasse
vāje visarjayet: wohl vāje vāje (Vers-Incipit) zu lesen.
Mit (dem Vers) 'ā mā vājasya' folgt er (ihnen) nach, umwandelt die Brahmanen rechtsherum und trete dann ins Haus. Am Neumond, Monat für Monat, verfahre er so.
Das Ekoddiṣṭa (-Śrāddha für einen einzelnen Verstorbenen) werde ich darlegen: das Śrāddha vollziehe man wie zuvor; ein Pavitra, ein Arghya (Ehrenwasser) und einen Kloß lasse man darreichen.
nāvāhanāgnaukaraṇaṃ viśve devā na cātra hi / tṛptipraśne svaditamiti vadetsukhaditaṃ dvijaḥ //
Hier gibt es keine Anrufung, keine Opferung ins Feuer und keine Allgötter. Bei der Frage nach der Sättigung sage er 'svaditam?' (hat es geschmeckt?), der Brahmane (antworte) 'susvaditam' (es hat vortrefflich geschmeckt).
upatiṣṭhatāmityakṣayye visarge cābhiramyatāṃ / abhiratāḥ sma ity apare śeṣaṃ pūrvavadācaret //
Beim Akṣayya (sage er) 'upatiṣṭhatām' (es möge zukommen), bei der Entlassung 'abhiramyatām' (freut euch); 'abhiratāḥ smaḥ' (wir sind erfreut) (antworten) die anderen; das Übrige vollziehe er wie zuvor.
Das Sapiṇḍīkaraṇa [Anm.: Aufnahme des Verstorbenen in die Gemeinschaft der Väter] werde ich darlegen: am Ende des Jahres oder auch in dessen Mitte; drei Gefäße für die Väter, ein Gefäß für den Verstorbenen (preta).
Das Gefäß des Verstorbenen (gieße er) in die Vätergefäße mit den zwei (Versen) 'ye samānāḥ'; wie zuvor (folgen) Kloßgabe usw.; (so) erlangen die Verstorbenen den Väterstand.
athābhyudayikaṃ śrāddhaṃ vakṣye sarvaṃ tu pūrvavat / japet pitṛmantravarjaṃ pūrvāhṇe tat pradakṣiṇaṃ //
Nun werde ich das Ābhyudayika-Śrāddha [Anm.: bei glückverheißenden Anlässen] darlegen; alles aber (geschieht) wie zuvor. Man murmele unter Auslassung der Vätermantras; (es findet) am Vormittag (statt), und zwar rechtsherum.
Die Verrichtungen (geschehen) mit geraden Kuśa-Halmen und hier mit Gerste anstelle von Sesam; bei der Frage nach der Sättigung (sage er) 'sampannam?' (ist es vollendet?), der Brahmane sage 'susampannam' (wohl vollendet).
Die Klöße (sind) mit Dickmilch, ungebrochenen Körnern, Jujuben usw. (bereitet). 'Ich werde die Nāndīmukha-Väter herbeirufen' frage er, und beim Akṣayya (sage er) 'prīyantām' (sie mögen erfreut sein).
nāndīmukhāś ca pitarastatpitā prapitāmahaḥ / mātāmahaḥ pramātāmaho vṛddhapramātṛkāmahaḥ //
Die Nāndīmukha-Väter sind: der Vater, dessen Vater, der Urgroßvater; der Großvater mütterlicherseits, der Urgroßvater mütterlicherseits und der Ururgroßvater mütterlicherseits.
Wort für Wort
tat-pitā
dessen Vater
prapitāmahaḥ
der Urgroßvater
mātāmahaḥ
der Großvater mütterlicherseits
pramātāmahaḥ
der Urgroßvater mütterlicherseits
vṛddha-pramātāmahaḥ
der Ururgroßvater mütterlicherseits
vṛddhapramātṛkāmahaḥ entstellt für vṛddhapramātāmahaḥ.
