Das Kapitel bietet Mantras für Sarasvatī, Indra, die Śakti und Kāma sowie einen Unterwerfungsmantra der Cāmuṇḍā und schließt Rezepte an: Unterwerfungs- und Liebesmittel, Mittel zur Potenz, zur Erlangung eines Sohnes, gegen Fehlgeburt, zur leichten Geburt, gegen Ausfluss und Haarausfall, dazu einen Schutzmantra für Dorf und Rinderherde. Quellbesonderheiten: V. 1 und V. 20 sind weitgehend unverständlich; zahlreiche Drogennamen und Wörter sind verderbt (V. 13–18); Wiederholungen sind durch „2“ abgekürzt.
Agni sprach: Vāk, Karma, Pārśva, Yuk, Śukra, Toka, Kṛte, Mato, Plava [Anm.: verschlüsselte Laute bzw. Mantrateile], mit svāhā am Ende, zehnsilbig [?] – diese Vidyā ist die vorzügliche Sarasvatī.
Wort für Wort
huta-antā
mit dem Opferruf endend
daśa-varṇā
zehnsilbig [?]
iyam vidyā
diese Vidyā
mukhyā
vorzüglich
sarasvatī
Sarasvatī
Die erste Vershälfte ist kaum verständlich und wohl verderbt; deśavarṇā wohl für daśavarṇā ‚zehnsilbig‘; hutāntā ‚mit svāhā (Opferruf) endend‘.
Wer mit der Gebetsschnur [?] hunderttausendmal pro Silbe rezitiert, wird einsichtsvoll. Atri mit Vahni (ra), linkem Auge (ī) und Bindu, (dann) „indrāya“, gefolgt von hṛt (namaḥ) –
(mit diesem Mantra) rufe man den gelben Śakra (Indra), der Donnerkeil und Lotos trägt, herbei und verehre ihn. Man opfere eine Million (Gaben) aus Ghee und Sesam und vollziehe damit die Weihebesprengung.
Ein König usw., der sein Reich usw. verloren hat, erlangt Reich, Sohn usw. (wieder). Hṛllekhā (hrīṃ), genannt Śakti-Devī: Doṣa [?], Agni (ra), mit Daṇḍin, mit Daṇḍa [Anm.: verschlüsselte Laute].
Nachdem man Śiva verehrt hat, rezitiere man (den Mantra der) Śakti vom achten bis zum vierzehnten Mondtag; (die Göttin) trägt Diskus, Schlinge und Treibstachel, gewährt Furchtlosigkeit und Gaben;
durch Opfer usw. (für sie) erlangt man Glück, Dichtergabe und wird reich an Söhnen. „oṃ hrīṃ oṃ namaḥ kāmāya sarvajanahitāya sarvajanamohanāya prajvalitāya sarvajanahṛdayaṃ mamātmagataṃ kuru kuru oṃ“ (Oṃ hrīṃ oṃ, Verehrung dem Kāma, der allen Menschen wohltut, alle Menschen betört, dem Lodernden: Mache das Herz aller Menschen mir zu eigen, mache es! Oṃ). Durch Rezitation usw. dieses Mantras unterwerfe man die ganze Welt.
„oṃ hrīṃ cāmuṇḍe amukaṃ daha daha paca paca mama vaśam ānaya ānaya ṭha ṭha“ (Oṃ hrīṃ, o Cāmuṇḍā, verbrenne, verbrenne den N. N., koche, koche ihn, bring ihn in meine Gewalt, bring ihn! ṭha ṭha) – dies wird als unterwerfender Mantra der Cāmuṇḍā verkündet. Mit einem Absud der drei Früchte (Triphalā) wasche man zur Unterwerfung die Scham.
vṛhatīrasalepaś ca vaśe syānmaraṇāntikaṃ / kaṭīramūlatrikaṭukṣaudralepas tathā bhavet //
und eine Salbe mit Bṛhatī-Saft: das bewirkt Unterwerfung bis zum Tod. Ebenso wirkt eine Salbe aus Kaṭīra-Wurzel, den drei Scharfen (trikaṭu) und Honig.
das Pulver davon auf den Kopf gestreut, ist das beste Mittel zur Unterwerfung der Leute. Absud von Triphalā und Sandel, (je) ein Prastha, je zwei Kuḍava gesondert,
Saft von Bhṛṅga (Eclipta) und Hema [?], ebensoviel Doṣā [?], Cuñcuka und Honig, mit Ghee gekocht, (dazu) Gelbwurz, im Schatten getrocknet: aufgestrichen ist es ein Färbemittel (für das Haar) [?].
