Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 291: śāntyāyurvedaḥ Befriedungsriten und Heilkunde der Rinder

Dhanvantari preist die Heiligkeit der Kühe und ihrer Erzeugnisse, beschreibt die auf ihnen beruhenden Bußgelübde (Mahāsāntapana, Kṛcchrātikṛcchra, Taptakṛcchra, Śītakṛcchra, Kuhgelübde) und gibt Heilmittel für Horn-, Ohren-, Zahn-, Mund-, Kehl- und Darmleiden, Brüche und Wunden sowie Futter und Räucherungen. Es folgen die Befriedungsriten für Rinder im Āśvayuja und zu Beginn des Makara; ein abschließender Vers Agnis nennt Śālihotra und Pālakāpya als Lehrer der Pferde- und Elefantenheilkunde. In Vers 26 steht unvermittelt die Anrede „Rāma“; mehrere Stellen (9, 31, 35, 36) sind verderbt.

dhanvantarir uvāca | goviprapālanaṃ karyaṃ rajñā gośāntimāvade / gāvaḥ pavitrā māṅgalyā goṣu lokāḥ pratiṣṭhitāḥ //

Dhanvantari sprach: Die Behütung von Kühen und Brahmanen ist vom König zu betreiben; ich lege den Befriedungsritus für die Kühe dar. Die Kühe sind rein und glückbringend; in den Kühen sind die Welten gegründet.

Wort für Wort
go-vipra-pālanam
die Behütung von Kühen und Brahmanen
kāryam rājñā
ist vom König zu betreiben
go-śāntim āvade
ich lege den Befriedungsritus für Kühe dar
gāvaḥ pavitrāḥ māṅgalyāḥ
die Kühe sind rein, glückbringend
goṣu lokāḥ pratiṣṭhitāḥ
in den Kühen sind die Welten gegründet

karyaṃ rajñā für kāryaṃ rājñā.

śakṛnmūtraṃ paraṃ tāsāmalakṣmīnāśanaṃ paraṃ / gavāṃ kaṇḍūyanaṃ vāri śṛṅgasyāghaughamardanam //

Ihr Dung und ihr Urin sind vorzüglich, sie vertreiben am besten das Unglück (Alakṣmī). Das Kratzen der Kühe [und] das Wasser vom Horn zerschlägt die Flut der Sünden.

Wort für Wort
śakṛt mūtram param tāsām
ihr Dung und Urin sind vorzüglich
alakṣmī-nāśanam
das Unglück vertreibend
gavām kaṇḍūyanam
das Kratzen der Kühe
vāri śṛṅgasya
Wasser vom Horn
agha-ogha-mardanam
die Flut der Sünden zerschlagend

gomūtraṃ gomayaṃ kṣīraṃ dadhi sarpaś ca rocanā / śaḍaṅgaṃ paramaṃ pāne duḥsvapnādyādivāraṇaṃ //

Kuhurin, Kuhdung, Milch, Sauermilch, Butterschmalz und Gorocanā: diese sechsteilige [Mischung] ist das Beste zum Trinken und wehrt böse Träume usw. ab.

Wort für Wort
gomūtram gomayam kṣīram
Kuhurin, Kuhdung, Milch
dadhi sarpiḥ rocanā
Sauermilch, Butterschmalz, Gorocanā
ṣaḍ-aṅgam paramam pāne
sechsteilig, das Beste zum Trinken
duḥsvapna-ādi-vāraṇam
böse Träume usw. abwehrend

sarpaś für sarpiś; śaḍaṅgaṃ für ṣaḍaṅgaṃ; duḥsvapnādyādi doppelt.

rocanā viṣarakṣoghnī grāsadaḥ svargago gavāṃ / yadgṛhe duḥkhitā gāvaḥ sa yāti narakannaraḥ //

Gorocanā vertreibt Gift und Dämonen. Wer den Kühen einen Bissen gibt, gelangt in den Himmel. Der Mann, in dessen Haus die Kühe leiden, geht in die Hölle.

Wort für Wort
rocanā viṣa-rakṣo-ghnī
Gorocanā vertreibt Gift und Dämonen
grāsa-daḥ gavām
wer den Kühen einen Bissen gibt
svarga-gaḥ
gelangt in den Himmel
duḥkhitāḥ gāvaḥ
leidende Kühe
yāti narakam
geht in die Hölle

paragogrāsadaḥ svargī gohito brahmalokabhāk / godānātkīrtanādrakṣāṃ kṛtvā coddharate kulam //

Wer der Kuh eines anderen einen Bissen gibt, gelangt in den Himmel; wer den Kühen Gutes tut, hat teil an der Welt Brahmās. Durch Schenken von Kühen, durch Preisen und Beschützen rettet er sein Geschlecht.

