Puṣkara unterscheidet „entflammte“ (unheilvolle) und „ruhige“ (glückverheißende) Vorzeichen nach sechs Kriterien (Zeit, Richtung, Ort, Handlung, Ruf, Gattung), teilt die Tiere in Dorf-, Wald-, Tag- und Nachttiere ein und erläutert die Bedeutung ihres Erscheinens auf der rechten oder linken Seite, beim Aufbruch des Heeres, der Rufe der Schakalin und des ersten Anblicks eines Sāraṅga im Jahr. Die Tierlisten (V. 14–19, 27–29) enthalten viele nicht sicher bestimmbare oder verderbte Namen.
Puṣkara sprach: Die Vorzeichen (śakuna) verkünden dem Menschen, wenn er verweilt, aufbricht oder eine Frage stellt, Glück und Unglück, ebenso einem Land und einer Stadt.
Jedes „entflammte“ (dīpta) [Vorzeichen] wird von den Schicksalsdeutern als unheilbringend bezeichnet, das „ruhige“ (śānta) aber wird von den Schicksalskundigen als glückbringend erklärt.
Von ihnen ist jeweils die vorhergehende als die stärkere zu erkennen. Ein Tagtier [das] nachts [erscheint] und ein Nachttier bei Tage [ist zeit-entflammt].
Als entflammt ist [ein Vorzeichen] bei grausamen Mondhäusern, Aszendenten, Planeten usw. zu erkennen. Diejenige [Himmelsrichtung] aber, in die die Sonne gehen wird, ist als „rauchend“ (dhūmitā) zu erkennen;
diejenige, in der sie steht, gilt als „brennend“ (jvalitā), und die verlassene als „glühend“ (aṅgāriṇī). Diese drei heißen „entflammt“, die übrigen fünf ebenso „ruhig“.
Ein Vorzeichen in einer entflammten Richtung wird „richtungs-entflammt“ genannt. Ein Dorftier im Wald, Waldtiere im Dorf und ebenso ein verrufener Baum
Wort für Wort
dīptāyām diśi
in entflammter Richtung
dik-dīptam śakunam
richtungs-entflammtes Vorzeichen
grāmyaḥ araṇye
Dorftier im Wald
vane grāmyāḥ
Dorftiere im Wald / Waldtiere im Dorf
nindita-pādapaḥ
verrufener Baum
grāmo 'raṇyā ist wohl grāmyo 'raṇye („Dorftier im Wald“) zu lesen.
und [ein Vorzeichen] an einem unheilvollen Ort ist als „orts-entflammt“ zu erkennen, o Bester der Zweimalgeborenen. Als „handlungs-entflammt“ gilt eines, das eine seiner Gattung unangemessene Handlung ausführt.
„Ruf-entflammt“ heißt eines mit gebrochenem, schauerlichem Laut; als „gattungs-entflammt“ ist eines zu erkennen, das sich ausschließlich von Fleisch ernährt.
Das ruhige [Vorzeichen] wird in allen Unterarten sorgfältig als das Gegenteil des entflammten bestimmt; das gemischte durch gemischte [Merkmale]; danach ist Erfolg oder Misserfolg zu verkünden.
mārjārakukkuṭau grāmyau tau caiva vanagocarau / tayorbhavati vijñānaṃ nityaṃ vai rūpabhedataḥ //
Katze und Hahn sind Dorftiere, doch halten sich eben diese auch im Wald auf; bei ihnen ergibt sich die Unterscheidung stets aus der Verschiedenheit der Gestalt.
śvāvidvṛṣabhagomāyuvṛkakokilasārasāḥ / turaṅgakaupīnanarā godhā hy ubhayacāriṇaḥ //
Stachelschwein, Stier, Schakal, Wolf, Kuckuck, Kranich, Pferd, Männer im Lendentuch [?] und Waran – [diese] sind [bei Tag und Nacht] beiderseits aktiv.
Wenn, nachdem man das Haus verlassen hat, eine Blauracke vorn stehend ruft, kündet sie Kränkung durch den König an; links [kündet sie] Streit beim Essen.
wenn sie in Gegenrichtung ziehen, [sind] ebenso [unheilvoll], o Rāma, und ein Esel mit entstelltem Ruf. Links ist der Kapiñjala vorzüglich, ebenso wenn er rechts steht,
pṛṣṭhato ninditaphalastittiristu na śasyate / eṇā varāhāḥ pṛṣatā vāmā bhūtvā tu dakṣiṇāḥ //
hinten hat er getadelte Wirkung; das Rebhuhn aber wird nicht gepriesen. Antilopen, Eber und gefleckte Hirsche, die zuerst links sind und dann nach rechts [wechseln],
wenn sie von rechts nach links gehen, sind als Erfüller des Gewünschten zu erkennen. Die Schakalin (śivā), Śyāmā, Ānana [?], Moschusratte (chucchū), Piṅgalā, Hauseidechse,
Wort für Wort
vāñchita-artha-karāḥ
das Gewünschte bewirkend
dakṣiṇāt vāmataḥ gatāḥ
von rechts nach links gehend
śivā
Schakalin
chucchū piṅgalā
Moschusratte, Piṅgalā
gṛha-godhikā
Hauseidechse
śyāmānanācchūcchūḥ ist unklar gegliedert (śyāmā, ānanā?, chucchū).
tataḥ sandarśanaṃ neṣṭaṃ pratīpaṃ vānararkṣayoḥ / kāryakṛdbalī śakunaḥ prasthitasya hi yo 'nvahaṃ //
ihr Anblick aber ist nicht erwünscht; [ebenso] das Entgegenkommen von Affe und Bär. Ein starkes, wirksames Vorzeichen, das dem Aufgebrochenen Tag für Tag [begegnet],
– dessen Wirkung ist von den Weisen für eben diesen Tag zu verkünden. Brünstige, nach Nahrung verlangende, junge und ebenso in Feindschaft verstrickte [Tiere]
Wort für Wort
tasya phalam vācyam
dessen Wirkung ist zu verkünden
tat eva divasam
für eben diesen Tag
mattāḥ bhakṣya-arthinaḥ
Brünstige, Futtersuchende
bālāḥ vaira-saktāḥ
Junge, in Feindschaft Verstrickte
matā ist wohl als mattāḥ („brünstig, berauscht“) zu lesen.
und solche, die die Grenze überschritten haben, sind als wirkungslos zu erkennen, o Zweimalgeborener. Mit einem, zwei, drei oder vier Rufen ist die Schakalin glückverheißend,
Eine [Schakalin], die bei den Menschen Schaudern erregt, den Reittieren Furcht einflößt, Feuerflammen [aus dem Maul speit] und der Sonne zugewandt ist, ist als furchtmehrend zu erkennen.
Wird ein Sāraṅga [Anm.: gefleckte Antilope] zuerst an einem glückverheißenden Ort gesehen, so sage man dem Menschen für das Jahr Glück voraus, an einem unheilvollen ebenso Unheil [?].
Wort für Wort
prathamam sāraṅge dṛṣṭe
wenn zuerst ein Sāraṅga gesehen wird
śubhe deśe
an glücklichem Ort
śubham vadet
sage er Glück voraus
saṃvatsaram manuṣyasya
für das Jahr des Menschen
aśubhe
an unheilvollem (Ort)
aśubhe ca śubhaṃ tathā ist wohl als aśubhe cāśubhaṃ tathā zu verstehen.
In welchem Zustand ein Mann den Sāraṅga am ersten Tag [des Jahres] sieht, in eben diesem Zustand ist für ihn selbst die Wirkung des Jahres zu erkennen.