Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 288: aśvacikitsā Die Heilbehandlung der Pferde

Śālihotra lehrt Suśruta die ungünstigen und günstigen Merkmale der Pferde (Farben, Haarwirbel, Körperbau) und danach Heilmittel gegen Kolik, Durchfall, Husten, Schwellungen, Kehlleiden, Wunden, Augen- und Hautleiden, dazu Salzgaben, jahreszeitliche Nachtrünke, Öl- und Fettkuren, Tränken, Fütterung und Stallhaltung. Der erste Halbvers von Vers 1 steht in der Quelle im Titelfeld; das Kolophon nennt das Kapitel „aśvāyurveda“. Vers 29 besteht nur aus einem Halbvers, Vers 55 aus drei; mehrere Pflanzennamen und Krankheitsbezeichnungen (34, 48) sind verderbt.

śālihotra uvāca | cikitsāñcaivasuśruta / hīnadanto vidantaś cakarālī kṛṣṇatālukaḥ //

Śālihotra sprach: [Die Merkmale der Pferde werde ich darlegen] und auch die Heilbehandlung, o Suśruta. [Ein Pferd] mit fehlenden Zähnen, mit missgestalteten Zähnen, mit vorstehenden Zähnen, mit schwarzem Gaumen,

Wort für Wort
cikitsām ca eva
und auch die Heilbehandlung
suśruta
o Suśruta
hīna-dantaḥ
mit fehlenden Zähnen
karālī
mit vorstehenden Zähnen
kṛṣṇa-tālukaḥ
mit schwarzem Gaumen

Der erste Halbvers (aśvānāṃ lakṣaṇaṃ vakṣye) steht in der Quelle im Titelfeld; cikitsāñcaivasuśruta = cikitsāṃ caiva suśruta; vidantaś cakarālī = vidantaś ca karālī.

kṛṣṇajihvaś ca yamajojātamuṣkaś ca yas tathā / dviśaphaś ca tathā śṛṅgī trivarṇo vyāghravarṇakaḥ //

mit schwarzer Zunge, als Zwilling geboren, mit [nicht] ausgebildeten Hoden [?], ebenso mit gespaltenem Huf, gehörnt, dreifarbig, tigerfarben,

Wort für Wort
kṛṣṇa-jihvaḥ
mit schwarzer Zunge
yamajaḥ
als Zwilling geboren
dvi-śaphaḥ
mit gespaltenem Huf
śṛṅgī
gehörnt
tri-varṇaḥ vyāghra-varṇakaḥ
dreifarbig, tigerfarben

yamajojātamuṣkaś = yamajo 'jātamuṣkaś (mit nicht herabgestiegenen Hoden) oder yamajo jātamuṣkaś; unsicher.

kharavarṇo bhasmavarṇo jātavarṇaś ca kākudī / śvitrī ca kākasādī ca kharasārastathaiva ca //

eselfarben, aschfarben, [mit] ... Farbe [?], mit Höcker, mit weißen Hautflecken, kākasādin [?] und ebenso eselartig in der Kraft,

Wort für Wort
khara-varṇaḥ
eselfarben
bhasma-varṇaḥ
aschfarben
kākudī
mit Höcker
śvitrī
mit weißen Hautflecken
khara-sāraḥ
eselartig in der Kraft

jātavarṇa und kākasādī unklar.

vānarākṣaḥ kṛṣṇaśaṭaḥ kṛṣṇaguhyastathaiva ca / kṛṣṇaprothaś ca śūkaś ca yaś ca tittirisannibhaḥ //

affenäugig, mit schwarzer Mähne, ebenso mit schwarzen Geschlechtsteilen, mit schwarzen Nüstern, śūka [?] und das, welches einem Rebhuhn gleicht [gesprenkelt],

Wort für Wort
vānara-akṣaḥ
affenäugig
kṛṣṇa-śaṭaḥ
mit schwarzer Mähne
kṛṣṇa-guhyaḥ
mit schwarzen Geschlechtsteilen
kṛṣṇa-prothaḥ
mit schwarzen Nüstern
tittiri-sannibhaḥ
einem Rebhuhn gleichend

śūka unsicher (evtl. „borstig“ oder śuka „papageienfarben“).

viṣamaḥ śvetapādaś ca dhruvāvartavivarjitaḥ / aśubhāvartasaṃyukto varjanīyasturaṅgamaḥ //

unebenmäßig, weißfüßig, ohne die Dhruva-Haarwirbel, mit unheilvollen Haarwirbeln versehen: [ein solches] Pferd ist zu meiden.

Wort für Wort
viṣamaḥ
unebenmäßig
śveta-pādaḥ
weißfüßig
dhruva-āvarta-vivarjitaḥ
ohne die Dhruva-Haarwirbel
aśubha-āvarta-saṃyuktaḥ
mit unheilvollen Haarwirbeln
varjanīyaḥ turaṅgamaḥ
das Pferd ist zu meiden

randhroparandhrayordvau dvau dvau dvau mastakavakṣasoḥ / prayāṇe ca lalāṭe ca kaṇṭhāvartāḥ śubhā daśa //

Je zwei an den Randhra- und Uparandhra-Stellen, je zwei an Kopf und Brust, am Prayāṇa [?] und an der Stirn, [dazu] die Kehlwirbel: zehn Haarwirbel sind glückverheißend.

