Agni-Purāṇa
Kapitel 229: māṅgalyādhyāyaḥ
Das Kapitel über glückverheißende und unheilvolle Anblicke
Puṣkara zählt unheilvolle Dinge, Personen und Rufe auf, die beim Aufbruch gesehen oder gehört werden, nennt die Abhilfe durch Verehrung Haris und listet danach glückverheißende Dinge auf; innere Zufriedenheit wiegt alle äußeren Zeichen auf. Titelfeld der Quelle: śakunāni, Kolophon: māṅgalyādhyāyaḥ. In V. 1 sind yuktāni und dhanāni unsicher.
puṣkara uvāca | auṣadhāni ca yuktāni dhānyaṃ kṛṣṇamaśobhanaṃ / kārpāsaṃ tṛṇaśuṣkañca gomayaṃ vai dhanāni ca //
Puṣkara sprach: Zubereitete Heilmittel [?], schwarzes Getreide [sind] unheilvoll, [ebenso] Baumwolle, trockenes Gras, Kuhdung und Brennholz [?],
Wort für Wort puṣkaraḥ uvāca Puṣkara sprach auṣadhāni yuktāni zubereitete Heilmittel [?] dhānyam kṛṣṇam aśobhanam schwarzes Getreide ist unheilvoll kārpāsam tṛṇa-śuṣkam Baumwolle, trockenes Gras gomayam (in)dhanāni Kuhdung, Brennholz [?] yuktāni ist unklar; dhanāni ist wohl als indhanāni („Brennholz“) zu lesen, da Reichtümer nicht in eine Liste unheilvoller Anblicke passen.
aṅgāraṃ guḍasarjau ca muṇḍābhyaktañca nagnakaṃ / ayaḥ paṅkaṃ carmakeśau unmattañca napuṃsakaṃ //
Holzkohle, Rohzucker und Harz, ein Kahlgeschorener, ein mit Öl Gesalbter und ein Nackter, Eisen, Schlamm, Haut und Haare, ein Wahnsinniger und ein Eunuch,
Wort für Wort aṅgāram guḍa-sarjau Holzkohle, Rohzucker, Harz muṇḍa-abhyaktam nagnakam Kahlgeschorener, Gesalbter, Nackter ayaḥ paṅkam Eisen, Schlamm carma-keśau Haut und Haare unmattam napuṃsakam Wahnsinniger, Eunuch caṇḍālaśvapacādyāni narā bandhanapālakāḥ / garbhiṇī strī ca vidhavāḥ piṇyakādīni vai mṛtaṃ //
Caṇḍālas, Śvapacas usw., Männer, die Gefängniswärter sind, eine schwangere Frau und Witwen, Ölkuchen usw. und ein Leichnam,
Wort für Wort caṇḍāla-śvapaca-ādyāni Caṇḍālas, Śvapacas usw. bandhana-pālakāḥ Gefängniswärter garbhiṇī strī vidhavāḥ Schwangere und Witwen piṇyāka-ādīni Ölkuchen usw. mṛtam ein Toter tuṣabhasmakapālāsthibhinnabhāṇḍamaśastakaṃ / aśasto vādyaśabdaś ca bhinnabhairavajharjharaḥ //
Spreu, Asche, Schädel, Knochen und ein zerbrochenes Gefäß sind unheilvoll; unheilvoll ist auch der Klang von Instrumenten [und] ein gesprungenes, schauerlich klingendes Becken.
Wort für Wort tuṣa-bhasma-kapāla-asthi Spreu, Asche, Schädel, Knochen bhinna-bhāṇḍam zerbrochenes Gefäß aśastaḥ vādya-śabdaḥ unheilvoller Instrumentenklang bhinna-bhairava-jharjharaḥ gesprungenes, schauerliches Becken ehīti purataḥ śabdaḥ śasyate na tu pṛṣṭhataḥ / gaccheti paścācchabdo 'gryaḥ purastāttu vigarhitaḥ //
Der Ruf „Komm!“ ist von vorn gepriesen, nicht aber von hinten; der Ruf „Geh!“ ist von hinten vorzüglich, von vorn aber getadelt.
Wort für Wort ehi iti purataḥ śabdaḥ der Ruf „Komm!“ von vorn na pṛṣṭhataḥ nicht von hinten gaccha iti paścāt „Geh!“ von hinten purastāt vigarhitaḥ von vorn getadelt kva yāsi tiṣṭha mā gaccha kinte tatra gatasya ca / aniṣṭaśabdā mṛtyarthaṃ kravyādaś ca dhvajādigaḥ //
„Wohin gehst du? Bleib! Geh nicht! Was hast du davon, wenn du dorthin gehst?“ – [solche] unerwünschten Worte [deuten] auf Tod; ebenso ein Aasfresser, der sich auf Banner usw. setzt,
Wort für Wort kva yāsi tiṣṭha mā gaccha wohin gehst du, bleib, geh nicht aniṣṭa-śabdāḥ unerwünschte Worte mṛtyu-artham auf den Tod hin kravyādaḥ dhvaja-ādi-gaḥ ein Aasfresser auf Banner usw. mṛtyarthaṃ = mṛtyu-artham.
skhalanaṃ vāhanānāñca śastrabhaṅgastathaiva ca / śiroghātaś ca dvārādyaiścchatravāsādipātanaṃ //
das Straucheln der Reittiere und ebenso das Zerbrechen von Waffen, das Anstoßen des Kopfes an Türen usw., das Herabfallen von Schirm, Kleidung usw.
