Kapitel 285: kalpasāgaraḥ
Der Ozean der Zubereitungen
Dhanvantari zählt verjüngende und lebensverlängernde Zubereitungen (Kalpa) auf, jeweils mit versprochener Lebensdauer von hundert bis tausend Jahren: Triphalā, Śatāvarī, Harītakī, Nirguṇḍī, Metallpräparate (Eisen, Kupfer, Quecksilber) u. a., abschließend mit dem Mantra oṃ hrūṃ saḥ. Der letzte Vers leitet zur Elefantenheilkunde des Pālakāpya über. Der Text ist durch viele Digitalisierungsfehler entstellt (etwa kalpāmmṛtyuñcayān, V. 1; samṛdyujit, V. 5).
Dhanvantari sprach: Ich werde die Zubereitungen (Kalpa) verkünden, die den Tod besiegen, Leben schenken und Krankheiten zermalmen. Triphalā mit Honig, Ghee und Amṛtā (Guḍūcī), eingenommen, vertreibt Krankheit und [gewährt] dreihundert [Jahre].
Wort für Wort
kalpān mṛtyuñjayān
todbesiegende Zubereitungen
āyuḥ-dān
Leben gebend
roga-mardanān
Krankheiten zermalmend
tri-śatī
dreihundert[jährig]
madhu-ājya-triphalā-amṛtā
Triphalā mit Honig, Ghee, Guḍūcī
kalpāmmṛtyuñcayānvakṣye für kalpān mṛtyuñjayān vakṣye; āyurdānrogasardanān für āyurdān rogamardanān.
Ein Pala, ein halbes Pala oder ein Karṣa Triphalā, ebenso vollständig; und die Anwendung von Bilva-Öl in der Nase einen Monat lang: [so wird man] fünfhundert[jährig] und ein Weiser.
Es besiegt Krankheit, vorzeitigen Tod und Runzeln. Sesam und ebenso Bhallātaka; das Pulver der fünf Teile der Vākucī, sechs Monate lang mit Khadira-Wasser,
Wort für Wort
roga-apamṛtyu-valī-jit
Krankheit, frühen Tod und Runzeln besiegend
tilam bhallātakam
Sesam, Bhallātaka
pañca-aṅgam
die fünf Teile (Wurzel, Rinde, Blatt, Blüte, Frucht)
[und] mit Absuden: [so] besiegt man den Aussatz. Pulver von blauem Kuruṇṭa ist mit Milch oder Honig einzunehmen: hundertjährig [wird], wer Zucker und Milch zu sich nimmt.
Ein Karṣa Uccaṭā mit Honig [nehmend] und Milch trinkend, besiegt der Mensch den Tod. Mit Honig und Ghee oder mit Milch besiegt Nirguṇḍī Krankheit und Tod.
karṣaṃ bhṛṅgarasenāpi rogajiccāmaro bhavet / rudantikājyamadhubhuk dugdhabhojī ca mṛtyujit //
ein Karṣa, auch mit Bhṛṅga-Saft: man besiegt Krankheit und wird unsterblich. Wer Rudantikā mit Ghee und Honig isst und von Milch lebt, besiegt den Tod.
mit Bhṛṅgarāja getränkt, mit Honig und Ghee: [so] wird man dreihundert[jährig]. Getötetes (kalziniertes) Kupfer, gleich viel Quecksilber, Schwefel und Kumārikā
Sesamöl mit Honig als Nasenmittel: [man wird] schwarzhaarig und hundert[jährig]. Wer ein Karṣa Akṣa (Vibhītaka) mit Honig und Ghee und mit Milch trinkt, [wird] hundertjährig.
Wer Abhayā mit Rohzucker gegessen hat, mit Ghee, Honig usw., und sich von Milch und Speise nährt, [wird] schwarzhaarig, krankheitsfrei und fünfhundertjährig.
Śālūka-Pulver (Lotuswurzel), Bhṛṅga-Ghee, mit Honig und Ghee, bewirkt hundert Jahre. Die Nasenanwendung von Kaṭutumbī-Öl, ein Karṣa: zweihundertjährig.
als Pulver mit Ghee oder Honig, mit Rohzucker usw. oder ebenso mit Wasser; mit dem Mantra „oṃ hrūṃ saḥ“ – durch den Mantra [wird es] zum König der Rezepturen.
Die Mṛtasañjīvanī-Zubereitung wird Krankheit und Tod besiegen. Von Göttern, Asuras und Weisen wurden die ‚Ozeane der Zubereitungen‘ angewendet. Den Āyurveda der Elefanten verkündete Pālakāpya dem König von Aṅga.
Wort für Wort
mṛta-sañjīvanī-kalpaḥ
die Tote-wiederbelebende Zubereitung
roga-mṛtyu-jayaḥ
Krankheit und Tod besiegend
sura-asuraiḥ munibhiḥ sevitāḥ
von Göttern, Asuras, Weisen angewendet
kalpa-sāgarāḥ
Ozeane der Zubereitungen
gaja-āyurvedam provāca
verkündete die Elefanten-Heilkunde
Dreizeiliger Schlussvers, der zum folgenden Kapitel überleitet; pālakāpye für pālakāpyo.