Kapitel 263: devapūjāvaiśvadevabaliḥ
Götterverehrung und Vaiśvadeva-Spende
Puṣkara beschreibt die Verehrung Viṣṇus mit den jeweils zugeordneten vedischen Versen für die einzelnen Darbringungen, danach das tägliche Feueropfer an eine Reihe von Gottheiten und die Bali-Spenden an Gottheiten, Wesen und Richtungshüter an bestimmten Plätzen des Hauses. Es folgen die morgendliche Kloßspende an die Ahnen, Krähen-, Hunde- und Kuhspende sowie abschließende Sühne-Mantras. Die Spendeempfänger in V. 13 sind verderbt überliefert; das Kolophon nennt „devapūjāvaiśvadevabali“, die Schlusszeile V. 29 „viṣṇupūjāvaiśvadevabali“.
Puṣkara sprach: Ich werde die Handlung der Götterverehrung und das Weitere darlegen, das die Unheilszeichen zermalmt. Nachdem man mit den drei [Versen] „āpo hi ṣṭhā …“ gebadet hat, bringe man Viṣṇu das Gastwasser (arghya) dar,
mit den drei [Versen] „rathe akṣe …“ den Duftstoff, mit „yuvā …“ das Gewand, die Blume mit „puṣpavatī …“, und ferner das Räucherwerk mit „dhūpo 'si …“,
mit „tejo 'si śukram …“ die Lampe, mit „dadhi …“ den Madhuparka [Anm.: Honigtrank]; die acht Verse „hiraṇyagarbha …“ werden für die Speisedarbringung genannt,
Bei einem Götterbild, ebenso auf einem Altar, im Wasser, in einem vollen Krug, am Flussufer oder auf einem Lotus – [so] entsteht durch die Verehrung Viṣṇus Befriedung.
vāstoṣpatyai tato devyai tataḥ sviṣṭikṛte 'gnaye / sacaturthyantanāmnā tu hutvaitebhyo baliṃ haret //
dann der Göttin des Hausplatzes [?] (Vāstoṣpati), dann dem Agni Sviṣṭakṛt. Nachdem man diesen mit ihren im Dativ stehenden Namen geopfert hat, bringe man die Spende (bali) dar.
Wort für Wort
vāstoṣpatyai devyai
der Göttin Vāstoṣpati
sviṣṭakṛte agnaye
dem Agni, der das Opfer gut macht
sa-caturthī-anta-nāmnā
mit dem Namen im Dativ
hutvā
nachdem man geopfert hat
balim haret
bringe die Spende dar
vāstoṣpatyai tato devyai ist ungewöhnlich (Vāstoṣpati ist sonst männlich).
[Man gebe] dem Takṣa und Upatakṣa zu beiden Seiten, östlich vom Feuer, dann weiter [?]; ferner, o Pflichtkundiger, auch den Rossen [?] und die Namen der Ūrṇās [?]:
Wort für Wort
takṣa-upatakṣam
Takṣa und Upatakṣa
abhitaḥ
zu beiden Seiten
pūrveṇa agnim
östlich vom Feuer
aśvānām
der Rosse (?)
dharmajña
o Pflichtkundiger
Der Vers ist dunkel; aśvānām und ūrṇānāmāni sind unsicher. Gemeint ist wohl eine Gruppe von Spendeempfängerinnen, deren Namen in V. 14 folgen.
ākāśe ca tathā cordhve sthaṇḍilāya kṣitau tathā / divā divācarebhyaś ca rātrau rātricareṣu ca //
ebenso in den Luftraum und nach oben, dem Sthaṇḍila [Anm.: dem Opferplatz] auf die Erde, bei Tag den am Tag Umherwandelnden und bei Nacht den nachts Umherwandelnden.
So bringe man die Spende draußen dar, abends und morgens, Tag für Tag. Die Kloßspende (piṇḍa) aber vollziehe man am Morgen; am Abend lasse man sie nicht vollziehen.
deren Mutter – auf Kuśa-Gras mit nach Süden gerichteten Spitzen; so verehre man die Ahnen. [Krähen-Mantra:] „Die ihr [Krähen] zu Indra, Varuṇa, Vāyu, Yama oder Nirṛti gehört,
ihr Krähen, [bringt] zum Haus der Ahnen diesen von mir hervorgeholten Kloß.“ Nachdem man mit dem Mantra den Krähenkloß [gegeben hat], lasse man dem Hund einen Kloß geben:
„Zwei im Geschlecht des Vivasvat geborene Hunde, der dunkle und der gefleckte – ihnen will ich einen Kloß geben; mögen sie mich stets auf dem Weg beschützen.“
Nachdem man den Kuhbissen [gegeben] und den Segensspruch (svastyayana) vollzogen hat, lasse man Almosen geben. Nachdem der Hausvater Gäste und Arme geehrt hat, esse er selbst.
[Mantras:] „Oṃ bhūḥ svāhā; oṃ bhuvaḥ svāhā; oṃ svaḥ svāhā; oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ svāhā. Oṃ, du bist die Sühne für die von den Göttern begangene Sünde, svāhā; oṃ, du bist die Sühne für die von den Ahnen begangene Sünde, svāhā; oṃ, du bist die Sühne für die von mir selbst begangene Sünde, svāhā; oṃ, du bist die Sühne für die von Menschen begangene Sünde, svāhā; oṃ, du bist die Sühne für jede Sünde, svāhā. Welche Sünde ich wissentlich begangen habe und welche unwissentlich – für diese ganze Sünde bist du die Sühne, svāhā. Dem Agni Sviṣṭakṛt svāhā; oṃ, dem Prajāpati svāhā.“ – [So] habe ich dir die Viṣṇu-Verehrung und die Vaiśvadeva-Spende verkündet.
Wort für Wort
deva-kṛtasya enasaḥ
der von Göttern begangenen Sünde
avayajanam asi
du bist die Sühne
vidvān cakāra
wissentlich getan
avidvān
unwissentlich
viṣṇu-pūjā-vaiśvadeva-baliḥ
Viṣṇu-Verehrung und Vaiśvadeva-Spende
kīrtitaḥ mayā
von mir verkündet
bhūvaḥ für bhuvaḥ; enasa enaso ist wohl als „für Sünde um Sünde“ zu verstehen.