Wort für Wort
para-go-grāsa-daḥ
wer der Kuh eines anderen einen Bissen gibt
go-hitaḥ
wer den Kühen Gutes tut
brahma-loka-bhāk
hat teil an der Welt Brahmās
go-dānāt kīrtanāt rakṣām
durch Schenken, Preisen, Beschützen
uddharate kulam
rettet das Geschlecht

gavāṃ śvāsāt pavitrā bhūḥ sparśanātkilviṣakṣayaḥ / gomūtraṃ gomayaṃ kṣīraṃ dadhi sarpiḥ kuśodakam //

Durch den Atem der Kühe wird die Erde rein, durch ihre Berührung schwindet die Sünde. Kuhurin, Kuhdung, Milch, Sauermilch, Butterschmalz, Kuśa-Wasser

Wort für Wort
gavām śvāsāt
durch den Atem der Kühe
pavitrā bhūḥ
die Erde wird rein
sparśanāt kilbiṣa-kṣayaḥ
durch Berührung schwindet die Sünde
kuśa-udakam
Kuśa-Wasser

ekarātropavāsaś ca śvapākamapi śodhayet / sarvāśubhavināśāya purācīratamīśvaraiḥ //

und ein Fasten von einer Nacht reinigen sogar einen Śvapāka [Hundekocher, Kastenlosen]. Zur Vernichtung alles Unheilvollen [wurde dies] einst von den Herren [den Weisen] geübt.

Wort für Wort
eka-rātra-upavāsaḥ
Fasten von einer Nacht
śvapākam api śodhayet
reinigt sogar einen Śvapāka
sarva-aśubha-vināśāya
zur Vernichtung alles Unheilvollen
purā cīrṇam īśvaraiḥ
einst von den Herren geübt

pratyekañca tryahābhyamtaṃ mahāsāntapanaṃ smṛtaṃ / sarvakāmapradañcaitat sarvāśubhavimardanam //

Jedes [dieser Mittel] einzeln für drei Tage [genommen] gilt als Mahāsāntapana. Dies gewährt alle Wünsche und zerschlägt alles Unheilvolle.

Wort für Wort
pratyekam
jedes einzeln
tri-aha
drei Tage
mahā-sāntapanam smṛtam
gilt als Mahāsāntapana
sarva-kāma-pradam
alle Wünsche gewährend
sarva-aśubha-vimardanam
alles Unheilvolle zerschlagend

tryahābhyamtaṃ für tryahābhyastaṃ; mahāsāntapana für mahāsāṃtapana.

kṛcchrātikṛcchraṃ payasā divasānekaviṃśatiṃ / nirmalāḥ sarvakāmāptyā syurgagāḥ spur natottamāḥ //

Das Kṛcchrātikṛcchra [besteht darin, sich] einundzwanzig Tage von Milch [zu nähren]. Makellos, mit Erlangung aller Wünsche, gelangen [so] die besten Menschen in den Himmel [?].

Wort für Wort
kṛcchra-atikṛcchram
das Kṛcchrātikṛcchra-Gelübde
payasā
mit Milch
divasān ekaviṃśatim
einundzwanzig Tage
nirmalāḥ
makellos
sarva-kāma-āptyā
mit Erlangung aller Wünsche

Zweiter Halbvers verderbt (syurgagāḥ spur natottamāḥ), wohl für svargagāḥ syur narottamāḥ.

tryahamuṣṇaṃ pivenmūtraṃ tryahamuṣṇaṃ ghṛtaṃ pivet / tryahamuṣṇaṃ payaḥ pītvā vāyubhakṣaḥ paraṃ tryaham //

Drei Tage soll man warmen Urin trinken, drei Tage warmes Butterschmalz trinken, drei Tage warme Milch trinken und dann drei Tage von Luft leben:

Wort für Wort
tri-aham uṣṇam pibet mūtram
drei Tage trinke man warmen Urin
uṣṇam ghṛtam
warmes Butterschmalz
uṣṇam payaḥ pītvā
warme Milch trinkend
vāyu-bhakṣaḥ param tri-aham
danach drei Tage von Luft lebend

pivet für pibet.

taptakṛcchravrataṃ sarvapāpaghnaṃ brahmalokadaṃ / śītaistu śītakṛcchraṃ syādbrahmoktaṃ brahmalokadaṃ //

[das ist] das Taptakṛcchra-Gelübde, das alle Sünden vertreibt und die Welt Brahmās verleiht. Mit kalten [Mitteln] ist es das Śītakṛcchra, von Brahmā verkündet, das die Welt Brahmās verleiht.