Wort für Wort skhalanam vāhanānām Straucheln der Reittiere śastra-bhaṅgaḥ Zerbrechen der Waffen śiraḥ-ghātaḥ dvāra-ādyaiḥ Anstoßen des Kopfes an Türen usw. chatra-vāsa-ādi-pātanam Herabfallen von Schirm, Kleid usw. harimabhyarcya saṃstutya syādamaṅgalyanāśanaṃ / dvitīyantu tato dṛṣṭvā viruddhaṃ praviśedgṛhaṃ //
Indem man Hari verehrt und preist, wird das Unheil vernichtet. Sieht man danach aber ein zweites widriges [Zeichen], so kehre man ins Haus zurück.
Wort für Wort harim abhyarcya saṃstutya Hari verehrend und preisend amaṅgalya-nāśanam Vernichtung des Unheils dvitīyam viruddham dṛṣṭvā ein zweites Widriges sehend praviśet gṛham er kehre ins Haus zurück śvetāḥ sumanasaḥ śreṣṭhāḥ pūrṇakumbho mahottamaḥ / māṃsaṃ matsyā dūraśabdā vṛddha ekaḥ paśustvajaḥ //
Weiße Blumen sind vorzüglich, ein voller Krug überaus vortrefflich; Fleisch, Fische, ferne Klänge, ein einzelner Greis, von den Tieren die Ziege,
Wort für Wort śvetāḥ sumanasaḥ śreṣṭhāḥ weiße Blumen sind die besten pūrṇa-kumbhaḥ mahā-uttamaḥ ein voller Krug überaus gut māṃsam matsyāḥ Fleisch, Fische dūra-śabdāḥ ferne Klänge vṛddhaḥ ekaḥ paśuḥ ajaḥ ein einzelner Greis, die Ziege als Tier gāvastaraṅgamā nāgā devaś ca jvalito 'nalaḥ / dūrvārdragomayaṃ veśyā svarṇarūpyañca ratnakaṃ //
Kühe, Pferde, Elefanten, ein Gott[esbild] und loderndes Feuer, Dūrvā-Gras, frischer Kuhdung, eine Hetäre, Gold und Silber und ein Juwel,
Wort für Wort gāvaḥ turaṅgamāḥ nāgāḥ Kühe, Pferde, Elefanten jvalitaḥ analaḥ loderndes Feuer dūrvā ārdra-gomayam Dūrvā-Gras, frischer Kuhdung veśyā Hetäre svarṇa-rūpyam ratnakam Gold, Silber, Juwel vacāsiddhārthakauṣadhyo mudga āyudhakhaḍgakaṃ / chatraṃ pīṭhaṃ rājaliṅgaṃ śavaṃ ruditavarjitaṃ //
Kalmus, weißer Senf und Heilkräuter, Mungbohnen, Waffe und Schwert, Schirm, Sitz, königliches Abzeichen, ein Leichnam ohne Wehklage,
Wort für Wort vacā-siddhārthaka-oṣadhyaḥ Kalmus, weißer Senf, Kräuter mudgaḥ Mungbohne āyudha-khaḍgakam Waffe und Schwert chatram pīṭham rāja-liṅgam Schirm, Sitz, königliches Abzeichen śavam rudita-varjitam Leichnam ohne Wehklage phalaṃ ghṛṭaṃ dadhi payo akṣatādarśamākṣikaṃ / śaṅkhaṃ ikṣuḥ śubhaṃ vākyaṃ bhaktavāditagītakaṃ //
Frucht, Butterschmalz, saure Milch, Milch, unenthülstes Korn, Spiegel und Honig, Muschelhorn, Zuckerrohr, ein glückverheißendes Wort, gekochter Reis [?], Instrumentalmusik und Gesang,
Wort für Wort phalam ghṛtam dadhi payaḥ Frucht, Schmalz, saure Milch, Milch akṣata-ādarśa-mākṣikam unenthülstes Korn, Spiegel, Honig śaṅkham ikṣuḥ Muschelhorn, Zuckerrohr śubham vākyam glückverheißendes Wort bhakta-vādita-gītakam Speise, Musik, Gesang bhakta- hier wohl „gekochter Reis, Speise“.
gambhīrameghastanitaṃ taḍittuṣṭiś ca mānasī / ekataḥ sarvaliṅgāni manasastuṣṭirekataḥ //
das Grollen tiefer Wolken, Blitz und innere Zufriedenheit: auf der einen Seite [stehen] alle [glücklichen] Zeichen, auf der anderen die Zufriedenheit des Herzens [Anm.: beide wiegen gleich].
Wort für Wort gambhīra-megha-stanitam Grollen tiefer Wolken taḍit Blitz tuṣṭiḥ mānasī innere Zufriedenheit ekataḥ sarva-liṅgāni auf einer Seite alle Zeichen manasaḥ tuṣṭiḥ ekataḥ auf der anderen die Zufriedenheit des Geistes
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