Kapitel 190: akhaṇḍadvādaśīvrataṃ
Das Gelübde des „ungebrochenen“ Zwölften
Das Akhaṇḍadvādaśī-Gelübde, das Mängel früher gebrochener Gelübde ausgleicht: Fasten am zwölften der hellen Mārgaśīrṣa-Hälfte, Bad in Pañcagavya-Wasser, Schenkung eines Gefäßes mit Gerste und Reis mit einem Gebet um Unversehrtheit aller Gelübde, Wiederholung in viermonatigen Perioden (mit Grützegefäßen ab Caitra, Fastenbrechen von Śrāvaṇa bis Kārttika) und Lohn. Kleinere Tippfehler (śaktu für saktu).
Agni sprach: Ich werde die Akhaṇḍadvādaśī darlegen, die die Vollständigkeit der Gelübde bewirkt. Im Mārgaśīrṣa, in der hellen Hälfte, [verehre] man, am zwölften fastend, Viṣṇu;
pañcagavyajale snāto yajettatprāśano vratī / yavavrīhiyutampātrandvādaśyāṃ hi dvije 'rpayet //
in Wasser mit den fünf Kuhprodukten gebadet, verehre der Gelübdeträger [ihn] und genieße dieses [Gemisch]; ein Gefäß mit Gerste und Reis überreiche man am zwölften einem Zweimalgeborenen [mit den Worten]:
Genauso gilt die Regel für jeden Monat, [je eine Periode] von vier Monaten [umfassend]. Außerdem überreiche man in den Monaten, beginnend mit Caitra, Gefäße mit Gerstengrütze.
Mit Śrāvaṇa usw. beginnend, [erfolgt] das Fastenbrechen bis zum Ende des Kārttika. Ist [das Gelübde] vollzogen, so wird der Mangel der Gelübde in sieben Geburten fruchtbar [ausgeglichen].
Wort für Wort
śrāvaṇa-ādiṣu ārabhya
mit Śrāvaṇa usw. beginnend
kārttika-anteṣu
bis zum Ende des Kārttika
pāraṇam
Fastenbrechen
sapta-janmasu vaikalyam
Mangel in sieben Geburten
sa-phalam kṛte
fruchtbar, wenn vollzogen
Satzbau knapp; gemeint ist wohl, dass frühere Mängel wirkungslos werden.