Wort für Wort
tapta-kṛcchra-vratam
das Taptakṛcchra-Gelübde
sarva-pāpa-ghnam
alle Sünden vertreibend
brahma-loka-dam
die Welt Brahmās verleihend
śītaiḥ
mit kalten [Mitteln]
śīta-kṛcchram
das Śītakṛcchra

gomūtreṇācaretsnānaṃ vṛttiṃ kuryācca gorasaiḥ / gobhirvrajecca bhuktāsu bhuñjītātha ca govratī //

Wer das Kuhgelübde hält, soll mit Kuhurin baden, sich von den Erzeugnissen der Kuh ernähren, mit den Kühen gehen und erst essen, wenn sie gefressen haben.

Wort für Wort
go-mūtreṇa snānam
Baden mit Kuhurin
vṛttim go-rasaiḥ
Lebensunterhalt mit Kuherzeugnissen
gobhiḥ vrajet
er gehe mit den Kühen
bhuktāsu bhuñjīta
er esse, wenn sie gefressen haben
go-vratī
der das Kuhgelübde Haltende

māsenaikena niṣpāpo golokī svargago bhavet / vidyāñca gomatīṃ japtvā golokaṃ paramaṃ vrajet //

In einem einzigen Monat wird er sündlos, gelangt in die Welt der Kühe und in den Himmel. Und wer das Gomatī-Wissen [den Gomatī-Spruch] murmelt, gelangt in die höchste Welt der Kühe (Goloka).

Wort für Wort
māsena ekena
in einem Monat
niṣpāpaḥ
sündlos
golokī svarga-gaḥ
in der Kuhwelt, im Himmel
vidyām gomatīm japtvā
das Gomatī-Wissen murmelnd
golokam paramam vrajet
gelangt in die höchste Kuhwelt

gitair nṛtyair apsarobhirvimāne tatra modate / gāvaḥ surabhayo nityaṃ gāvo guggulagandhikāḥ //

Dort erfreut er sich in einem Himmelswagen an Gesängen, Tänzen und Apsaras. Die Kühe sind stets wohlriechend, die Kühe duften nach Guggulu.

Wort für Wort
gītaiḥ nṛtyaiḥ apsarobhiḥ
mit Gesängen, Tänzen, Apsaras
vimāne modate
erfreut sich im Himmelswagen
gāvaḥ surabhayaḥ
die Kühe sind wohlriechend
guggulu-gandhikāḥ
nach Guggulu duftend

gitair für gītair.

gāvaḥ pratiṣṭhā bhūtānāṃ gāvaḥ svastyayanaṃ paraṃ / annameva paraṃ gāvo devānāṃ haviruttamam //

Die Kühe sind die Grundlage der Wesen, die Kühe sind das höchste Heilsmittel; die Kühe sind die höchste Nahrung, die beste Opfergabe der Götter.

Wort für Wort
gāvaḥ pratiṣṭhā bhūtānām
die Kühe sind die Grundlage der Wesen
svastyayanam param
höchstes Heilsmittel
annam eva param
die höchste Nahrung
devānām haviḥ uttamam
die beste Opfergabe der Götter

pāvanaṃ sarvabhūtānāṃ kṣaranti ca vadanti ca / haviṣā mantrapūtena tarpayantyamarāndivi //

Sie lassen [Milch] fließen und sprechen [aus], was alle Wesen reinigt [?]; mit der durch Sprüche geheiligten Opfergabe sättigen sie die Unsterblichen im Himmel.

Wort für Wort
pāvanam sarva-bhūtānām
Reinigung aller Wesen
kṣaranti
sie lassen fließen
haviṣā mantra-pūtena
mit der durch Sprüche geheiligten Gabe
tarpayanti amarān divi
sie sättigen die Unsterblichen im Himmel

kṣaranti ca vadanti ca in diesem Zusammenhang unklar.

