Kapitel 5: śrīrāmāvatāravarṇanam
Beschreibung der Herabkunft des erhabenen Rāma (Bālakāṇḍa)
Beginn der Rāmāyaṇa-Zusammenfassung, die Nārada dem Vālmīki erzählt: Genealogie der Sonnendynastie, Geburt der vier Söhne Daśarathas, Rāmas Taten mit Viśvāmitra, das Zerbrechen des Bogens und die Hochzeiten. Das Kolophon nennt das Kapitel „bālakāṇḍavarṇana“. Vers 10 ist syntaktisch unklar; Vers 14 hat drei Halbverse.
Agni sprach: „Ich werde das Rāmāyaṇa darlegen, wie es einst von Nārada dem Vālmīki verkündet wurde; so wie jenes rezitiert, gewährt es Weltgenuss und Erlösung.
Nārada sprach: „Aus dem Nabel-Lotus Viṣṇus [entstand] Brahmā; Marīci ist Brahmās Sohn; von Marīci [stammt] Kaśyapa, von diesem Sūrya, [von diesem] Manu Vaivasvata;
prāśitādyajñasaṃsiddhād rāmādyāś ca samāḥ pituḥ / yajñavighnavināśāya viśvāmitrārthito nṛpaḥ //
der, durch das Opfer zubereitet, verzehrt worden war; Rāma und die übrigen [waren] dem Vater ebenbürtig [?]. Zur Abwehr der Störungen seines Opfers wurde der König von Viśvāmitra gebeten
siddhāśramanivāsī ca viśvāmitrādibhiḥ saha / gataḥ kratuṃ maithilasya draṣṭuñcāpaṃ sahānujaḥ //
Er, der in der Siddhāśrama wohnte, ging mit Viśvāmitra und den übrigen und mit seinem jüngeren Bruder zum Opfer des Königs von Mithilā, um den Bogen zu sehen.
Auf Veranlassung Śatānandas wurde Rāma [die Geschichte von] Viśvāmitras Macht erzählt [?]; vom König wurde er zusammen mit dem Weisen beim Opfer geehrt.
Wort für Wort
śatānanda-nimittena
auf Veranlassung Śatānandas
viśvāmitra-prabhāvitaḥ
durch Viśvāmitras Macht ausgezeichnet
rāmāya kathitaḥ
dem Rāma erzählt
rājñā
vom König
sa-muniḥ pūjitaḥ kratau
mit dem Weisen beim Opfer geehrt
Konstruktion unklar: kathitaḥ (mask.) und viśvāmitraprabhāvitaḥ passen nicht glatt zu rāmāya; Sinn nach dem bekannten Handlungsgang angesetzt.
dhanurāpūrayāmāsa līlayā sa babhañja tat / vīryaśuklāñca janakaḥ sītāṃ kanyāntvayonijām //
Er spannte den Bogen spielend und zerbrach ihn. Und Janaka gab Sītā, deren Brautpreis Heldenkraft war, das nicht aus einem Mutterschoß geborene Mädchen,
kanye dve upayemāte janakena supūjitaḥ / rāmo 'gātsavaśiṣṭhādyair jāmadagnyaṃ vijitya ca / ayodhyāṃ bharatobhyāgāt saśatrughno yudhājitaḥ //
heirateten die beiden Mädchen. Von Janaka hoch geehrt, zog Rāma mit Vasiṣṭha und den übrigen, nachdem er auch den Jāmadagnya [Paraśurāma] besiegt hatte, nach Ayodhyā. Bharata ging mit Śatrughna zu Yudhājit [?].
Wort für Wort
kanye dve upayemāte
die beiden heirateten zwei Mädchen
janakena supūjitaḥ
von Janaka hoch geehrt
jāmadagnyam vijitya
den Jāmadagnya besiegt habend
ayodhyām agāt
ging nach Ayodhyā
sa-śatrughnaḥ yudhājitaḥ
mit Śatrughna zu Yudhājit
Vers mit drei Halbversen; bharato 'bhyāgāt … yudhājitaḥ: Bezug unklar, wohl Bharatas Reise zu seinem Onkel Yudhājit.