Wort für Wort
randhra-uparandhrayoḥ
an Randhra und Uparandhra
dvau dvau
je zwei
mastaka-vakṣasoḥ
an Kopf und Brust
lalāṭe
an der Stirn
āvartāḥ śubhāḥ daśa
zehn glückverheißende Haarwirbel

randhra/uparandhra und prayāṇa sind Körperzonen der Pferdelehre, genaue Lage unsicher.

mṛkkaṇyāñca lalāṭe ca karṇamūle nigālake / bāhumūle gale śreṣṭhā āvartāstvaśubhāḥ pare //

Am Maulwinkel, an der Stirn, an der Ohrwurzel, an der Kehle (nigālaka), an der Vorderbeinwurzel und am Hals sind Haarwirbel am besten; andere aber sind unheilvoll.

Wort für Wort
sṛkkaṇyām
am Maulwinkel
karṇa-mūle
an der Ohrwurzel
nigālake
an der Kehle
bāhu-mūle gale
an der Vorderbeinwurzel, am Hals
āvartāḥ tu aśubhāḥ pare
andere Wirbel sind unheilvoll

mṛkkaṇyāñca für sṛkkaṇyāñca.

śukendragopacandrābhā ye ca vāyasasannibhāḥ / suvarṇavarṇāḥ snigdhāś ca praśasyāstu sadaiva hi //

Die wie Papagei, Indragopa-Käfer und Mond schimmern, die einer Krähe gleichen, die goldfarben und glänzend sind, sind stets zu preisen.

Wort für Wort
śuka-indragopa-candra-ābhāḥ
wie Papagei, Indragopa-Käfer und Mond schimmernd
vāyasa-sannibhāḥ
einer Krähe gleichend
suvarṇa-varṇāḥ
goldfarben
snigdhāḥ
glänzend
praśasyāḥ sadā
stets zu preisen

dīrghagrīvākṣikūṭāś ca hrasvakarṇāś ca śobhanāḥ / rākṣānturaṅgamā yatra vijayaṃ varjayettataḥ //

Die mit langem Hals und [hohen] Augenbögen [?] und die mit kurzen Ohren sind schön. Wo rauhe [?] Pferde sind, dort soll man den Sieg [als ausgeschlossen] meiden [?].

Wort für Wort
dīrgha-grīva
mit langem Hals
akṣi-kūṭāḥ
mit Augenbögen
hrasva-karṇāḥ
mit kurzen Ohren
śobhanāḥ
schön
vijayam varjayet
man meide den Sieg

rākṣān unsicher (rūkṣān? rākṣasa-artig?); zweiter Halbvers unklar.

pālitastu hayo dantī śubhado duḥkhado 'nyathā / śriyaḥ putrāstu gandharvā vājino ratnamuttamam //

Ein gut gepflegtes Pferd [wie auch] ein Elefant bringt Glück, andernfalls bringt es Leid. Die Pferde sind Söhne der Śrī, Gandharvas, das höchste Juwel.

Wort für Wort
pālitaḥ hayaḥ dantī
ein gepflegtes Pferd, ein Elefant
śubha-daḥ
glückbringend
duḥkha-daḥ anyathā
andernfalls leidbringend
śriyaḥ putrāḥ
Söhne der Śrī
ratnam uttamam
das höchste Juwel

aśvamedhe tu turagaḥ pavitratvāttu hūyate / vṛṣo nimbavṛhatyau ca guḍūcī ca samākṣikā //

Beim Pferdeopfer (aśvamedha) wird das Pferd wegen seiner Reinheit geopfert. Vṛṣa, Nimba und die beiden Bṛhatī, Guḍūcī mit Honig,

Wort für Wort
aśvamedhe turagaḥ
beim Pferdeopfer das Pferd
pavitratvāt hūyate
wird wegen Reinheit geopfert
vṛṣaḥ nimba-bṛhatyau
Vṛṣa, Nimba und die beiden Bṛhatī
guḍūcī sa-mākṣikā
Guḍūcī mit Honig

siṃhā gandhakārī piṇḍī svedaś ca śirasas tathā / hiṅgu puṣkaramūlañca nāgaraṃ sāmlavetasaṃ //

Siṃhī, Gandhakārī [?] als Bissen, und ebenso Schwitzen des Kopfes. Asa foetida, Puṣkara-Wurzel, Ingwer mit Amlavetasa,

Wort für Wort
siṃhī
Siṃhī (Nachtschattengewächs)
piṇḍī
als Bissen
svedaḥ śirasaḥ
Schwitzen des Kopfes
hiṅgu puṣkara-mūlam
Asa foetida, Puṣkara-Wurzel
nāgaram sa-amlavetasam
Ingwer mit Amlavetasa

Zuordnung von Vers 11-12 zu einer bestimmten Krankheit fehlt im Text; siṃhā wohl für siṃhī.

pippalīsaindhavayutaṃ śūlaghnaṃ cīṣṇavāriṇā / nāgarātiviṣā mustā sānantā bilvamālikā //

mit Langem Pfeffer und Steinsalz, mit warmem Wasser [gegeben], vertreibt Kolik. Ingwer, Ativiṣā, Mustā mit Anantā, Bilva, Mālikā [?]:

Wort für Wort
pippalī-saindhava-yutam
mit Langem Pfeffer und Steinsalz
śūla-ghnam
Kolik vertreibend
ca uṣṇa-vāriṇā
und mit warmem Wasser
nāgara-ativiṣā-mustā
Ingwer, Ativiṣā, Mustā
sa-anantā bilva
mit Anantā, Bilva

cīṣṇavāriṇā für coṣṇavāriṇā.

kvāthameṣāṃ pivedvājī sarvātīsāranāśanam / priyaṅgusārivābhyāñca yuktamājaṃ śṛtaṃ payaḥ //

Den Absud dieser [Mittel] soll das Pferd trinken; er vertreibt jeden Durchfall. Mit Priyaṅgu und Sārivā versetzte, gekochte Ziegenmilch

Wort für Wort
kvātham eṣām pibet vājī
den Absud davon trinke das Pferd
sarva-atīsāra-nāśanam
jeden Durchfall vertreibend
priyaṅgu-sārivābhyām yuktam
mit Priyaṅgu und Sārivā versetzt
ājam śṛtam payaḥ
gekochte Ziegenmilch

pived für pibed.

paryāptaśarkaraṃ pītvā śramādvājī vimucyate / droṇikāyāntu dātavyā tailavastisturaṅgame //

mit reichlich Zucker getrunken, befreit das Pferd von Erschöpfung. Im Trog [Anm.: Lagerung des Pferdes] ist dem Pferd ein Öleinlauf zu geben,

Wort für Wort
paryāpta-śarkaram pītvā
mit reichlich Zucker getrunken
śramāt vimucyate
wird von Erschöpfung befreit
droṇikāyām
im Trog
taila-vastiḥ
Öleinlauf

koṣṭhajā ca śirā vedhyā tena tasya sukhaṃ bhavet / dāṛimaṃ triphalā vyoṣaṃ guḍañca samabhāvikam //

und die am Bauch befindliche Vene ist zu punktieren; dadurch wird ihm Linderung zuteil. Granatapfel, Triphalā, Vyoṣa und Rohzucker zu gleichen Teilen:

Wort für Wort
koṣṭha-jā śirā
die am Bauch befindliche Vene
vedhyā
ist zu punktieren
sukham bhavet
Linderung tritt ein
dāḍimam triphalā vyoṣam
Granatapfel, Triphalā, Vyoṣa
guḍam sama-bhāgikam
Rohzucker zu gleichen Teilen

dāṛimaṃ für dāḍimaṃ; samabhāvikam etwa „zu gleichen Teilen“.

piṇḍametat pradātavyamaśvānāṃ kāśanāśanam / priyaṅgulodhramadhubhiḥ pivedvṛṣarasaṃ hayaḥ //

Dieser Bissen ist den Pferden zu geben; er vertreibt Husten. Mit Priyaṅgu, Lodhra und Honig soll das Pferd Vṛṣa-Saft trinken

Wort für Wort
piṇḍam etat pradātavyam
dieser Bissen ist zu geben
kāsa-nāśanam
Husten vertreibend
priyaṅgu-lodhra-madhubhiḥ
mit Priyaṅgu, Lodhra und Honig
vṛṣa-rasam
Vṛṣa-Saft

kāśa für kāsa.

kṣīraṃ vā pañcakolādyaṃ kāśanāddhi pramucyate / praskandheṣu ca sarveṣu śreya ādau viśodhaṇam //

oder Milch mit Pañcakola usw.; so wird es vom Husten befreit. Bei allen Ausflüssen [?] ist anfangs eine Reinigung das Beste.

Wort für Wort
kṣīram pañcakola-ādyam
Milch mit Pañcakola usw.
kāsāt pramucyate
wird vom Husten befreit
praskandheṣu sarveṣu
bei allen Ausflüssen
śreyaḥ ādau viśodhanam
anfangs ist Reinigung das Beste

kāśanāddhi = kāsād dhi; praskandheṣu unsicher; viśodhaṇam für viśodhanam.

abhyaṅgodvartanaiḥ snehaṃ nasyavartikramaḥ smṛtaḥ / jvaritānāṃ turaṅgāṇāṃ payasaiva kriyākramaḥ //

Durch Einreibungen und Abreibungen [erfolgt] das Einölen; die Abfolge von Nasenmittel und Zäpfchen ist überliefert. Bei fiebernden Pferden erfolgt die Behandlung allein mit Milch.

Wort für Wort
abhyaṅga-udvartanaiḥ
durch Einreibungen und Abreibungen
sneham
Einölen
nasya-varti-kramaḥ
Abfolge von Nasenmittel und Zäpfchen
jvaritānām turaṅgāṇām
bei fiebernden Pferden
payasā eva kriyā-kramaḥ
Behandlung allein mit Milch

lodhrakandharayormūlaṃ mātulāṅgāgnināgarāḥ / kuṣṭhahiṅguvacārāsnālepoyaṃ śothanāśanaḥ //

Die Wurzel von Lodhra und Kandhara [?], Zitronatzitrone, Citraka, Ingwer, Kuṣṭha, Asa foetida, Vacā und Rāsnā: Diese Paste vertreibt Schwellung.