ṛṣīṇāmagnihotreṣu gāvo homeṣu yojitāḥ / sarveṣāmeva bhūtānāṃ gāvaḥ śaraṇamuttamaṃ //

Bei den Feueropfern der Weisen werden die Kühe für die Opfergüsse eingesetzt. Für alle Wesen sind die Kühe die beste Zuflucht.

Wort für Wort
ṛṣīṇām agnihotreṣu
bei den Feueropfern der Weisen
homeṣu yojitāḥ
für die Opfergüsse eingesetzt
sarveṣām bhūtānām
für alle Wesen
śaraṇam uttamam
die beste Zuflucht

gāvaḥ pavitraṃ paramaṃ gāvo māṅgalyamuttamaṃ / gāvaḥ svargasya sopānaṃ gāvo dhanyāḥ sanātanāḥ //

Die Kühe sind das höchste Reinigungsmittel, die Kühe das beste Glückbringende; die Kühe sind die Treppe zum Himmel, die Kühe sind segensreich und ewig.

Wort für Wort
pavitram paramam
das höchste Reinigungsmittel
māṅgalyam uttamam
das beste Glückbringende
svargasya sopānam
die Treppe zum Himmel
dhanyāḥ sanātanāḥ
segensreich und ewig

namo gobhyaḥ śrīmatībhyaḥ saurabheyībhya eva ca / namo brahmasutābhyaś ca pavitrābhyo namo namaḥ //

Verehrung den herrlichen Kühen und den Töchtern der Surabhi! Verehrung den Töchtern Brahmās, den reinen, Verehrung, Verehrung!

Wort für Wort
namaḥ gobhyaḥ śrīmatībhyaḥ
Verehrung den herrlichen Kühen
saurabheyībhyaḥ
den Töchtern der Surabhi
brahma-sutābhyaḥ
den Töchtern Brahmās
pavitrābhyaḥ namaḥ namaḥ
den reinen Verehrung, Verehrung

brāhmaṇāś caiva gāvaś ca kulamekaṃ dvidhā kṛtam / ekatra mantrāstiṣṭhanti havirekatra tiṣṭhati //

Die Brahmanen und die Kühe sind ein einziges Geschlecht, das in zwei Teile geteilt wurde: Auf der einen Seite stehen die Sprüche, auf der anderen steht die Opfergabe.

Wort für Wort
brāhmaṇāḥ gāvaḥ ca
Brahmanen und Kühe
kulam ekam dvidhā kṛtam
ein Geschlecht, zweigeteilt
ekatra mantrāḥ tiṣṭhanti
auf einer Seite stehen die Sprüche
haviḥ ekatra
auf der anderen die Opfergabe

devabrāhmaṇagosādhusādhvībhiḥ sakalaṃ jagat / dhāryate vai sadā tasmāt sarve pūjyatamā matāḥ //

Durch Götter, Brahmanen, Kühe, Gute und tugendhafte Frauen wird die ganze Welt stets getragen; darum gelten sie alle als höchst verehrungswürdig.

Wort für Wort
deva-brāhmaṇa-go-sādhu-sādhvībhiḥ
durch Götter, Brahmanen, Kühe, Gute und tugendhafte Frauen
sakalam jagat
die ganze Welt
dhāryate sadā
wird stets getragen
pūjyatamāḥ matāḥ
gelten als höchst verehrungswürdig

pivanti yatra tattīrthaṃ gaṅgādyā gāva eva hi / gavāṃ māhātmyamuktaṃ hi cikitsāñca tathā śṛṇu //

Wo sie trinken, das ist eine heilige Furt; die Kühe sind wahrhaftig die Gaṅgā usw. Die Größe der Kühe ist nun verkündet; höre ebenso ihre Heilbehandlung.

Wort für Wort
pibanti yatra tat tīrtham
wo sie trinken, das ist eine heilige Furt
gaṅgā-ādyāḥ gāvaḥ eva
die Kühe sind die Gaṅgā usw.
gavām māhātmyam uktam
die Größe der Kühe ist verkündet
cikitsām tathā śṛṇu
höre ebenso die Heilbehandlung

pivanti für pibanti.

