Kapitel 125: yuddhajayārṇavīyanānācakrāṇi
Verschiedene Räder aus dem Yuddhajayārṇava
Karṇamoṭī-Mantra und fünffacher Svarodaya; die in den Elementrädern verehrten zweiunddreißig Mütter; die fünf Lautgruppen; günstige und unheilvolle Verbindungen von Tithi, Mondhaus und Wochentag; Kumbha-, Piṅgalā- und Rāhu-Rad, Viṣṭi, Vogelzuordnungen, Mantrakategorien, Schutzpflanzen, Lähmungs- und Schadenzauber (Lehmelefant, Leichenstättenopfer) mit Kaumārī- und Hanumān-Mantra. In der Vorlage ist der Karṇamoṭī-Mantra in den Kapiteltitel geraten; die Versnummer 19 fehlt (V. 20 enthält zwei Verse); V. 51 ist teilweise verderbt.
Īśvara sprach: Wird dieser Mantra von einem Zornigen mit geröteten Augen rezitiert, so wirkt er beim Töten, beim Zu-Fall-Bringen oder auch beim Betören und Vertreiben.
Wort für Wort
paṭhyamānaḥ ayam mantraḥ
dieser Mantra, rezitiert
kruddhaḥ saṃrakta-locanaḥ
zornig, mit geröteten Augen
māraṇe pātane
beim Töten, beim Stürzen
mohana-uccāṭane
beim Betören und Vertreiben
Gemeint ist der Karṇamoṭī-Mantra, der in der Vorlage in die Kapitelüberschrift geraten ist (oṃ hrīṃ karṇamoṭāni bahurūpe bahudaṃṣṭre hrūṃ phaṭ …).
Karṇamoṭī, die große Vidyā, ist Beschützerin unter allen Lauten [?]. Die verschiedenen Vidyās – (nun) werde ich den fünffachen Aufgang darlegen, der auf dem Svarodaya beruht.
Wort für Wort
karṇamoṭī mahā-vidyā
Karṇamoṭī, die große Vidyā
sarva-varṇeṣu rakṣikā
Beschützerin in allen Lauten/Kasten
pañca-udayam
den fünffachen Aufgang
svara-udaya-samāśritam
auf dem Svarodaya beruhend
varṇa kann ‚Kaste‘ oder ‚Laut‘ bedeuten; samaśritaṃ für samāśritam.
nābhihṛdyantaraṃ yāvattāvaccarati mārutaḥ / uccāṭayedraṇādau tu karṇākṣīṇi prabhedayet //
Solange der Wind (Atem) im Bereich zwischen Nabel und Herz sich bewegt, so lange vertreibe man (den Feind) in Kampf usw. und durchbohre ihm Ohren und Augen.
Aus der Kehle entsteht der Geschmack (rasa), der Wind; befriedend und stärkend ist der Geschmack; göttlich [?], lähmend, anziehend ist der Geruch, von der Nase bis zu den Brauen.
Wort für Wort
kaṇṭha-udbhavaḥ rasaḥ
der aus der Kehle entstehende Geschmack
śāntikam pauṣṭikam
befriedend, stärkend
stambham samākarṣam
Lähmung, Anziehung
gandhaḥ
der Geruch
nāsā-antikaḥ bhruvaḥ
von der Nase bis zu den Brauen
Zuordnung der Sinnesqualitäten zu Körperzonen und Riten; Satzbau unklar.
Nur eine ist die Sonne, einer der Mond, und jede Śakti ist eine; (nur) durch die Verschiedenheit der Elemente (gibt es viele) Tīrthas, wie das (eine) Wasser auf der Erdoberfläche.
Der eine Prāṇa wird im Käfig der Elemente (dem Körper) durch die Kreise (maṇḍala) unterschieden; durch die Verbindung von links und rechts tritt er zehnfach in Erscheinung.
varṇāścābhyudaye nṝṇāṃ catvāriṃśacca pañca ca / bālaḥ kumāro yuvā syādvṛddho mṛtyuś ca nāmataḥ / ātmapīdā śoṣakaḥ syādudāsīnaś ca kālakaḥ / kṛttikā pratipadbhauma ātmano lābhadaḥ smṛtaḥ //
Die Laute zum Gedeihen der Menschen sind fünfundvierzig. Ihrem Namen nach (sind die Zustände): Kind, Knabe, Jüngling, Greis und Tod. Selbstbedrängung, Austrocknender, Gleichgültiger und Kālaka [?]. Kṛttikā, Pratipad und Mars gilt als Gewinn bringend für einen selbst.