Wort für Wort
lodhra-kandharayoḥ mūlam
Wurzel von Lodhra und Kandhara
mātuluṅga-agni-nāgarāḥ
Zitronatzitrone, Citraka, Ingwer
kuṣṭha-hiṅgu-vacā-rāsnā
Kuṣṭha, Asa foetida, Vacā, Rāsnā
lepaḥ ayam śotha-nāśanaḥ
diese Paste vertreibt Schwellung

kandhara unklar; agni = Citraka.

mañjiṣṭhā madhukaṃ drākṣāvṛhatyau raktacandanam / trapuṣīvījamūlāni śṛṅgāṭakakaśerukam //

Mañjiṣṭhā, Süßholz, Trauben, die beiden Bṛhatī, rotes Sandelholz, Samen und Wurzeln der Trapuṣī, Śṛṅgāṭaka und Kaśeruka:

Wort für Wort
mañjiṣṭhā madhukam drākṣā
Mañjiṣṭhā, Süßholz, Trauben
bṛhatyau
die beiden Bṛhatī
rakta-candanam
rotes Sandelholz
trapuṣī-bīja-mūlāni
Samen und Wurzeln der Trapuṣī
śṛṅgāṭaka-kaśerukam
Wassernuss und Kaśeruka

ajāpayaḥśṛtamidaṃ suśītaṃ śarkarānvitaṃ / pītvā nīraśano vājī raktamehāt pramucyate //

Dies, in Ziegenmilch gekocht, gut gekühlt und mit Zucker versetzt, trinkt das Pferd ohne Futter und wird von blutigem Harn befreit.

Wort für Wort
ajā-payaḥ-śṛtam
in Ziegenmilch gekocht
su-śītam śarkarā-anvitam
gut gekühlt, mit Zucker
nīraśanaḥ vājī
das Pferd ohne Futter
rakta-mehāt pramucyate
wird von blutigem Harn befreit

manyāhanunigālasthaśirāśotho galagrahaḥ / abhyaṅgaḥ kaṭutailena tatra teṣveva śasyate //

Schwellung der an Nacken, Kiefer und Kehle befindlichen Gefäße ist der „Kehlgriff“ (galagraha); dort wird an eben diesen [Stellen] Einreiben mit scharfem Öl empfohlen.

Wort für Wort
manyā-hanu-nigāla-stha
an Nacken, Kiefer und Kehle befindlich
śirā-śothaḥ
Schwellung der Gefäße
gala-grahaḥ
Kehlgriff
abhyaṅgaḥ kaṭu-tailena
Einreiben mit scharfem Öl
śasyate
wird empfohlen

galagrahagado śothaḥ prāyaśo galadeśake / pratyakpuṣpī tathā bahniḥ saindhavaṃ sauraso rasaḥ //

Die Krankheit Galagraha ist eine Schwellung, meist in der Kehlgegend. Pratyakpuṣpī, ferner Citraka, Steinsalz, Surasa-Saft,

Wort für Wort
gala-graha-gadaḥ
die Krankheit Galagraha
śothaḥ prāyaśaḥ gala-deśake
Schwellung meist in der Kehlgegend
pratyakpuṣpī
Pratyakpuṣpī
vahniḥ saindhavam
Citraka, Steinsalz
saurasaḥ rasaḥ
Surasa-Saft

bahniḥ für vahniḥ (= Citraka).

kṛṣṇāhiṅguyutair ebhiḥ kṛtvā nasyaṃ na sīdati / niśe jyotiṣmatī pāṭhā kṛṣṇā kuṣṭhaṃ vacā madhu //

mit diesen, versetzt mit Langem Pfeffer und Asa foetida, ein Nasenmittel bereitet, [so] leidet [das Pferd] nicht. Die beiden Gelbwurzarten, Jyotiṣmatī, Pāṭhā, Langer Pfeffer, Kuṣṭha, Vacā, Honig:

Wort für Wort
kṛṣṇā-hiṅgu-yutaiḥ ebhiḥ
mit diesen samt Langem Pfeffer und Asa foetida
kṛtvā nasyam
ein Nasenmittel bereitend
na sīdati
leidet nicht
niśe jyotiṣmatī pāṭhā
die beiden Gelbwurzarten, Jyotiṣmatī, Pāṭhā
kuṣṭham vacā madhu
Kuṣṭha, Vacā, Honig

niśe = die beiden niśā (Haridrā, Dāruharidrā).

jihvāstambhe ca lepo 'yaṃ guḍamūtrayuto hitaḥ / tilair yaṣṭyā rajanyā ca nimbapatraiś ca yojitā //

Diese Paste, mit Rohzucker und Harn versetzt, ist bei Zungenlähmung heilsam. Mit Sesam, Süßholz, Gelbwurz und Nimba-Blättern zusammengestellt

Wort für Wort
jihvā-stambhe
bei Zungenlähmung
lepaḥ ayam
diese Paste
guḍa-mūtra-yutaḥ hitaḥ
mit Rohzucker und Harn heilsam
tilaiḥ yaṣṭyā rajanyā
mit Sesam, Süßholz, Gelbwurz
nimba-patraiḥ
mit Nimba-Blättern

kṣaudreṇa śodhanī piṇḍī sarpiṣā vraṇaropaṇī / abhighātena khañjanti ye hy aścāstīvravedanāḥ //

ist der Bissen mit Honig reinigend, mit Butterschmalz wundheilend. Die Pferde, die infolge einer Verletzung hinken und heftige Schmerzen haben,