śṛṅgāmayeṣu dhenūnāṃ tailaṃ dadyāt sasaindhavaṃ / śṛṅgaverabalāmāṃsakalkasiddhaṃ samākṣikaṃ //

Bei Hornkrankheiten der Kühe soll man Öl mit Steinsalz geben, zubereitet mit einer Paste aus Ingwer, Balā und Māṃsī [?], mit Honig.

Wort für Wort
śṛṅga-āmayeṣu dhenūnām
bei Hornkrankheiten der Kühe
tailam sa-saindhavam
Öl mit Steinsalz
śṛṅgavera-balā-māṃsa
Ingwer, Balā, Māṃsī
kalka-siddham sa-mākṣikam
mit Paste zubereitet, mit Honig

māṃsa wohl für māṃsī (Jaṭāmāṃsī).

karṇaśūleṣu sarveṣu mañjiṣṭhāhiṅgusaindhavaiḥ / siddhaṃ tailaṃ pradātavyaṃ rasonenātha vā punaḥ //

Bei allen Ohrenschmerzen ist mit Mañjiṣṭhā, Asa foetida und Steinsalz zubereitetes Öl zu geben, oder wiederum [eines] mit Knoblauch.

Wort für Wort
karṇa-śūleṣu sarveṣu
bei allen Ohrenschmerzen
mañjiṣṭhā-hiṅgu-saindhavaiḥ
mit Mañjiṣṭhā, Asa foetida, Steinsalz
siddham tailam
zubereitetes Öl
rasonena
mit Knoblauch

bilvamūlamapāmārgandhātakī casapāṭalā / kuṭajandantamūleṣu lepāttacchūlanāśanaṃ //

Bilva-Wurzel, Apāmārga, Dhātakī mit Pāṭalā und Kuṭaja: Durch Auftragen auf die Zahnwurzeln vertreibt dies den Schmerz dort.

Wort für Wort
bilva-mūlam apāmārgam
Bilva-Wurzel, Apāmārga
dhātakī sa-pāṭalā
Dhātakī mit Pāṭalā
kuṭajam
Kuṭaja
danta-mūleṣu lepāt
durch Auftragen auf die Zahnwurzeln
śūla-nāśanam
den Schmerz vertreibend

casapāṭalā = ca sapāṭalā.

dantaśūlaharair dravyair ghṛtaṃ rāma vipācitaṃ / mukharogaharaṃ jñeyaṃ jihvārogeṣu saindhavaṃ //

Butterschmalz, gekocht mit zahnschmerzstillenden Stoffen, o Rāma, ist als Mittel gegen Mundkrankheiten zu kennen; bei Zungenkrankheiten Steinsalz.

Wort für Wort
danta-śūla-haraiḥ dravyaiḥ
mit zahnschmerzstillenden Stoffen
ghṛtam vipācitam
gekochtes Butterschmalz
rāma
o Rāma
mukha-roga-haram
gegen Mundkrankheiten
jihvā-rogeṣu saindhavam
bei Zungenkrankheiten Steinsalz

Die Anrede rāma passt nicht zum Rahmen (Dhanvantari zu Suśruta); wohl aus einem Puṣkara-Rāma-Dialog übernommen.

śṛṅgaveraṃ haridre dve triphalā ca galagrahe / hṛcchūle vastiśūle ca vātaroge kṣaye tathā //

Ingwer, die beiden Gelbwurzarten und Triphalā bei Kehlgriff (galagraha). Bei Herzschmerz, Blasenschmerz, bei Vāta-Krankheit und ebenso bei Auszehrung

Wort für Wort
śṛṅgaveram haridre dve
Ingwer, die beiden Gelbwurzarten
triphalā
Triphalā
gala-grahe
bei Kehlgriff
hṛt-śūle vasti-śūle
bei Herz- und Blasenschmerz
vāta-roge kṣaye
bei Vāta-Krankheit, Auszehrung

triphalā ghṛtamiśrā ca gavāṃ pāne praśasyate / atīsāre haridre dve pāṭhāñcaiva pradāpayet //

wird Triphalā mit Butterschmalz vermischt den Kühen als Trank empfohlen. Bei Durchfall soll man die beiden Gelbwurzarten und Pāṭhā geben lassen.