Wort für Wort
varṇāḥ abhyudaye nṝṇām
die Laute zum Gedeihen der Menschen
catvāriṃśat ca pañca ca
fünfundvierzig
bālaḥ kumāraḥ yuvā vṛddhaḥ mṛtyuḥ
Kind, Knabe, Jüngling, Greis, Tod
ātma-pīḍā śoṣakaḥ udāsīnaḥ
Selbstbedrängung, Austrockner, Gleichgültiger
kṛttikā pratipad bhaumaḥ
Kṛttikā, Pratipad, Mars
lābha-daḥ
Gewinn bringend
Die Vorlage springt von V. 18 auf V. 20; V. 20 umfasst zwei Verse (vier Halbverse), V. 19 ist also wohl darin aufgegangen.
Brahmā usw. seien die ‚Blicke‘ (dṛṣṭi), beginnend mit Pratipad und Navamī; die Blicke samt den Tierkreiszeichen, (die) der Planeten usw., gelten als (Mittel) zum Gelingen.
Von Meṣa an (gibt es) vier Krüge: beim vollen Sieg, andernfalls Tod. Ab der Sonne [Anm.: den Wochentagen?] leer und voll – so lasse man es der Reihe nach bestimmen [?].
raṇe sūrye phalaṃ nāsti some bhaṅgaḥ praśāmyati / kujena kalahaṃ vidyādbudhaḥ kāmāya vai guruḥ //
Im Kampf gibt es am Sonnen(tag) keinen Erfolg; am Mond(tag) kommt die Niederlage zur Ruhe; mit Mars erkenne man Streit; Merkur (dient) dem Wunsch; Jupiter
jayāya manase śukro mande bhaṅgo raṇe bhavet / deyāni piṅgalācakre sūryagāni ca bhāni hi //
dem Sieg, Venus dem Geist [?]; bei Saturn erfolgt Niederlage im Kampf. Im Piṅgalā-Rad sind die Mondhäuser, die mit der Sonne gehen, (in die Glieder) einzutragen:
indrācca nairṛtaṅgacchetrairṛtātsomameva ca / somāddhutāśanaṃ vahnerāpyamāpyācchivālayaṃ //
Vom Osten (Indra) gehe er nach Südwesten (Nairṛta), vom Südwesten nach Norden (Soma), vom Norden zum Feuer (Südosten), vom Feuer zum Wasser (Westen), vom Wasser zu Śivas Wohnstatt (Nordosten),
Wort für Wort
indrāt nairṛtam gacchet
von Osten nach Südwesten gehe er
nairṛtāt somam
von Südwesten nach Norden
somāt hutāśanam
von Norden nach Südosten
vahneḥ āpyam
vom Südosten nach Westen
āpyāt śiva-ālayam
vom Westen nach Nordosten
nairṛtaṅgacchetrairṛtāt für nairṛtaṃ gacchen nairṛtāt.
von Rudra (Nordosten) nach Yama (Süden), von Yama zu Vāyu (Nordwesten), von Vāyu gehe er wieder zum Mond (Norden) [?]; er genießt (jeweils) vier Nāḍīs. Ist Rāhu im Rücken, gibt es Sieg im Kampf,
Die Zeichen von Meṣa an (liegen) in den Richtungen, beginnend mit Osten; wo die Sonne steht, (ist sie) vorn: Tod. Tṛtīyā in der dunklen Hälfte, ebenso Saptamī und Daśamī,
ebenso Caturdaśī; in der hellen Hälfte die Tithis Caturthī und Ekādaśī, und Pañcadaśī: das sind die Viṣṭis; am Vollmond im Südosten, (sonst) im Nordwesten [?].
sāsasaś ca mayūraś ca goraṅkuḥ pakṣiṇaḥ smṛtāḥ / ādau sādhyo huto mantra uccāṭe pallavaḥ smṛtaḥ //
Sārasa(-Kranich), Pfau und Goraṅku gelten als (die zugeordneten) Vögel. Steht der zu Bewirkende (Name) am Anfang, wird der Mantra geopfert [?]; bei der Vertreibung gilt dies als Pallava.
Wort für Wort
sārasaḥ mayūraḥ
Kranich, Pfau
goraṅkuḥ pakṣiṇaḥ smṛtāḥ
Goraṅku gelten als Vögel
ādau sādhyaḥ
der zu Bewirkende am Anfang
uccāṭe pallavaḥ smṛtaḥ
bei Vertreibung gilt Pallava
sāsasaś für sārasaś. Pallava: Stellung des Zielnamens vor dem Mantra.