Wort für Wort
kṣaudreṇa śodhanī piṇḍī
mit Honig ein reinigender Bissen
sarpiṣā vraṇa-ropaṇī
mit Butterschmalz wundheilend
abhighātena khañjanti
hinken infolge Verletzung
tīvra-vedanāḥ
mit heftigen Schmerzen

aścās für aśvās.

pariṣekakriyā teṣāṃ tailenāśu rujāpahā / doṣakopābhighātābhyāṃ pakvabhinne vraṇakramaḥ //

für sie vertreibt eine Übergießung mit Öl rasch den Schmerz. Ist [eine Schwellung] infolge Erregung der Doṣas oder infolge einer Verletzung gereift und aufgebrochen, [gilt] die Wundbehandlung:

Wort für Wort
pariṣeka-kriyā
Behandlung durch Übergießung
tailena āśu rujā-apahā
mit Öl rasch schmerzvertreibend
doṣa-kopa-abhighātābhyām
durch Erregung der Doṣas und Verletzung
pakva-bhinne
wenn gereift und aufgebrochen
vraṇa-kramaḥ
Wundbehandlung

aśvatthoḍumbaraplakṣamadhūkavaṭakalkanaiḥ //29 //

mit Pasten aus Aśvattha, Uḍumbara, Plakṣa, Madhūka und Vaṭa [...].

Wort für Wort
aśvattha-uḍumbara
Pappelfeige, Büschelfeige
plakṣa-madhūka
Plakṣa, Madhūka
vaṭa
Banyan
kalkanaiḥ
mit Pasten

Nur ein Halbvers überliefert; die Versnummer ist in den Text geraten (//29 //).

prabhūtasalilaḥ kvāthaḥ sukhoṣṇaḥ vraṇaśodhanaḥ / śatāhvā nāgaraṃ rāsnā mañjiṣṭhākuṣṭhasaindhavaiḥ //

Ein Absud mit reichlich Wasser, angenehm warm, reinigt die Wunden. Mit Śatāhvā, Ingwer, Rāsnā, Mañjiṣṭhā, Kuṣṭha, Steinsalz,

Wort für Wort
prabhūta-salilaḥ kvāthaḥ
Absud mit reichlich Wasser
sukha-uṣṇaḥ
angenehm warm
vraṇa-śodhanaḥ
wundreinigend
śatāhvā nāgaram rāsnā
Śatāhvā, Ingwer, Rāsnā
mañjiṣṭhā-kuṣṭha-saindhavaiḥ
mit Mañjiṣṭhā, Kuṣṭha, Steinsalz

devadāruvacāyugmarajanīraktacandanaiḥ / tailasiddhaṃ kaṣāyeṇa guḍūcyāḥ payasā saha //

Devadāru, den beiden Vacā, den beiden Gelbwurzarten und rotem Sandelholz: Öl, zubereitet mit dem Absud von Guḍūcī zusammen mit Milch,

Wort für Wort
devadāru-vacā-yugma
Devadāru, die beiden Vacā
rajanī-rakta-candanaiḥ
mit Gelbwurz und rotem Sandel
taila-siddham
als Öl zubereitet
kaṣāyeṇa guḍūcyāḥ
mit dem Absud der Guḍūcī
payasā saha
zusammen mit Milch

mrakṣeṇa vastinaśye ca yojyaṃ sarvatra liṅgine / raktasrāvo jalaukābhir netrānte netrarogitaḥ //

ist durch Einreiben, Einlauf und Nasenanwendung überall bei [einem Pferd mit solchen] Symptomen [?] anzuwenden. Bei Augenkrankheit [erfolgt] Blutentzug mit Blutegeln am Augenwinkel

Wort für Wort
mrakṣeṇa vasti-nasye
durch Einreiben, Einlauf und Nasenmittel
yojyam sarvatra
ist überall anzuwenden
rakta-srāvaḥ jalaukābhiḥ
Blutentzug mit Blutegeln
netra-ante
am Augenwinkel
netra-rogiṇaḥ
des Augenkranken

liṅgine unsicher; netrarogitaḥ für netrarogiṇaḥ.

khāditoḍumbarāśvatthakaṣāyeṇa ca sādhanam / dhātrīdurālabhātiktāpriyaṅgukuṅkumaiḥ samaiḥ //

und Behandlung mit dem Absud von Khadira, Uḍumbara und Aśvattha. Aus Dhātrī, Durālabhā, Tiktā, Priyaṅgu und Safran zu gleichen Teilen

Wort für Wort
khadira-uḍumbara-aśvattha
Khadira, Uḍumbara, Aśvattha
kaṣāyeṇa sādhanam
Behandlung mit dem Absud
dhātrī-durālabhā-tiktā
Dhātrī, Durālabhā, Tiktā
priyaṅgu-kuṅkumaiḥ samaiḥ
mit Priyaṅgu und Safran zu gleichen Teilen

khādita für khadira.

guḍūcyā ca kṛtaḥ kalko hito yuktāvalambine / utpāte ca śile śrāvye śuṣkaśephe tathaiva ca //

und Guḍūcī bereitete Paste ist heilsam für [ein Pferd mit] Vorfall [?]. Bei Utpāta [?], bei Śila [?], bei Ausfluss [?] und ebenso bei vertrocknetem Penis

