Agni beschreibt Gelübde nach Jahreszeiten (Brennholz- und Butterschmalzgaben, Schweigen, Sārasvata-, Viṣṇu- und Devī-Gelübde), sodann Riten beim Übergang der Sonne in ein neues Tierkreiszeichen (saṅkrānti) sowie das Umā-Gelübde der Frauen. Das Kapitel schließt mit der Aussage, dass eine der Sonne ergebene Frau ein Mann wird. Einige Stellen sind knapp und syntaktisch unklar.
agnir uvāca | ṛtuvratāntyahaṃ vakṣye bhuktimuktipradāni te / indhanāni tu yo dadyādvarṣādicaturo hy ṛtūn //
Agni sprach: Nun werde ich dir die Jahreszeitengelübde erklären, die Genuss und Erlösung gewähren. Wer in den vier Jahreszeiten ab der Regenzeit Brennholz spendet
und am Ende eine Butterschmalz-Kuh spendet, wird ein Brahmane [und heißt] Hüter des Agni-Gelübdes. Wer in der Dämmerung Schweigen hält und am Ende des Monats einen Krug Butterschmalz spendet
und Sesam, Glocke und Gewand gibt, wird glücklich [als] Hüter des Sārasvata-Gelübdes. Wer ein Jahr lang das Bad [der Gottheit] mit den fünf Nektaren vollzieht und eine Kuh spendet, wird König.
Wer am elften nur nachts isst und im Caitra [Viṣṇu] Speise darbringt, gelangt am Ende des Monats zur goldenen Stätte Viṣṇus – er ist ein rechter Hüter des Viṣṇu-Gelübdes.
pāyasāśī goyugadaḥ śrībhāgdevīvratī bhavet / nivedya pitṛdevebhyo yo bhuṅkte sa bhavennṛpaḥ //
Wer Milchreis isst und ein Paar Kühe spendet, wird des Glücks [Śrī] teilhaftig [als] Hüter des Devī-Gelübdes. Wer isst, nachdem er den Ahnen und Göttern dargebracht hat, wird König.
Damit sind die Jahresgelübde genannt; [nun] lehre ich das Saṅkrānti-Gelübde. Durch nächtliches Wachen bei einem Sonnenübergang gelangt der Mensch in die Himmelswelt.
amāvāsyāṃ tu saṅkrāntau śivārkayajanāttathā / uttare tvayane cājyaprasthasnānena keśave //
Ebenso durch Verehrung von Śiva und Sonne, wenn der Sonnenübergang auf einen Neumond fällt; und beim nördlichen Sonnenlauf durch Baden des Keśava mit einem Prastha Butterschmalz
im Maß von zweiunddreißig Pala wird man von allen Sünden befreit. Wer [die Gottheit] an den Tagundnachtgleichen und dergleichen mit Butterschmalz, Milch usw. badet, erlangt [das Gewünschte].
Für Frauen ist das Umā-Gelübde, das Glück schenkt, am dritten und am achten Tag [zu halten]; man verehre Gaurī und auch Maheśvara und erlangt Eheglück.
umāmaheśvarau prārcya aviyogādi cāpnuyāt / mūlavratakarī strī ca umeśavratakāriṇī //
Wer Umā und Maheśvara verehrt, erlangt Nichttrennung [vom Gatten] und anderes. Und die Frau, die das Mūla-Gelübde vollzieht, [gilt als] Vollzieherin des Umeśa-Gelübdes.