Kapitel 264: dikpālādisnānam
Das Bad der Weltenhüter und Verwandtes
Agni (im Unterschied zu den umgebenden Kapiteln, in denen Puṣkara spricht) beschreibt heilbringende Bäder: passende Orte für verschiedene Anliegen, günstige Mondhäuser, eine siebentägige Einreibung mit Drogen, ein Maṇḍala mit Viṣṇu, Brahman, Hara und den Weltenhütern, Opfer, acht benannte Krüge mit Kräutern und das Bad des Klienten auf dem Glücksthron. Einige Drogennamen (V. 6–7) sind unsicher.
Agni sprach: Ich werde das Bad darlegen, das alle Ziele verwirklicht und Befriedung bewirkt; höre! Am Flussufer lasse der Kundige die Planeten und Viṣṇu [rituell] baden [?].
Wort für Wort
sarva-artha-sādhanam
alle Ziele verwirklichend
snānam
das Bad
śānti-karam
Befriedung bewirkend
snāpayet
lasse baden
sarit-tīre
am Flussufer
Gemeint ist wohl ein Weihebad unter Verehrung der Planeten und Viṣṇus.
devālaye jvarārtyādau vināyakagrahārdite / vidyārthino hrade gehe jayakāmasya tīrthake //
im Tempel bei Fieberleiden und dergleichen [und für] den von Vināyaka oder den Planeten Bedrängten; den nach Wissen Strebenden in einem See [oder] im Haus [?], den nach Sieg Begehrenden an einem heiligen Badeplatz (tīrtha).
Die nach Blumen Verlangenden [bade man] an einem blumenreichen [Ort], die nach Söhnen Verlangenden im Meer, alle, die Glück für ihr Haus wünschen, in der Nähe Viṣṇus.
Unter dem Viṣṇu-Mondhaus [Anm.: Śravaṇa], unter Revatī und Puṣya ist das Bad für alle das beste. Für den, der das Bad begehrt, ist sieben Tage zuvor die Einreibung vorgeschrieben:
mit Pañcagavya [Anm.: die fünf Kuhprodukte] und mit Gerstengrütze gemischt; nachdem man [den Körper damit] eingerieben hat, nehme man das Bad. Im Maṇḍala verehre man auf der Samenkapsel [des Lotus] Viṣṇu und Brahman,
rechts und links [davon] Hara. Auf den Blättern, beginnend mit dem östlichen, zeichne man der Reihe nach die Götter, Indra und die übrigen, mit ihren Waffen und ihrem Gefolge.
snānamaṇḍalakān dikṣu kuryāccaiva vidikṣu ca / viṣṇubrahmeśaśakrādīṃstadastrāṇyarcya homayet //
Bade-Maṇḍalas lege man in den Himmelsrichtungen und in den Zwischenrichtungen an. Nachdem man Viṣṇu, Brahman, Īśa, Śakra usw. und ihre Waffen verehrt hat, lasse man opfern:
Getrennt [erfolgen] die Opfer an die Götter, die in den Mantras der Königsweihe genannt sind. Dann, nachdem man die Vollspende gegeben hat, gebe man dem Lehrer den Opferlohn.
Indra, vom Lehrer [Anm.: Bṛhaspati] geweiht, erschlug einst die Daityas. [So] ist das Bad der Weltenhüter verkündet, das zu Beginn einer Schlacht und dergleichen Sieg und anderes [bringt].