Wort für Wort
guḍūcyā kṛtaḥ kalkaḥ
mit Guḍūcī bereitete Paste
hitaḥ
heilsam
avalambine
für [ein Pferd mit] Herabhängendem
śuṣka-śephe
bei vertrocknetem Penis

yuktāvalambine, utpāte, śile, śrāvye unsicher; offenbar Krankheitsnamen.

kṣiprakāriṇi doṣe ca sadyo vidalamiṣyate / gośakṛnmañjikākuṣṭharajanītilamarṣapaiḥ //

und bei einem schnell wirkenden Leiden wird sofortiges Aufschneiden verlangt. Mit Kuhmist, Mañjiṣṭhā, Kuṣṭha, Gelbwurz, Sesam und Senf,

Wort für Wort
kṣipra-kāriṇi doṣe
bei schnell wirkendem Leiden
sadyaḥ vidalam iṣyate
sofortiges Aufschneiden wird verlangt
go-śakṛt
Kuhmist
kuṣṭha-rajanī
Kuṣṭha, Gelbwurz
tila-sarṣapaiḥ
mit Sesam und Senf

vidalam wohl für vidāraṇam; mañjikā für mañjiṣṭhā; marṣapa für sarṣapa.

gavāṃ mūtreṇa piṣṭaiś ca mardanaṃ kaṇḍunāśanam / śīto madhuyutaḥ kvātho nāśikāyāṃ saśarkaraḥ //

mit Kuhharn zerrieben, vertreibt die Einreibung das Jucken. Ein kühler Absud mit Honig und Zucker in die Nase [gegeben]

Wort für Wort
gavām mūtreṇa piṣṭaiḥ
mit Kuhharn zerrieben
mardanam kaṇḍu-nāśanam
Einreibung vertreibt Jucken
śītaḥ madhu-yutaḥ kvāthaḥ
kühler Absud mit Honig
nāsikāyām sa-śarkaraḥ
mit Zucker in die Nase

nāśikāyāṃ für nāsikāyāṃ.

raktapittaharaḥ pānādaśvakarṇaistathaiva ca / saptame saptame deyamaśvānāṃ lavaṇaṃ dine //

vertreibt Blutsturz (raktapitta), [ebenso] durch Trinken und ebenso mit Aśvakarṇa. An jedem siebten Tag ist den Pferden Salz zu geben.

Wort für Wort
rakta-pitta-haraḥ
Blutsturz vertreibend
pānāt
durch Trinken
aśva-karṇaiḥ
mit Aśvakarṇa
saptame saptame dine
an jedem siebten Tag
deyam aśvānām lavaṇam
den Pferden ist Salz zu geben

tathā bhuktavatāndeyā atipāne tu vāruṇī / jīvanīyaiḥ samadhurair mṛdvīkāśarkarāyutaiḥ //

Ebenso ist [es] denen zu geben, die gefressen haben; bei übermäßigem Trinken [?] aber Vāruṇī [Branntwein]. Mit Jīvanīya-Mitteln samt süßen [Mitteln], mit Rosinen und Zucker,

Wort für Wort
bhuktavatām deyā
ist denen zu geben, die gefressen haben
vāruṇī
Branntwein
jīvanīyaiḥ sa-madhuraiḥ
mit belebenden und süßen Mitteln
mṛdvīkā-śarkarā-yutaiḥ
mit Rosinen und Zucker

atipāne unsicher (evtl. als „Nachtrunk“ zu verstehen).

sapippalīkaiḥ śaradi pratipānaṃ sapadmakaiḥ / viḍaṅgāpippalīdhānyaśatāhvālodhrasaindhavaiḥ //

mit Langem Pfeffer und mit Padmaka [ist] im Herbst der Nachtrunk [zu geben]. Mit Viḍaṅga, Langem Pfeffer, Koriander, Śatāhvā, Lodhra, Steinsalz

Wort für Wort
sa-pippalīkaiḥ
mit Langem Pfeffer
śaradi pratipānam
im Herbst der Nachtrunk
sa-padmakaiḥ
mit Padmaka
viḍaṅga-pippalī-dhānya
Viḍaṅga, Langer Pfeffer, Koriander
śatāhvā-lodhra-saindhavaiḥ
Śatāhvā, Lodhra, Steinsalz

macitrakaisturaṅgāṇāṃ pratipānaṃ himāgame / lodhrapriyaṅgukāmustāpippalīviśvabheṣajaiḥ //

und Citraka [ist] den Pferden beim Nahen der Kälte der Nachtrunk [zu geben]. Mit Lodhra, Priyaṅgu, Mustā, Langem Pfeffer und Ingwer

Wort für Wort
sa-citrakaiḥ
mit Citraka
turaṅgāṇām pratipānam
der Nachtrunk der Pferde
hima-āgame
beim Nahen der Kälte
lodhra-priyaṅgukā-mustā
Lodhra, Priyaṅgu, Mustā
viśva-bheṣajaiḥ
mit Ingwer

macitrakais für sacitrakais.

sakṣaudraiḥ pratipānaṃ syādvasante kaphanāśanam / priyaṅgupippalīlodhrayaṣṭyākṣaiḥ samahauṣadhaiḥ //

samt Honig sei im Frühling der Nachtrunk, der das Kapha vertreibt. Mit Priyaṅgu, Langem Pfeffer, Lodhra, Süßholz, Akṣa und Ingwer