Bei Unterwerfung, Fieber und ebenso Anziehung ist die Anwendung erfolgbringend. Bei Befriedung und Zuneigung (gilt) die Verehrungsformel (namaḥ), bei Stärkung, Unterwerfung usw. vauṣaṭ;
huṃ mṛtyau prītisannāśe vidveṣoccāṭane ca phaṭ / vaṣaṭ sute ca dīptyādau mantrāṇāṃ jātayaś ca ṣaṭ //
huṃ beim Töten und beim Zerstören der Zuneigung, phaṭ bei Entzweiung und Vertreibung, vaṣaṭ beim Sohn [?] und beim Entflammen usw.: (das sind) die sechs Klassen (jāti) der Mantras.
grahaṇe ca mahādevi uddhṛtāḥ śubhadāyikāḥ / mṛdā tu kuñjaraṅkṛtvā sarvalakṣaṇalakṣitam //
Und bei (einer Sonnen- oder Mond-)Finsternis ausgegraben, o große Göttin, sind sie glückspendend. Hat man aus Lehm einen Elefanten gemacht, mit allen Merkmalen gekennzeichnet,
tasya pādatale kṛtvā stambhayecchatrumātmanaḥ / nagāgre caikavṛkṣe ca vajrāhatapradeśake //
und (das Bild des Feindes) unter seine Fußsohle gelegt, lähmt man seinen Feind. Auf einem Berggipfel, bei einem einzeln stehenden Baum und an einer vom Blitz getroffenen Stelle
hole man Termitenhügel-Erde und verbinde dann die beiden Mütter [?]. ‚Oṃ, Verehrung dem großen Bhairava, der mit verzerrten Hauern von grimmiger Gestalt ist, dem Gelbäugigen, der Dreizack und Schwert trägt, vauṣaṭ.‘ Man verehre den Lehm, o Göttin; so lähmt man das Waffennetz (des Feindes).
Wort für Wort
valmīka-mṛdām āhṛtya
Termitenhügel-Erde holend
mahā-bhairavāya
dem großen Bhairava
vikṛta-daṃṣṭra-ugra-rūpāya
mit verzerrten Hauern, grimmiger Gestalt
triśūla-khaḍga-dharāya
Dreizack und Schwert tragend
stambhayet śastra-jālakam
lähmt man das Waffennetz
mātarau unklar; der Mantra ist in den Vers eingefügt.
Ich werde das Feueropfer darlegen, das in Kampf usw. den Sieg mehrt: Auf der Leichenstätte, nachts, in einem Holzfeuer, soll der Mann nackt und mit gelöstem Haarschopf
‚Oṃ, Verehrung (dir), erhabene Kaumārī, lala lala lālaya lālaya, Glockengöttin, töte den N. N. plötzlich; Verehrung sei dir, erhabene Vidyā, svāhā.‘ Durch Opfer mit dieser Vidyā entsteht die Fesselung des Feindes. ‚Oṃ, du Diamantleibiger, Diamantschnäuziger, Braun-Gelber, mit schrecklichem Antlitz, mit emporstehendem Haar, Großstarker, Rotgesichtiger, Blitzzüngiger, Großschrecklicher, mit hervorragenden Hauern, kaha [?], Schrecklicher, mit überaus festem Schlag, Erbauer der Brücke (zum Herrn) von Laṅkā, der Berge fortschwemmt [?], Himmelswandler, komm, komm, Erhabener von großer Kraft und Tapferkeit – Bhairava befiehlt: komm, komm, Großschrecklicher, umwinde den N. N. mit dem langen Schwanz, umwinde, umwinde, zermalme, zermalme, grabe, grabe, vaite [?] hrūṃ phaṭ.‘ Achtunddreißighundert(mal) [?], o Göttin – Hanumān bewirkt alles [?].
Wort für Wort
namaḥ bhagavati kaumāri
Verehrung, erhabene Kaumārī
amukam māraya sahasā
töte den N. N. plötzlich
homāt bandhatvam jāyate ripoḥ
durch das Opfer Fesselung des Feindes
vajra-kāya vajra-tuṇḍa
Diamantleibiger, Diamantschnäuziger
laṅkeśvara-setu-bandha
Erbauer der Brücke nach Laṅkā
dīrgha-lāṅgūlena veṣṭaya
umwinde mit dem langen Schwanz
Zwei lange Mantras im Vers; bhavagan für bhagavan, laṅgeśvara für laṅkeśvara; sarvakumbhakṛt verderbt (evtl. sarvastambhakṛt ‚jede Lähmung bewirkend‘); aṣṭatriṃśacchatam unsicher (3800 oder 138?).