Wort für Wort
bhṛṅga-hema-rasa
Saft von Eclipta und Hema
ghṛtaiḥ pakvā
mit Ghee gekocht
chāyā-śuṣkā
im Schatten getrocknet
lipyā
aufzustreichen
rañjanī
Färbemittel
Stelle verderbt; doṣā vielleicht für niśā; rañjanī wohl Haarfärbemittel.
gulmamāṣatilavrīhicūrṇakṣīrasitānvitaṃ / aśvatthavaṃśadarbhāṇāṃ mūlaṃ vai vaiṣṇavīśniyoḥ //
(Ebenso) ein Pulver aus Gulma [?], Bohnen, Sesam und Reis, mit Milch und Zucker versetzt. – Die Wurzel von Aśvattha, Bambus und Darbha-Gras, die Wurzel von Vaiṣṇavī und Śrī [?]
Wort für Wort
māṣa-tila-vrīhi-cūrṇa
Pulver aus Bohnen, Sesam, Reis
kṣīra-sitā-anvitam
mit Milch und Zucker
aśvattha-vaṃśa-darbhāṇām
von Aśvattha, Bambus, Darbha
mūlam
Wurzel
vaiṣṇavī-śriyoḥ
von Vaiṣṇavī und Śrī [?]
gulma als Zutat unklar; vaiṣṇavīśniyoḥ wohl vaiṣṇavīśriyoḥ.
und die Wurzel von Dūrvā und Aśvagandhā trinke die nach einem Sohn Verlangende mit Milch. Die Wurzel von Kauntī und Lakṣmī, Dhātrī, Vajra, Lodhra und Vaṭa-Spross
sind mit Ghee und Milch in der fruchtbaren Zeit drei Tage lang von der Frau um eines Sohnes willen zu trinken. Die einen Sohn Wünschende trinke Milch mit Śrī-Wurzel und Vaṭa-Spross.
sind, wenn bei einer Frau die Leibesfrucht abzugehen droht, mit Reiswasser zu geben. Oder sie lecke geröstete Körner, Süßholz, Zucker, Trauben, Honig und Ghee.
(Ebenso) ein Prastha Saft von Dhātrī und Bhṛṅga, Öl und ein Āḍhaka Milch. – „oṃ namo bhagavate tryambakāya upaśamaya upaśamaya culu culu mili mili bhida bhida gomānini cakriṇi hrūṃ phaṭ. asmin grāme gokulasya rakṣāṃ kuru kuru śāntiṃ kuru kuru“ (Oṃ, Verehrung dem erhabenen Dreiäugigen! Beschwichtige, beschwichtige! culu culu mili mili, spalte, spalte! O Gomāninī, o Diskusträgerin, hrūṃ phaṭ! In diesem Dorf gewähre der Rinderherde Schutz, gewähre ihn; gewähre Frieden, gewähre ihn!) – Ghaṇṭākarṇa, Mahāsena, der Held, wird der Gewaltige genannt,
Wort für Wort
dhātrī-bhṛṅga-rasa-prastha
ein Prastha Emblica- und Eclipta-Saft
kṣīram āḍhakam
ein Āḍhaka Milch
tryambakāya
dem Dreiäugigen
gokulasya rakṣām kuru
gewähre der Herde Schutz
śāntim kuru
gewähre Frieden
ghaṇṭākarṇaḥ mahāsenaḥ
Ghaṇṭākarṇa, Mahāsena
kṣira = kṣīra; ghaṇḍākarṇa = ghaṇṭākarṇa. culu, mili sind Zaubersilben.
der die Seuche vernichtet: er, der Herr der Welt, schütze mich. Diese beiden Verse und die beiden Mantras, die das Vieh schützen, bringe man gesondert an.