Wort für Wort
triphalā ghṛta-miśrā
Triphalā mit Butterschmalz vermischt
gavām pāne praśasyate
wird den Kühen als Trank empfohlen
atīsāre
bei Durchfall
pāṭhām pradāpayet
man lasse Pāṭhā geben

sarveṣu koṣṭharogeṣu tathāśākhāgadeṣu ca / śṛṅgaverañca bhārgīñca kāse śvāse pradāpayet //

[ebenso] bei allen Krankheiten des Rumpfes und bei Krankheiten der Gliedmaßen; Ingwer und Bhārgī soll man bei Husten und Atemnot geben lassen.

Wort für Wort
sarveṣu koṣṭha-rogeṣu
bei allen Rumpfkrankheiten
śākhā-gadeṣu
bei Gliedmaßenkrankheiten
śṛṅgaveram bhārgīm
Ingwer und Bhārgī
kāse śvāse
bei Husten und Atemnot

tathāśākhā = tathā śākhā.

dātavyā bhagnasandhāne priyaṅgurlabaṇānvitā / tailaṃ vātaharaṃ pitte madhuyaṣṭīvipācitaṃ //

Zum Zusammenfügen von Knochenbrüchen ist Priyaṅgu mit Salz zu geben. Öl vertreibt Vāta; bei Pitta [Öl], mit Süßholz gekocht,

Wort für Wort
bhagna-sandhāne
zum Zusammenfügen von Brüchen
priyaṅguḥ lavaṇa-anvitā
Priyaṅgu mit Salz
tailam vāta-haram
Öl vertreibt Vāta
pitte
bei Pitta
madhuyaṣṭī-vipācitam
mit Süßholz gekocht

labaṇa für lavaṇa.

kaphe vyoṣañca samadhu sapuṣṭakarajo 'sraje / tailājyaṃ haritālañca bhagnakṣatiśṛtandadet //

bei Kapha Vyoṣa mit Honig, bei Blut[-leiden] mit Puṣkara und Karañja [?]; Öl, Butterschmalz und Auripigment, gekocht, soll er bei Brüchen und Wunden geben.

Wort für Wort
kaphe vyoṣam sa-madhu
bei Kapha Vyoṣa mit Honig
asṛje
bei Blutleiden
taila-ājyam haritālam
Öl, Butterschmalz, Auripigment
bhagna-kṣati
Brüche und Wunden
śṛtam dadyāt
gekocht gebe er

sapuṣṭakarajo 'sraje unsicher (sapuṣkarakarañjam asṛje?); dadet für dadyāt.

māsāstilāḥ sagodhūmāḥ paśukṣīraṃ ghṛtaṃ tathā / eṣāṃ piṇḍī salavaṇā vatsānāṃ puṣṭidātviyaṃ //

Bohnen, Sesam mit Weizen, Tiermilch und ebenso Butterschmalz: ein Bissen aus diesen mit Salz verleiht den Kälbern Gedeihen.

Wort für Wort
māṣāḥ tilāḥ sa-godhūmāḥ
Bohnen, Sesam mit Weizen
paśu-kṣīram ghṛtam
Tiermilch, Butterschmalz
piṇḍī sa-lavaṇā
ein Bissen mit Salz
vatsānām puṣṭi-dā
verleiht den Kälbern Gedeihen

māsās für māṣās; puṣṭidātviyaṃ für puṣṭidā tv iyam.

balapradā viṣāṇāṃ syadgrahanāśāya dhūpakaḥ / devadāru vacā māṃsī guggulurhiṅgusarṣapāḥ //

Er verleiht den Gehörnten Kraft. Zur Vertreibung der Besessenheitsdämonen [dient] eine Räucherung: Devadāru, Vacā, Māṃsī, Guggulu, Asa foetida und Senf.

Wort für Wort
bala-pradā viṣāṇinām
verleiht den Gehörnten Kraft
graha-nāśāya dhūpakaḥ
zur Vertreibung der Dämonen eine Räucherung
devadāru vacā māṃsī
Devadāru, Vacā, Māṃsī
gugguluḥ hiṅgu-sarṣapāḥ
Guggulu, Asa foetida, Senf

viṣāṇāṃ syad für viṣāṇināṃ syād.

grahādigadanāśāya eṣa dhūpo gavāṃ hitaḥ / ghaṇṭhā caiva gavāṃ kāryā dhūpenānena bhūpitā //

Zur Vertreibung von Besessenheit und anderen Krankheiten ist diese Räucherung für die Kühe heilsam. Auch eine Glocke ist für die Kühe anzufertigen, mit dieser Räucherung beräuchert.