svadhākāranna yuñjīta yugmān viprāṃś ca bhojayet / tṛptiṃ vakṣye pitṝṇāṃ ca grāmyair oṣadhibhis tathā //
Das Svadhā-Wort verwende er nicht; eine gerade Anzahl von Brahmanen bewirte er. Die Sättigung der Väter werde ich darlegen: mit dörflichen (angebauten) Pflanzen ebenso
māsantṛptis tathāraṇyaiḥ kandamūlaphalādibhiḥ / matsyair māsadvayaṃ mārgaistrayaṃ vai śākunena ca //
(entsteht) einen Monat lang Sättigung, ebenso mit wildwachsenden Knollen, Wurzeln, Früchten usw.; mit Fischen zwei Monate, mit Wildbret (von Gazellen) drei, mit Vogelfleisch
Mit dem Fleisch des Vārdhrīṇasa [Anm.: ein Tier mit langen Ohren bzw. Nashornvogel; genaue Deutung unsicher] (entsteht) zwölfjährige Sättigung. Nashornfleisch, Kālaśāka-Gemüse, (das Fleisch) einer roten Ziege, Honig
mahāśalkāś ca varṣāsu maghāśrāddhamathākṣayaṃ / mantrādhyāyyagnihotrī ca śākhādhyāyī ṣaḍaṅgavit //
und Mahāśalka-(Fische bzw. Krustentiere) in der Regenzeit sowie das Śrāddha unter dem Mondhaus Maghā sind unvergänglich. Wer die Mantras studiert, der Agnihotra-Opferer, wer eine (Veda-)Schule studiert, der Kenner der sechs Hilfswissenschaften,
der Triṇāciketa, der Trimadhu, der Rezitator des Dharmadroṇa [?], der Kenner des Trisuparṇa und des Jyeṣṭhasāman – diese sind 'Reinigende der Speisereihe' (paṅktipāvana).
Die Ordnung der Wunsch(-Śrāddhas) werde ich erklären: am ersten Mondtag (erlangt man) viel Reichtum, am zweiten vorzügliche Frauen; am vierten gewährt es Dharma und Erfüllung der Wünsche,
Wort für Wort
kāmyānām kalpam
die Ordnung der Wunschriten
ākhyāsye
ich werde erklären
pratipatsu dhanam bahu
am ersten Mondtag viel Reichtum
striyaḥ parāḥ dvitīyāyām
vorzügliche Frauen am zweiten
dharma-kāma-daḥ
Dharma und Wünsche gewährend
kamyānāṃ für kāmyānāṃ; der dritte Mondtag fehlt in der Aufzählung.
am dreizehnten Vorrang unter den Verwandten; am vierzehnten (ist es) für die durch Waffen Gestorbenen; am Neumond wird das Śrāddha als alles erlangend verkündet.
auch sie wurden in Kurukṣetra als Brahmanen geboren, die das Veda vollständig beherrschten. Sie sind auf einen weiten Weg aufgebrochen; ihr (aber) bleibt hinter ihnen zurück [?].
Wort für Wort
te api jātāḥ
auch sie wurden geboren
kurukṣetre
in Kurukṣetra
veda-pāragāḥ
den Veda vollständig beherrschend
prasthitāḥ dūram adhvānam
auf einen weiten Weg aufgebrochen
yūyam tebhyaḥ avasīdata
ihr bleibt hinter ihnen zurück [?]
Anspielung auf die Legende von den sieben Brahmanen in früheren Geburten; der letzte Halbvers ist knapp.
Wird dies zu Beginn des Śrāddha rezitiert, wird das Śrāddha vollständig und verleiht die Brahmawelt. Der Sohn usw. vollziehe das Śrāddha; lebt der Vater, (dann) für dessen Vater
und für dessen Vater und dessen Vater; lebt der Urgroßvater, (vollziehe er es) für den Vater, den Großvater und den über den Urgroßvater hinaus (Folgenden).
Wort für Wort
tat-pituḥ tat-pituḥ
für dessen Vater und dessen Vater
jīvati prapitāmahe
wenn der Urgroßvater lebt
pituḥ pitāmahasya
für Vater und Großvater
parasya
für den Folgenden
prapitāmahāt
über den Urgroßvater hinaus
pitāmashasya Tippfehler für pitāmahasya; prapitāmāt für prapitāmahāt.
Ebenso (verfahre man) für die Mutter usw. und ebenso für den Großvater mütterlicherseits usw. Wer aber diese Śrāddha-Ordnung liest, erlangt die Frucht dessen, der das Śrāddha vollzieht.
An einem Tīrtha (Wallfahrtsort), an den Anfangstagen der Yugas und an den Anfangstagen der Manus ist ein dargebrachtes Śrāddha unvergänglich: der helle neunte (Tag) des Āśvayuja, ebenso der zwölfte im Kārttika,
der Vollmond des Kārttika und des Phālguna, desgleichen im Jyaiṣṭha der helle fünfzehnte. Svāyambhuva usw. sind die Manus; ihre Anfangstage sind fürwahr unvergänglich.