Kapitel 146: aṣṭāṣṭakadevyaḥ
Die Göttinnen der acht Achtheiten
Īśvara lehrt das dreiteilige Mātṛ-Mantra (Trikhaṇḍī) mit Brahmā-, Viṣṇu- und Śambhu-Teil, Angaben zur Bildung von Keimsilben, eine Reihe buchstabenbezogener Śaktis und schließlich die vierundsechzig Göttinnen, geordnet in acht Achtergruppen nach den Müttern Brahmāṇī, Māheśvarī, Kaumārī, Vaiṣṇavī, Vārāhī, Aindrī, Cāmuṇḍā und Mahālakṣmī. Die Buchstaben- und Namenslisten (V. 4, 6–12) sind stark verderbt; die Gruppen haben nicht überall genau acht Namen. Das Kolophon nennt „aṣṭāṣṭakādi“.
Īśvara sprach: Ich werde die Dreiteilige (Trikhaṇḍī) darlegen, die [die Teile] Brahmās, Viṣṇus und Maheśvaras [umfasst]: „oṃ, Verehrung dem erhabenen Rudra, Verehrung! Verehrung, o Cāmuṇḍā! Und Verehrung den Himmelsmüttern, die alle Wünsche und Ziele vollbringen, den alterslosen und unsterblichen, deren Gang überall ungehindert ist, die ihre eigene Gestalt in [andere] Gestalten wandeln, die mit allen Handlungen befasst sind – Unterwerfung aller Wesen, Vertreibung und Entwurzelung –; das Geheimnis aller Mütter, das Herz, höchst wirksam, das die Handlungen der Feinde zerschneidet, die höchste Vollendung bewirkt: das heilvolle Wort der Mütter.“ Im Wortbestand des Brahmā-Teils [sind es] mit den Rudras [?] hunderteinundzwanzig [Silben].
Wort für Wort
tri-khaṇḍīm
die Dreiteilige
ākāśa-mātṝṇām
den Himmelsmüttern
ajara-amarīṇām
den alterslosen und unsterblichen
sarvatra apratihata-gatīnām
deren Gang überall ungehindert ist
para-karma-chedanam
die Handlungen der Feinde zerschneidend
brahma-khaṇḍa-pade
im Wortbestand des Brahmā-Teils
Die Zählangabe ekaviṃśādhikaṃ śataṃ „rudrair“ ist unklar.
Nämlich: „oṃ, Verehrung, o Cāmuṇḍā, o Brahmāṇī, du Nicht-Schreckliche, Untrügliche, Wunschgewährende, vicce svāhā.“ Ebenso „oṃ, Verehrung, o Cāmuṇḍā …“ mit Māheśvarī, Kaumārī, Vaiṣṇavī, Vārāhī, Indrāṇī, Caṇḍī und Īśānī, jeweils „… du Nicht-Schreckliche, Untrügliche, Wunschgewährende, vicce svāhā“. Nach Silben und Wörtern ist dies der zweite, der Viṣṇu-Teil. [Dritter Teil:] „oṃ, Verehrung, o Cāmuṇḍā, du mit aufgerichtetem Haar, mit flammender Spitze, Blitzzüngige, Sternäugige, mit rotbraunen Brauen, mit entstellten Hauern, Zornige, oṃ, die du Fleisch, Blut, Branntwein und Rauschtrank liebst, lache, lache, oṃ tanze, tanze, oṃ reiß den Rachen auf, reiß ihn auf, oṃ [Verehrung den Müttern], die sich in tausend Gestalten der Māyā der drei Welten verwandeln, oṃ binde, binde, oṃ zerstampfe, zerstampfe, ciri ciri hiri hiri bhiri bhiri, Erschreckerin, Erschreckerin, Umhertreiberin, Umhertreiberin, oṃ Zerfließenlasserin, Erschüttererin, Töterin, Wiederbeleberin, heri heri geri geri gheri gheri, oṃ muri muri, oṃ Verehrung der Schar der Mütter, Verehrung, Verehrung, vicce.“ Einunddreißig Wörter hat der [Teil] Śambhus; das Mantra [umfasst] hunderteinundsiebzig [Silben] [?].
Wort für Wort
aghore amoghe varade
Nicht-Schreckliche, Untrügliche, Wunschgewährende
viṣṇu-khaṇḍam dvitīyakam
der zweite, der Viṣṇu-Teil
ūrdhva-keśi
du mit aufgerichtetem Haar
māṃsa-śoṇita-surā-āsava-priye
die du Fleisch, Blut, Branntwein und Rauschtrank liebst
namaḥ mātṛ-gaṇāya
Verehrung der Schar der Mütter
ekatriṃśat-padam śambhoḥ
31 Wörter hat der Teil Śambhus
„2“ bezeichnet Wiederholung. agore = aghore; piṇgala = piṅgala. Die Zählangabe am Ende ist unsicher.
he ghauṃ pañcapraṇavādyantāṃ trikhaṇḍīñca japed yajet / he ghauṃ śrīkubjikāhṛdayaṃ padasandhau tu yojayet //
Mit „he ghauṃ“ und dem fünffachen Praṇava am Anfang und am Ende murmele und verehre man die Trikhaṇḍī; „he ghauṃ, das Herz der glorreichen Kubjikā“ füge man aber an den Fugen der Wörter ein.
[Die Keimsilbe bildet man aus dem,] was in der Mitte der drei ab „akunta…“ steht, was in der Mitte der drei ab „kula…“ steht, was in der Mitte der drei ab „madhyama…“ steht, [und] den Klumpen (piṇḍa) am Fuß, in der Mitte der drei [?].
Wort für Wort
akunta-ādi-tri-madhya-stham
in der Mitte der drei ab „akunta“ stehend
kula-ādeḥ tri-madhya-gam
in der Mitte der drei ab „kula“
madhyama-ādi
ab „madhyama“
piṇḍam pāde
den Klumpen am Fuß
Verschlüsselte Angabe zur Bildung einer Keimsilbe; Sinn dunkel.
verbunden mit dreieinhalb Moren, mit dem Praṇava beginnend: die Śikhāśivā [?] – „oṃ kṣrauṃ, Verehrung dem Śikhābhairava“. „skhīṃ skhauṃ skheṃ“ ist die Drei-Silben-[Formel] mit Keim, „hrāṃ hrīṃ hraiṃ“ die Drei-Silben-[Formel] ohne Keim; [darauf folgt] das höchste [Mantra] aus zweiunddreißig Buchstaben.
aḥ apetarayā pīṭhe pūjyāś ca kaktayaḥ kramāt / skhāṃ skhīṃ skhauṃ mahābhairavāya namaḥ / akṣodyā hy ṛkṣakarṇī ca rākṣasī kṣapaṇakṣayā //
aḥ: Apetarayā – diese Śaktis sind der Reihe nach auf dem Sitz zu verehren. „skhāṃ skhīṃ skhauṃ, Verehrung dem Mahābhairava.“ [Nun die Achtheiten:] Akṣodyā, Ṛkṣakarṇī, Rākṣasī, Kṣapaṇā, Kṣayā,