Quellen der Menschheit

Agni-Purāṇa

Kapitel 67: jīrṇoddhāravidhānam Die Vorschrift der Erneuerung des Verfallenen

Das kurze Kapitel regelt den Umgang mit beschädigten oder verfallenen Götterbildern: Rücknahme der eingesetzten Prinzipien, Beseitigung des alten Bildes je nach Material (Feuer, Wasser, Meer) und Ersatz durch ein gleich großes neues Bild; auch die Erneuerung von Gewässern bringt großen Lohn. In Vers 1 steht die Verschreibung jīrṇāddhāra; der letzte Vers hat drei Halbverse.

bhagavānuvāca | jīrṇāddhāravidhiṃ vakṣye bhūṣitāṃ snapayedguruḥ / acalāṃ vinyasedgehe atijīrṇāṃ parityajet //

Der Erhabene sprach: Die Vorschrift der Erneuerung des Verfallenen will ich darlegen. Ein (noch) geschmücktes (Bild) bade der Lehrer; ein festes lege er (wieder) ins Haus [?]; ein ganz verfallenes gebe er auf.

Wort für Wort
jīrṇa-uddhāra-vidhim
die Vorschrift der Erneuerung des Verfallenen
bhūṣitām snapayet
ein geschmücktes bade er
acalām
ein festes
vinyaset gehe
lege ins Haus
ati-jīrṇām parityajet
ein ganz verfallenes gebe er auf

jīrṇāddhāra für jīrṇoddhāra; Sinn von bhūṣitām/acalām hier: noch intakte Bilder.

vyaṅgāṃ bhagnāṃ ca śailāḍhyāṃ nyasedanyāṃ ca pūrvavat / saṃhāravidhinā tatra tattvān saṃhṛtya deśikaḥ //

Ein verstümmeltes, zerbrochenes und (grob) steinernes [?] (Bild) – (dafür) setze man ein anderes wie früher ein. Dabei ziehe der Lehrer nach der Vorschrift der Rücknahme (saṃhāra) die Prinzipien (tattva) (aus dem alten Bild) zurück,

Wort für Wort
vyaṅgām bhagnām
verstümmelt, zerbrochen
śaila-āḍhyām
steinreich (?)
nyaset anyām pūrvavat
setze ein anderes wie früher ein
saṃhāra-vidhinā
nach der Rücknahme-Vorschrift
tattvān saṃhṛtya
die Prinzipien zurückgezogen

śailāḍhyām unklar.

sahasraṃ nārasiṃhena hutvā tāmuddhared guruḥ / dāravīṃ dārayedvahnau śailajāṃ prakṣipejjale //

opfere tausend (Spenden) mit dem Narasiṃha-(Mantra) und hebe es dann heraus. Ein hölzernes (Bild) verbrenne man im Feuer, ein steinernes werfe man ins Wasser,

Wort für Wort
sahasram nārasiṃhena hutvā
tausend mit dem Narasiṃha-Mantra geopfert
tām uddharet
hebe es heraus
dāravīm dāhayet vahnau
ein hölzernes verbrenne im Feuer
śaila-jām prakṣipet jale
ein steinernes werfe ins Wasser

dārayet (spalte) wohl für dāhayet (verbrenne).

dhātujāṃ ratnajāṃ vāpi agādhe vā jale 'mbudhau / yānamāropya jīrṇāṅgaṃ chādya vastrādinā nayet //

ein aus Metall oder Edelstein bestehendes in tiefes Wasser oder ins Meer. Nachdem man das verfallene Bild auf ein Fahrzeug gehoben und mit Tüchern usw. bedeckt hat, bringe man es fort

Wort für Wort
dhātu-jām ratna-jām
aus Metall, aus Edelstein
agādhe jale ambudhau
in tiefes Wasser, ins Meer
yānam āropya
auf ein Fahrzeug gehoben
jīrṇa-aṅgam
das verfallene Bild
chādya vastra-ādinā nayet
mit Tüchern bedeckt bringe fort

vāditraiḥ prakṣipettoye gurave dakṣiṇāṃ dadet / yatpramāṇā ca yaddravyā tanmānāṃ sthāpayeddine / kūpavāpītaḍāgāderjīrṇoddhāre mahāphalaṃ //

und werfe es unter Musik ins Wasser; dem Lehrer gebe man Opferlohn. Von welchem Maß und aus welchem Material (das alte Bild war), ein (neues) von demselben Maß stelle man am (selben) Tag auf. Bei der Erneuerung verfallener Brunnen, Treppenbrunnen, Teiche usw. (erlangt man) große Frucht.

Wort für Wort
vāditraiḥ prakṣipet toye
unter Musik werfe ins Wasser
gurave dakṣiṇām dadet
gebe dem Lehrer Lohn
yat-pramāṇā yat-dravyā
von welchem Maß, aus welchem Stoff
tat-mānām sthāpayet dine
ein gleich großes stelle am Tag auf
kūpa-vāpī-taḍāga-ādeḥ
von Brunnen, Treppenbrunnen, Teichen usw.
jīrṇa-uddhāre mahā-phalam
bei der Erneuerung große Frucht

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