Wort für Wort
graha-ādi-gada-nāśāya
zur Vertreibung von Besessenheit und anderen Krankheiten
eṣa dhūpaḥ gavām hitaḥ
diese Räucherung ist für Kühe heilsam
ghaṇṭā kāryā
eine Glocke ist anzufertigen
dhūpena anena dhūpitā
mit dieser Räucherung beräuchert

ghaṇṭhā für ghaṇṭā; bhūpitā für dhūpitā.

aśvagandhātilaiḥ śuklaṃ tena gauḥ kṣīriṇī bhavet / rasāyanañca pinyākaṃ matto yo dhāryate gṛhe //

Mit Aśvagandhā und Sesam [gegeben], [wird] Weißes [Milch reichlich] [?]; dadurch wird die Kuh milchreich. Ein Verjüngungsmittel ist auch Ölkuchen; [so bleibt] der [Stier], der im Haus gehalten wird, kraftvoll [?].

Wort für Wort
aśvagandhā-tilaiḥ
mit Aśvagandhā und Sesam
gauḥ kṣīriṇī bhavet
die Kuh wird milchreich
rasāyanam
Verjüngungsmittel
piṇyākam
Ölkuchen
dhāryate gṛhe
wird im Haus gehalten

śuklaṃ und matto yo dhāryate gṛhe unsicher.

bhavāṃ purīṣe pañcabhyāṃ nityaṃ śāntyai śriyaṃ yajet / vāsudevañca gandhādyair aparā śāntirucyate //

Am fünften [Mondtag] soll man auf dem Kuhdung [?] stets zur Befriedung Śrī verehren und Vāsudeva mit Duftstoffen usw.; [dies] wird als ein weiterer Befriedungsritus bezeichnet.

Wort für Wort
gavām purīṣe
auf dem Kuhdung
pañcamyām
am fünften Mondtag
nityam śāntyai śriyam yajet
stets zur Befriedung verehre er Śrī
vāsudevam gandha-ādyaiḥ
Vāsudeva mit Duftstoffen usw.
aparā śāntiḥ ucyate
wird als weiterer Befriedungsritus bezeichnet

bhavāṃ purīṣe pañcabhyāṃ wohl für gavāṃ purīṣe pañcamyāṃ.

aśvayukśuklapakṣasya pañcadaśyāṃ yajeddhariṃ / harirudramajaṃ sūryaṃ śriyamagniṃ ghṛtena ca //

Am fünfzehnten [Tag] der hellen Hälfte des Āśvayuja soll er Hari verehren; Hari, Rudra, Aja, Sūrya, Śrī und Agni auch mit Butterschmalz.

Wort für Wort
aśvayuk-śukla-pakṣasya
der hellen Hälfte des Āśvayuja
pañcadaśyām yajet harim
am fünfzehnten verehre er Hari
hari-rudram ajam sūryam
Hari, Rudra, Aja, Sūrya
śriyam agnim ghṛtena
Śrī und Agni mit Butterschmalz

dadhi samprāśya gāḥ pūjya kāryaṃ vāhnipradakṣiṇaṃ / vṛṣāṇāṃ yojeyed yuddhaṃ gītavādyaravair vahiḥ //

Nachdem er Sauermilch genossen und die Kühe verehrt hat, ist das Umschreiten des Feuers vorzunehmen; draußen soll er unter dem Schall von Gesängen und Musikinstrumenten Stierkämpfe veranstalten.

Wort für Wort
dadhi samprāśya
Sauermilch genießend
gāḥ pūjya
die Kühe verehrend
vahni-pradakṣiṇam
das Umschreiten des Feuers
vṛṣāṇām yojayet yuddham
er veranstalte Kämpfe der Stiere
gīta-vādya-ravaiḥ bahiḥ
draußen mit Gesang und Musik

vāhnipradakṣiṇaṃ für vahnipradakṣiṇaṃ; yojeyed für yojayed; vahiḥ für bahiḥ.

gavāntu lavaṇandeyaṃ brāhmaṇānāñca dakṣiṇā / naimittike mākarādau yajedviṣṇuṃ saha śriyā //

Den Kühen ist Salz zu geben und den Brahmanen Opferlohn. Beim anlassbedingten [Ritus] zu Beginn des Makara soll er Viṣṇu zusammen mit Śrī verehren,