Wort für Wort
sa-kṣaudraiḥ
samt Honig
vasante
im Frühling
kapha-nāśanam
Kapha vertreibend
priyaṅgu-pippalī-lodhra
Priyaṅgu, Langer Pfeffer, Lodhra
yaṣṭi-akṣaiḥ sa-mahauṣadhaiḥ
mit Süßholz, Akṣa und Ingwer

nidāghe saguḍā deyā madirā pratipānake / lodhrakāṣṭhaṃ salavaṇaṃ pippalyo viśvabheṣajam //

ist im Sommer Rauschtrank mit Rohzucker als Nachtrunk zu geben. Lodhra-Holz mit Salz, Langer Pfeffer, Ingwer:

Wort für Wort
nidāghe
im Sommer
sa-guḍā madirā
Rauschtrank mit Rohzucker
pratipānake
als Nachtrunk
lodhra-kāṣṭham sa-lavaṇam
Lodhra-Holz mit Salz
pippalyaḥ viśva-bheṣajam
Langer Pfeffer, Ingwer

bhavettailayutair ebhiḥ pratipānaṃ ghanāgame / nidāghodvṛtapittārtāḥ śaratsu puṣṭaśoṇitāḥ //

mit diesen samt Öl sei der Nachtrunk beim Nahen der Regenwolken. Die im Sommer an erregtem Pitta leiden, die im Herbst reichlich Blut haben,

Wort für Wort
taila-yutaiḥ ebhiḥ
mit diesen samt Öl
ghana-āgame
beim Nahen der Regenwolken
nidāgha-udvṛta-pitta-ārtāḥ
im Sommer an erregtem Pitta leidend
śaratsu puṣṭa-śoṇitāḥ
im Herbst mit reichlichem Blut

prāvṛḍbhinnapurīṣāś ca piveyurvājino ghṛtam / piveyurvājinastailaṃ kaphavāyvadhikāstu ye //

und die in der Regenzeit Durchfall haben, diese Pferde sollen Butterschmalz trinken; die Pferde aber, bei denen Kapha und Vāta überwiegen, sollen Öl trinken.

Wort für Wort
prāvṛṭ-bhinna-purīṣāḥ
in der Regenzeit mit Durchfall
piveyuḥ ghṛtam
sollen Butterschmalz trinken
tailam
Öl
kapha-vāyu-adhikāḥ
bei denen Kapha und Vāta überwiegen

snehavyāpadbhavo yeṣāṃ kāryaṃ teṣāṃ virūkṣaṇam / tryahaṃ yavāgūrūkṣā syād bhojanaṃ takrasaṃyutam //

Bei denen aus dem Einölen eine Störung entstanden ist, ist Austrocknung vorzunehmen: drei Tage trockener Reisschleim und Futter mit Buttermilch.

Wort für Wort
sneha-vyāpad-bhavaḥ
Störung aus dem Einölen
kāryam virūkṣaṇam
Austrocknung ist vorzunehmen
tri-aham
drei Tage
yavāgūḥ rūkṣā
trockener Reisschleim
takra-saṃyutam
mit Buttermilch

śarannidāghayoḥ sarpistailaṃ śītavasantayoḥ / varṣāsu śiśire caiva vastau yamakamiṣyate //

In Herbst und Sommer Butterschmalz, Öl in Kälte und Frühling; in der Regenzeit und im Śiśira wird beim Einlauf die Zweiermischung (yamaka) verlangt.

Wort für Wort
śarat-nidāghayoḥ sarpiḥ
in Herbst und Sommer Butterschmalz
tailam śīta-vasantayoḥ
Öl in Kälte und Frühling
varṣāsu śiśire
in Regenzeit und Śiśira
vastau yamakam iṣyate
beim Einlauf wird die Zweiermischung verlangt

yamaka: Mischung zweier Fette.

gurvabhiṣyandibhaktāni vyāyāmaṃ snājamātapam / vāyuvarjañca vāhasya snehapītasya varjitam //

Schwere und kanalverstopfende Futter, Bewegung, Baden und Sonnenhitze sowie Wind sind für das Pferd, das Öl getrunken hat, zu meiden.

Wort für Wort
guru-abhiṣyandi-bhaktāni
schwere, verstopfende Futter
vyāyāmam snānam ātapam
Bewegung, Baden, Sonnenhitze
vāyu
Wind
sneha-pītasya
des Öl getrunken habenden
varjitam
zu meiden

snājam für snānam.

snānaṃ pānaṃ śakṛtkrūṣṭhamaśvānāṃ salilāgame / atyarthaṃ durdine kāle pānamekaṃ praśasyate //

Baden, Tränken, [...] [?] der Pferde in der Regenzeit; an einem sehr trüben Tag wird einmaliges Tränken empfohlen.

Wort für Wort
snānam pānam
Baden, Tränken
salila-āgame
in der Regenzeit
atyartham durdine
an einem sehr trüben Tag
pānam ekam praśasyate
einmaliges Tränken wird empfohlen

śakṛtkrūṣṭham verderbt.

yuktaśītātape kāle dviḥpānaṃ snapanaṃ sakṛt / grīṣme trisnānapānaṃ syacciraṃ tasyāyagāhanam //

In einer Zeit mit gemischter Kälte und Hitze zweimal Tränken und einmal Waschen; im Sommer dreimal Baden und Tränken, und für es lange Schwemme.

Wort für Wort
yukta-śīta-ātape kāle
in Zeit gemischter Kälte und Hitze
dviḥ-pānam
zweimal Tränken
snapanam sakṛt
einmal Waschen
grīṣme tri-snāna-pānam
im Sommer dreimal Baden und Tränken
ciram avagāhanam
lange Schwemme

syacciraṃ für syāc ciraṃ; tasyāyagāhanam für tasyāvagāhanam.

nistūṣāṇāṃ pradātavyā yavānāṃ caturāṭakī / caṇakavrīhimaudgāni kalāyaṃ vāpi dāpayet //

Von enthülster Gerste sind vier Āḍhaka zu geben; oder man lasse Kichererbsen, Reis, Mungbohnen oder Erbsen geben.

Wort für Wort
nistuṣāṇām yavānām
von enthülster Gerste
catur-āḍhakī
vier Āḍhaka
caṇaka-vrīhi-maudgāni
Kichererbsen, Reis, Mungbohnen
kalāyam
Erbsen
dāpayet
man lasse geben

nistūṣa für nistuṣa.

ahorātreṇa cārdhasya yavasasya tulā daśa / aṣṭau śuṣkasya dātavyāś catasro 'tha vuṣasya vā //

In Tag und Nacht sind vom frischen Grünfutter zehn Tulā, vom trockenen acht zu geben, oder vier von Spreu.

Wort für Wort
ahorātreṇa
in Tag und Nacht
ārdrasya yavasasya
vom frischen Grünfutter
tulāḥ daśa
zehn Tulā
aṣṭau śuṣkasya
acht vom trockenen
catasraḥ buṣasya
vier von Spreu

ārdhasya wohl für ārdrasya; vuṣa für buṣa.

dūrvā pittaṃ yavaḥ kāsaṃ vuṣaś ca śloṣmasañcayam / nāśayatyarjunaḥ śvāsaṃ tathā māno balakṣayam //

Dūrvā-Gras vertreibt Pitta, Gerste den Husten, Spreu die Ansammlung von Schleim; Arjuna vertreibt Atemnot, ebenso Māna [?] den Kräfteverfall.

Wort für Wort
dūrvā pittam
Dūrvā-Gras [vertreibt] Pitta
yavaḥ kāsam
Gerste den Husten
buṣaḥ śleṣma-sañcayam
Spreu die Schleimansammlung
arjunaḥ śvāsam
Arjuna die Atemnot
bala-kṣayam
Kräfteverfall

śloṣma für śleṣma; māno unsicher (evtl. māṣa „Urdbohne“).

vātikāḥ paittikāś caiva śleṣmajāḥ sānnipātikāḥ / na rogāḥ pīḍayiṣyanti dūrvāhāranturaṅgamam //

Die aus Vāta, Pitta und Kapha entstandenen sowie die aus allen dreien vereint entstandenen Krankheiten werden das Pferd, das Dūrvā-Gras frisst, nicht quälen.

Wort für Wort
vātikāḥ paittikāḥ
aus Vāta, aus Pitta
śleṣma-jāḥ sānnipātikāḥ
aus Kapha und aus allen dreien
na rogāḥ pīḍayiṣyanti
Krankheiten werden nicht quälen
dūrvā-āhāram turaṅgamam
das Dūrvā fressende Pferd

dvau rajjubandhau duṣṭānāṃ pakṣayorubhayorapi / paścāddhanuś ca kartarvyo dūrakīlavyapāśrayaḥ //

Für bösartige [Pferde sind] zwei Seilfesseln auf beiden Seiten [anzubringen], und hinten ist ein Bogen [Sperre] anzulegen, gestützt auf einen entfernten Pflock.

Wort für Wort
dvau rajju-bandhau
zwei Seilfesseln
duṣṭānām
für bösartige
pakṣayoḥ ubhayoḥ
auf beiden Seiten
paścāt dhanuḥ
hinten ein Bogen
dūra-kīla-vyapāśrayaḥ
gestützt auf einen entfernten Pflock

kartarvyo für kartavyo.

vāseyustvāstṛte sthāne kṛtadhūpanabhūmayaḥ / yatropanyastayavasāḥ sapradīpāḥ surakṣitāḥ / kṛkavākvajakapayo dhāryaścāśvagṛhe mṛgāḥ //

Sie sollen an einem ausgestreuten Platz wohnen, dessen Boden geräuchert ist, wo Futter bereitgelegt ist, mit Lampen, gut bewacht. Hähne, Ziegen, Affen und [andere] Tiere sind im Pferdestall zu halten.

Wort für Wort
āstṛte sthāne
an einem ausgestreuten Platz
kṛta-dhūpana-bhūmayaḥ
mit geräuchertem Boden
upanyasta-yavasāḥ
mit bereitgelegtem Futter
sa-pradīpāḥ su-rakṣitāḥ
mit Lampen, gut bewacht
kṛkavāku-aja-kapayaḥ
Hähne, Ziegen, Affen
aśva-gṛhe
im Pferdestall

Vers mit drei Halbversen; kapayo für kapayo/kapayaś.

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