Wort für Wort
gavām lavaṇam deyam
den Kühen ist Salz zu geben
brāhmaṇānām dakṣiṇā
den Brahmanen Opferlohn
naimittike
beim anlassbedingten Ritus
mākara-ādau
zu Beginn des Makara
viṣṇum saha śriyā
Viṣṇu zusammen mit Śrī

sthaṇḍilebje madhyagate dikṣu keśaragān surān / subhadrājo raviḥ pūjyo bahurūpo balirvahiḥ //

auf dem Opferplatz im Lotos[-diagramm], [ihn] in der Mitte befindlich, und in den Himmelsrichtungen die Götter auf den Staubfäden; Subhadrā, Aja und Ravi sind zu verehren, Bahurūpa und Bali außen,

Wort für Wort
sthaṇḍile abje
auf dem Opferplatz im Lotos
madhya-gate
in der Mitte befindlich
dikṣu keśara-gān surān
in den Richtungen die Götter auf den Staubfäden
subhadrā ajaḥ raviḥ pūjyaḥ
Subhadrā, Aja, Ravi sind zu verehren
bahurūpaḥ baliḥ bahiḥ
Bahurūpa und Bali außen

sthaṇḍilebje = sthaṇḍile 'bje; die Namen in 40-41 teils unsicher.

khaṃ viśvarūpā siddhiś ca ṛddhiḥ śāntiś ca rohiṇī / digdhenavo hi pūrvādyāḥ kṛśaraiś candra īśvaraḥ //

Kha [Luftraum], Viśvarūpā, Siddhi, Ṛddhi, Śānti und Rohiṇī: [diese sind] die Kühe der Himmelsrichtungen, im Osten beginnend; mit Kṛśara [Sesamreis] Candra und Īśvara;

Wort für Wort
kham viśvarūpā
Luftraum, Viśvarūpā
siddhiḥ ṛddhiḥ śāntiḥ rohiṇī
Siddhi, Ṛddhi, Śānti, Rohiṇī
dik-dhenavaḥ
die Kühe der Himmelsrichtungen
pūrva-ādyāḥ
im Osten beginnend
kṛśaraiḥ candraḥ īśvaraḥ
mit Sesamreis Candra und Īśvara

digdhenavo = digdhenavaḥ.

dikpālāḥ padmapatreṣu kumbheṣvagnau ca homayet / kṣīravṛkṣasya samidhaḥ sarṣapākṣatataṇḍulān //

die Hüter der Richtungen auf den Lotosblättern und in Krügen. Und ins Feuer soll er opfern: Brennhölzer von einem Milchsaftbaum, Senfkörner, unzerbrochene Reiskörner,

Wort für Wort
dikpālāḥ padma-patreṣu
die Richtungshüter auf den Lotosblättern
kumbheṣu
in Krügen
agnau homayet
ins Feuer opfere er
kṣīra-vṛkṣasya samidhaḥ
Brennhölzer eines Milchsaftbaums
sarṣapa-akṣata-taṇḍulān
Senfkörner, unzerbrochene Reiskörner

śataṃ śataṃ suvarṇañca kāṃsyādikaṃ dvije dadet / gāvaḥ pūjyā vimoktavyāḥ śāntyai kṣīrādisaṃyutāḥ //

je hundert; und Gold, Bronze usw. soll er dem Zweimalgeborenen geben. Die verehrten Kühe sind, mit Milch usw. versehen [?], zur Befriedung freizulassen.

Wort für Wort
śatam śatam
je hundert
suvarṇam kāṃsya-ādikam
Gold, Bronze usw.
dvije dadyāt
gebe er dem Zweimalgeborenen
gāvaḥ pūjyāḥ vimoktavyāḥ
die verehrten Kühe sind freizulassen
śāntyai
zur Befriedung

dadet für dadyāt.

agnir uvāca | śālihotraḥ suśrutāya hayāyurvedamuktavān / pālakāpyo 'ṅgarājāya gajāyurvedamabravīt //

Agni sprach: Śālihotra hat dem Suśruta die Lebenskunde der Pferde verkündet, Pālakāpya dem König von Aṅga die Lebenskunde der Elefanten.

Wort für Wort
śālihotraḥ suśrutāya
Śālihotra dem Suśruta
haya-āyurvedam uktavān
verkündete die Lebenskunde der Pferde
pālakāpyaḥ aṅga-rājāya
Pālakāpya dem König von Aṅga
gaja-āyurvedam abravīt
sprach die Lebenskunde der Elefanten

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